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Eine Bamberger Baumeisterfamilie um die Wende des 17. Jahrhunderts : Ein Beitrag zur Geschichte der Dientzenhofer
Entstehung
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Unter seiner Leitung wurde denn auch die Kirche, derenChor und Turm vom alten Bau übernommen werden konnten,in den Jahren 1677—SO vollendet. —Für die Entwicklung derfränkischen Baukunst war die Stephanskirche nicht ohneBedeutung; denn mit ihr hielt die italienische Spätrenaissancein Bamberg ihren Einzug. Die strengen dorischen Formen deräusseren Wandgliederung, wie sie Petrini nach Juncker’s Vor-gang auch an den Langschiffmauern zur Verwendung brachte,blieben fortan im Kirchenbau in ständigem Gebrauch.

Gleichzeitig tritt aber bei diesem Bau auch schon dascharakteristische Merkmal der Barocke, die schwere, breiteWucht der Massen, in die Erscheinung, und vor allem an derFaqade äussert sich ein völlig barockes Kunstempfinden. Häufungder Zierglieder, schwere Verkröpfungen, weit ausladende Bau-teile verraten nur zu deutlich, in welche Bahnen die BambergerBaukunst durch die fremden Meister gelenkt werden sollte. —

Die Stephanskirche blieb im Bamberger Sprengel nichtder einzige Bau Petrini's. 1686 entschloss sich der BischofMarquard Sebastian von Stauffenberg. durch ihn auf demnahen Seehof (eine Stunde nordöstlich von Bamberg) einneues Jagdschloss aufführen zu lassen, die später nach ihmbenannte Marquardsburg. 1 Diese Anlage (Abb. 1) ist in-sofern von besonderem Interesse, als sie noch einmal in späterZeit mit. vollkommener Klarheit die Grundform des französischenRenaissanceschlosses wiederspiegelt, dessen vier Flügel, anden äusseren Ecken durch Pavillons mit Turmaufsatz verstärkt,um einen quadratischen Hof gelagert sind. Durch den Strass-burger Meister Georg Ridinger war dieser Typus, dessen Ur-

1 S. Kleiner, Accurate Vorstellung des hoclifürstl. bamberg. Jagd-schlosses Marquardsburg. Augsburg, Jerem. Wollt. 1731. — Diese Auf-nahme ist, was den Aufriss anlangt, ungenau; sie geht vielleicht auf ältereZeichnungen zurück. Aktenmässig steht fest, dass die Türme 1711 vondem Hofbaumeister Johann Dientzenliofer einem Umbau unterzogen wur-den; wahrscheinlich sind in dieser Zeit auch die heutigen Mansardenfensteran Stelle des niedrigen 3. Stockwerks aufgeführt worden. Später wurdenunter Neumann (1729) und Küchel (1737) abermals Veränderungen ausge-führt; die äusseren Portalbauten und die Waclithäuser wurden erst da-mals gebaut. S. Schöpf, d. Marquardsburg od. Schloss Seehof. BambergerGymnasialprogramm 1863/4.