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Katechismus des Radfahrsportes
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Das Radfahren der Damen.

Nun kommen Wir auf den Hauptpunkt, auf den Haupt-einwaud, den die Damen noch immer gegen die Ausübungdes Radfahrsports erheben: es ist für Damen nicht schicklich,es ist unweiblich und es sieht nicht anständig aus, wenn eineDame radfährt. Ganz dieselben Vorwürfe wurden s. Z. auchWider die meisten andern sportlichen Bethätigungen derDamen, ganz besonders gegen das Turnen und Schlittschuh-laufen ins Feld geführt, während der Reitsport eine zu langeGeschichte hinter sich hatte, um in ähnlicher Weise angegriffenzu werden. Die jahrhundertealte Gewöhnung, Damen derfeineren Klasse zu Pferde zu sehen, bewirkt von selbst, daßman an einer Reiterin nichts Unschickliches findet. Dieselange Geschichte geht aber nun dem Radfahrsport vollständigab, hierin liegt der Hauptgrund, warum sich unsere Damen-welt noch so sehr scheut, das Rad zu besteigen, was für siein Anbetracht ihrer Lebensweise vielleicht sogar eine nochgrößere Wohlthat sein würde, als es für unsere Herrenweltthatsächlich geworden ist.

Das ganze Heer der Krankheiten, von denen unsereFrauen und Töchter geplagt werden, geht gewiß zum größtenTeil (wir rufen jeden vorurteilsfreien Arzt zum Zeugen an!)auf die gesundheitsschädliche Gewöhnung an eine sitzendeLebensweise, an das Nichtvorhandensein einer ausreichendenBewegung und Muskelthätigkeit zurück.

Nur wenn dies Grundnbel beseitigt wird, wird auch seintrauriges Gefolge: Nervosität, Bleichsucht, Blutarmut,

Appetitlosigkeit, Verdauungsstörungen, Atemnot, Herz-leiden und Fettsucht, und wie im einzelnen alle diese Leidenheißen, welche aus einer und derselben Quelle hervorgehen,Weichen.

Sollte man nicht, wo so unschätzbare Vorteile Winken, indenen die Regeneration des ganzen weiblichen Geschlechts,ja somit des gesamten Menschengeschlechts Wohlbefindenüberhaupt, beschlossen liegt, dem geringen Nachteil in seinemeigenen Interesse trotzen, der in dem einzigen unberechtigtenVorwurf der Unschicklichkeit oder Unweiblichkeit liegen würde?