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Katechismus des Radfahrsportes
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Das Tourenfahrcn.

Stets aber bedenke der Rndtourist, das; jede Kleinigkeitdas Gewicht der Last vermehrt, welche er selbst auf Kostenseiner Kraft zn befördern hat. Auch das Mitnehmen vonVerbandtaschen und dergleichen halten wir heute, wo fast injedem Dorfe eine Apotheke ist, für unnützen Ballast, um somehr, als Unglücksfälle bei einem tüchtigen Radtouristen,wenn er nicht wirkliche Tistanzfnhrten im Renntempo macht,sondern sein gewöhnliches Tourcutempo einhält, zu dengrößten Seltenheiten gehören. Ebensogut könnte man sichzu jeder Eisenbahnfahrt mit Verbandzeug versehen, da jedenAugenblick ein Eisenbahnunglück geschehen kann. Wer aller-dings Neigung zum Wundsitzen hat, mag sich in dieser Vor-aussicht mit etwasSalicylsäuretalg, wer Neigung zuDiarrhöehat, mit etwas Opinmtinktnr versehen.

Eine der Hauptbedingungen, um seine Tour mit Genus;und ohne Ueberanstrengung zn machen, liegt darin, dasrichtige Tempo zu fahren. In der Regel wird der Touristzu Rade nicht nötig haben, die Schnelligkeit von 15—16kmdie Stunde zu überschreiten und nur bei vorzüglicher Straßedas Tempo bis auf 20 km steigern. Von Wichtigkeit ist esfür ihn, darauf zu achten, ob auch die gestellten Anforde-rungen seiner Kraft entsprechen. Fahrt man in Gesellschaft,so muß inan sich im Tempo nach seinen Reisegenossen richtenund dasselbe alsdann gleichmäßig einhalten. Gefälle sindstets, wenn man sie nicht kennt und die Thalsohle nicht ab-sehen kann, mit Vorsicht zu fahren und nie die Füße von denPedalen zu nehmen. Bei Steigungen, welche lang und steilsind, empfiehlt es sich, lieber abznsteigen, als sich zn über-anstrengen. Wenn die Breite der Straße es erlaubt, ist esmanchmal eine beachtenswerte Hilfe, wenn man den Weg inZickzacklinien zu fahren sucht.

War das Tempo ein regelmäßiges und der Leistungsfähig-keit des Radfahrers entsprechendes, so wird er starken Appetitentwickeln und vorzüglich, ruhig und erquickend schlafen. Hat ernach einer starken Tour keinen Appetit und schläft er unruhig, soist das ein ficheresZcichen, daß eine Ueberanstrengung vorliegt.