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Das Remifcihrcn,
Während es nämlich bei Bahn- wie Straßenrennen daraufankmnmt, eine bestimmte Strecke in möglichst kurzer Zeit zudurchfahren oder eine möglichst große Strecke innerhalbeiner bestimmten Zeit, gleichgültig wie und wo, verfolgt dieDistanzfahrt auch noch wesentlich andere Zwecke. Neben derErprobung der Dauerfahrer will sie besonders die praktischeBrauchbarkeit des Rades als Fortbewegungsmittel für Ent-fernungen jeder Größe erweisen.
Daneben bieten sie noch den besonder» Vorteil, daß sienicht wie die Bahnrennen mit einer besondern Maschinen-gattung, den Rennmaschinen, gefahren werden können, sonderndaß sie in Rücksicht auf Wetter, Gelände und die verschieden-artigsten zu passierenden Wege weit stärkerer und doch nichtzu schwerer Maschinen bedürfen. So kommt denn die durchdie Distanzfahrten veranlaßte Vervollkommnung der Straßen-maschinen, deren sich die Fabrikanten befleißigen, vielmehrauch allen Radfahrern zu gute, welche dem Rennsport nichthuldigen, und dies ist ja die bei weitem größere Zahl.
Die Geschichte der Distanz führten hebt mit dem Jahre1889 an, der Name aber tritt erst im Jahre 1893 zumerstenmal auf, um sich dann alsbald einzubürgern.
Den Anlaß bot der im Herbst 1892 stattgehabte Distanz-ritt Wien-Berlin, welcher in den weitesten Kreisen Interesseerweckte. Es lag für die Anhänger des Radfahrsports nahe,hier die Gegenprobe zu machen, und so wählte man 1893die gleiche Strecke Wien-Berlin (582.so Irm), welcheJoseph Fischer in 31 Stunden 22 Minuten als ersterbewältigte, indem er dafür weniger als die Hälfte der Zeitbenötigte, welche der erste Distanzreiter gebraucht hatte.
Dieses überall bekannt gewordene und besprochene Resultatund eine Distanzfahrt mit gleichem Erfolge im Jahre 1894Mailand-München (590.4v üm, von Joseph Fischer in29 Stunden, 30 Minuten und 32 Sekunden gefahren), denensich seitdem noch zahlreiche andere anschlossen, muß alsepochemachend für die Entwicklung des Radfahrwesensangesehen werden.