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Einführung in die praktische Nahrungsmittelchemie
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IX. Trinkwasser.

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Differenz zwischen Abdampf- und Glührückstand bezeichnet manals Glühverlust.

8. Bestimmung der Härte.

Die Härte eines Wassers ist abhängig von der Menge der inLösung befindlichen Calcium- und Magnesiumsalze. Fügt man zueiner Lösung der alkalischen Erden eine Seifenlösung, so scheidensich in unlöslicher Form die Calcium- und Magnesiumseifen ab.So lange die Kaliseifenlösung nicht im Überschuss hinzugefügt wird,lässt sich beim Schütteln der Flüssigkeit eine Schaumbildung, dieeinige Minuten anhält, nicht erzielen. Sind die sämtlichen vor-handenen Calcium- und Magnesiumsalze ausgefällt, erst dann bildetauf weiteren Zusatz von Kaliseifenlösung diese mit dem Wasserbeim Schütteln einen feinblasigen Schaum. Man kann daher durcheine Seifenlösung, die man gegen eine Calciumsalzlösung vonbekanntem Gehalt eingestellt hat, titrimetrisch den Gehalt einesWassers an Calcium- und Magnesiumsalzen ermitteln. Die Härtewird nach sogenannten Härtegraden bestimmt, wobei man dieMagnesiumsalze einfach als Calciumverbindungen mit in Rechnungzu stellen pflegt.

Ein deutscher Härtegrad entspricht 1 Teil Ca0in 100000 Teilen Wassel - , ein französischer Härte-grad 1 Teil C0 3 Ca in 100000 Teilen Wasser, einenglischer Härtegrad 1 Teil C0 3 Ca in 70000 Teilen(= \ Gallone) Wasser. Zur Titration bedient mansich des nebenstehend abgebildeten Hydrotimeters,einer kleinen Tropfbürette (s. Abb. 79).

Man füllt in diese die Seifenlösung nach Boutronund Boudet (s. Reagenzienverzeichnis!). Jeder Graddes Hydrotimeters entspricht 1 Teil C0 3 Ca in 100000Teilen, zeigt also direkt die französischen Härte-grade an.

Man füllt ein ca. 75 ccm Flüssigkeit fassendes,bei 40 ccm mit einer Marke versehenes Stöpselglasmit 40 ccm des zu untersuchenden Wassers und fügtaus dem Hydrotimeter die Seifenlösung in kleinerenMengen unter starkem Umschütteln so lange zu, bis ein feinblasiger,dichter, mindestens 5 Minuten bleibender Schaum gebildet wird.Hat der Vorversuch ergeben, dass bis zu diesem Punkt 22° nichtausreichen, so muss man das Wasser entsprechend verdünnen.

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Abb. 79.Hydrotimeterzur Härtebe-stimmung desWassers.