Druckschrift 
1 (1829) Enthaltend die Rinden und ihre Parasiten aus der Ordnung der Flechten : in sechs Heften
Entstehung
Seite
103
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

AUFFINDUNG DER CINCHONEN.

108

selbst dafür einen Jahrgehalt von 2000 Pia- folia Mutis; und die, welche in die tiefstenstern, den er jedoch bald nachher, als sein Thäler herabsteigen, die Cinchona ohlongi-Betrug entdeckt wurde, wieder verlor. Herr folia und Cinchona longiflora. Von denLetz-v. Humboldt hat aus Actenstücken, wel- tern traf ich die schönsten Bäume schon inche ihm Ruiz 1802 durch seinen Bruder zu- einer Höhe von 740 Metres an. Die be-stellen liefs, um die Priorität seiner Entde- rühmte China von Loxa {Cinchona Condami-ckung zu beweisen, dargethan, dafs er erst nea), welche in den, "Wäldern von Caxa-1774 die Cinchonen um Honda entdeckt, numa und Uritusin ga wächst, und sichund 1775 die ersten Versuche damit ange- sehr von der orangefarbenen China von St.stellt hatte. Es wurden von nun an immer Fe unterscheidet, findet sich in einer Höhemehr Cinchonen sowohl im nördlichen als von 1900 bis 2500 Metres über der Meeres-südlichen Theile von Südamerika entdeckt, fläche. Einige Reisende wollen Cinchonenund de Santistevan, Mutis, Lopez in einer Höhe von 46OO Metres entdeckt ha-Ruiz, Francisco Renquifo, Hippo- ben, allein sie haben dafür die Winter a undlit Fiuiz, Joseph Pavon, Tafalla, Ru- einige Species Weimnannia gehalten. Wirbin de Celis, Taddaeus Hänke, A. v. haben niemals eine wahre Cin chona überHumboldt und Bonpland sind die Vor- 2900 und unter 700 Metres über der Mee-züglichsten , welche defshalb in dankbarem resfläche angetroffen.Andenken behalten werden müssen. Die Cinchonen erstrecken sich von Potosi

Viele botanische Berichtigungen bei den und la Plata, unter dem 20 Grade südlicher

Cinchonen, sowie die bestimmtesten Nach- Breite gelegen, bis zum 11 Grade nördlicher

richten über ihre geographische Verbreitung, Breite, zu den beschneiten Bergen von St.

verdanken wir vorzüglich unserm berühmten Martha. Der ganze östliche Abhang der An-

v. H um boldt, und ich erlaube mir daher über den, südlich von Huanuco, bei den Berg-

die Letztere einiges auszugsweise mitzuthei- werten von Tipuani, in den Umgebungen

len, was er darüber in Voyage de Humboldt von Apollobamba und Yuracare'es, ist ein un-

et Bonpland Vol. I. Contenant un Essai sur unterbrochener Chinawald, und Hänke hat

la Geographie des plantes etc. Paris. 1807. ihn bis nahe bei Santa-Cruz-de-la-Sierra ver-

p. 61 etc. angeführt hat. folgt. Mehr nach Osten zu, scheint dieser

„Ueber der Region der Palmen und Pa- Baum jedoch nicht zu wachsen, denn man

nanengewächse liegt die Piegion der baumar- konnte ihn bis jetzt in den Gebirgen Brasi-

tigen Polipodien und der Cinchonen. Die liens nicht auffinden, obschon die Cordillie-

baumartigen Polipodien, welche ein gemä- ren von Chiquitos mit den Peruviani-

fsigtes Klima lieben, erstrecken sich selten sehen Anden in Verbindung zu stehen schei-

höher, als auf eine Zone von 400 bis 1600 nen. Von la Paz erstrecken sich die Cin-

Metres; die Cinchonen dagegen steigen bis chonen durch die Provinzen von Gualias

zu einer Höhe von 2900 Metres über der und Guamalies, bis nach Huancabam-

Meeresfläche empor. Diejenigen Cinchonen, ba und Loxa. Siesteigen östlich in die

welche die Kälte am wenigsten scheuen , sind Provinz JaendeBracamorros herab und

die Cincliona laneifolia und Cinchona cordi* bekränzen die nachbarlichen Hügel des Ama-