p
7"
96
CHINA ALBA etc.
CHINA ALBA, CORTEX CHINAE ALBUS,
weifse China, weifse Chinarinde.CINCHONA OVALIFOLIA? («).
Nach Hayne soll diese Rinde von der
Cinchona ovalifolia abstammen, einem Bau-me, welcher 700 —1400 Klaftern über derMeeresfläche in Südamerika bei St. Fe', St.Marta ü. s. w. wächst. Ehe man diefs in-dessen annimmt, möchte die Abstammungdieser Funde wohl einer nochmaligen Unter-suchung bedürfen, denn es drängen sichmir bei dieser Annahme einige Zweifel auf,nämlich :
Die China alba besitzt
1) nicht die entfernteste Aehnlichkeit mitandern von Cinchonen abstammenden Rin-den; und
2) als die Tafel mit der China alba schonin den Händen des Kupferstechers war, er-hielt ich von Sehimm elb tisch unter demNamen Cortex Corne einige brasilianischeRinden, die ich im nächsten Hefte abhan-deln werde, und die sich ihrer Structur
nach ganz wie China alba verhalten. DieseRinden kommen in den Provinzen B a h i a,Porto Seguro, Para, u. s. w. vor, undes wäre merkwürdig, wenn sich da die Cin-chona ovalifolia ebenfalls fände!
II.
Die vor mir liegende China alba (b) be-steht in flachen, 1| Zoll breiten und 2 — 3Linien dicken Rinden. Auf der Oberflächeist keine Epidermis mehr wahrzunehmen,sie ist eben, aber rauh, von rostgelbcr Farbeund hat einige schwarzbraune Stellen. DieInnenfläche zeigt der Länge nach Schwielen,ist aber dabei völlig glatt, glänzend undschön kastanienbraun. An einigen Rindenist sie jedoch weniger glänzend und mehrrostgelb, als braun. Der Querbruch istuneben, rauh und körnig; die Farbe dessel-ben läuft von der Aufsenfläche nach derInnenfläche zu aus dem Braungelben insHellgcl be. Der Längenbruch verhältsich gerade wie der Querbruch ; nur unter-
o) Haync Bd. VII. S. 42 und 45. v. Humboldt etBonpland plant, «quin. I. p. (>.>. t. 1!>.
6) Haync beschreibt dieselbe Rinde folgender Gestalt:„Es sind Stücke von einer bis zwei Linien dick, leichtzerbrechlich, migerollt, kaum etwas gebogen, übereinen bis fast anderthalb Zoll breit. Die Safere Flächeist von der eigentlichen Rindcnsnbstanz völlig entbleist,ziemlich eben, aber nicht glatt, sondern raub, fastchagrinartig, von f ast rostbrauner Farbe, die stellen-weise bald ins Ockergelbe, bald ins Sclmmlzigkasta-
nienbraune sich zieht. Die innere Fläche ist der Längenach kurz und dicht gestriemt, leuchtend kastanien-braun , bei einigen Stücke« in ein schmutziges Ocker-gelb übergehend. Der Bruch gleichsam körnig, rost-braun-ockergelb mit birkenweifsen Körnern, nach deröufsern Fläche hin mehr ins IJostbraunc fallend; imLängenbruche deutlich Schichten — vier bis sechs —zeigend. Der' Geschmack ziemlich bitter, wenig zu-sammenziehend. — Flüchtig betrachtet, hat sie einigeAehnlichkeit mit unserer Buchcnrindc."