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Sie scheint vom Stamme und von den di-ckem Aesten Sgenommen zu werden, dennsie kommt meistens in flachen, schwach ge-krümmten Stücken, seltener in Röhren vor.Die Rinden hesitzen zuweilen eine Länge von6 —15 Zoll, häufiger jedoch erhalten wir sie inkurzen 2—6 Zoll langen und £ bis 2 Zoll brei-ten Stücken. Die Rinde des Stammes ist 2 — 3Linien dick; die Rinde der Aeste jedoch häu-fig kaum eine halbe bis ganze Linie. Es giebtRinden, welche auf ihrer Oberfläche mit ei-nem dicken, schwammigen, weifsgelblicheft,oder lehmfarbigen Ueberzuge versehen sind,der sich bald mehr, bald weniger leicht ab-kratzen läfst (Ji), und unter welchem einegelbröthliche, glatte, zuweilen mit kleinenQuerrifschen versehene Rinde liegt. Bei an-dern Rinden ist die Bedeckung schwächer,sitzt fest auf der Rinde und sieht graulich-gelb und gelblichweifs aus, und ist schwachrunzlich. Bei noch andern, und zwar beijungen so gut wie bei alten Rinden, er-scheint das Oberhäutchen röthlichbraun, liegtlest auf, und ist mit kleinen Längs-, seite-uer auch mit Quer-Furchen durchzogen. Die-se äufsere Gestalt wird wahrscheinlich durchden feuchten, dumpfigen, oder luftigen Stand-ort der Bäume erzeugt.
Die innere Fläche erscheint gewöhnlichglatt, von fahlgelber und röthlichgelberFarbe ; sitzt noch etwas Splint daran, danngeht die Farbe mehr ins Gelbe über. Sie ist
ANGUSTURAE. 7
leicht zerbrechlich und erscheint auf demfrischen Bruche braunröthlich, glatt, harzigund schwach glänzend. Besonders glänzendist der mit einem scharfen Messer gemachteQuerdurchschnitt. Ihr Geruch ist dumpfigunangenehm. Ihr Geschmack angenehm bit-ter, etwas brennend und Speichel erregend.Das Pulver der Rinde besitzt eine gelbe demRhabarberpulver ähnliche Farbe. Das De-coct sieht helllichtbraun aus.
III.
Nach v. Humbold (i) treibt man mitder Rinde der Bonplandia zu Nueva Guay-ana, zuSaint-Thomas, zuCarony undauf der Insel Trinidat Handel.
Die meiste Angusturarinde wird von derInsel Trinidat nach Europa gesendet. Wirbekommen sie gewöhnlich durch den engli-schen Handel. In den Droguenhandlungenbezahlt man jetzt ein Pfund Angusturarindenmit 6 — 8 Groschen.
Man hat sich vorzusehen, sie nicht mitder äufserst giftigen sogenannten falschenAngustura (ä) vermengt zu erhalten, washäufig der Fall ist, und zuerst im Jahr 1S04in Hamburg bemerkt wurde.
IV.
Mit der chemischen Untersuchung derAngusturarinde beschäftigten sich viele Che-miker. Vauquelin und Blanche (/_) fan-den eine sehr bittere Substanz, jedoch wederGallussäure, noch Gerbestoff darin. Bran-
dicscr Rinde. Die beider, engl. Aerzte Ewer und Wil-liams, welche sich lange Zeit .auf der Jnscl Trinidntaufhielten, sendeten 1788 diese Iiinde mit Nachrichtenüber ihre Benutzung nach London.(h) Der Ueherzug ist Bindenkörpcr, und kein Substrat(tkallus) von Flechten oder Pilzen. Bei einigen Stel-len ist die Oberhaut geschwunden, daher das Paren-chym der Binde freier hervortritt. Auf diesem Ueberzu-ge treffen wir jedoch häufig folgende Kryptoganieu:
1) Ferrucaria thelcna Ach.; 2) Ferrucaria glauca Fei;3) Opcgrapha hespetica ß, disparata Ach. syn.; 4) Trg-pethelium Sprengelii Ach. Z.
(i) v. Humbold's und B o npl and' s plant, cquinox.Tom. II.
(k) M. g. die folgende Binde Cortcx Anguslurae spuriac.
(I) Dictionnaire des Drogues gimpl. etc. p. Chevallier etRichard. Paris 1827.