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2 (1879) Lob - Zuneigung
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Vaterlandsliebe.

Vergnügungen.

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»> sie anzuwenden hat. Was den Erfolg der letzteren angeht, so bleibt es freilich11 ki dem Worte:

I I Doch werdet ihr nie Herz zu Herzen schaffen,

W Wenn es euch nicht von Herzen geht.

W Wie überall, wo es gilt, auf die Gesinnung zu wirken, so wird auch hier mit

W Mm Maßregeln nichts ausgerichtet, wenn nicht der rechte Mann dahinter steht.D zllich muß die Schule darauf rechnen, daß ihr Sinn und Lutte des Hauses, daß ihrdie Regierung des Staates und die Verwaltung des kirchlichen Lebens zu Hülfe kommt.Km treffliche Gelegenheit zu lebendigem Zusammenwirken aller dieser Factoreu bieten»patriotische Feste, bei welchen der Jugend thätige Mitwirkung cingeräumt wird,W der von den Männern bethätigten vaterländischen Gesinnung die des Heranwachsenden« Geschlechtes sich entzündet, und jene auf dieses als auf die zur weitern Erfüllung der^ Aufgabe des Volkes Berufenen hoffend herabschen. Nachdem unsere Octoberfeuer ver-I laschen sind, war es wohl gcthan, den 2. September zu einem allgemeinen deutschen

II IM- und Jugendfeste zu weihen (vgl. C. Pilz, die vaterländischen Feste, ein Mittelü zur Wege der Vaterlandsliebe. Cornelia. XV. Leipzig und Heidelberg 1871, S. 10 ff.).I» Ze mehr auf solche Weise Haus und Schule, Kirche und Staat zur Bethätigung und

Prderung der Vaterlandsliebe Zusammenwirken, desto mehr wird ihre Pflege undI Äußerung vor tendenziöser Einseitigkeit und Absonderlichkeit bewahrt bleiben.

II Zur Literatur ist noch zu vergleichen: B. Brückner, l)s rot ollri8tiang.s»I» carit-ats xntrins neesssituäins commontutio. Inpsins. 1859, das Beste überD» das Verhältnis des Christenthums zur Vaterlandsliebe. Ferner: G. Baur, Das*s Kutsche Volk und das Evangelium. Leipzig 1871. C. Kock, lieber nationale Er-I zichung. Anclam 1855. K. A. Schmid, Aus Schule und Zeit, Gotha 1875.II! - Pjl^ Pix Erziehung unserer Jugend znr Vaterlandsliebe. Cornelia. XIV. 1870,I S. 5 ff. In das System der Pädagogik ist die Lehre von der Erziehung zur1 Nationalität ausgenommen in G. Baurs Grundzügen der Erziehungslehre, 3. Ausl.Mißen 1877.

Vergnügungen. Halten wir diesen Begriff zunächst mit dem der Erholung(s. den Art.) zusammen, so ist die letztere, mehr negativer Natur, nur dazu bestimmt,die durch die Arbeit aufgezehrten Kräfte wieder herzustellen. Die Vergnügung dagegenlm und soll zwar einerseits zu gleichem Zweck dienen; andererseits aber hat sie nocheine positive Bedeutung, nämlich dem Menschen seinen Antheil am Lebensgenuß zu ge-währen. Insofern ist sie gewißermaßen Selbstzweck und greift weiter als die bloßeErholung. Daraus folgt aber sogleich, daß sie seltener eintreten muß, als die Er-holung; würde das Vergnügen in gleichem Maß wie die Erholung mit der Arbeit«bivechseln, so würde cs binnen Kurzem nicht nur zum Bedürfnis, sondern vermögeseiner erregenden Natur würde dasselbe, statt zur Arbeit desto tauglicher zu machen,vielmehr eine erschlaffende, lähmende Wirkung ausüben, cs würde Sinne und Ge-danken in Beschlag nehmen. Denn die Vergnügung ist, wie wir jetzt weiter zu sagenhoben, nicht bloß Lebensgenuß, sondern gesteigerter Lebensgenuß; sie ist etwas extraansgesonnenes, besonders bewerkstelligtes; ja sie wird eben darum oft selber zur Arbeit,mu möchte lieber sagen, zum Zerrbild der Arbeit. Giebt es doch sogar Berufsarten,du ihren Vertretern gerade das zum Gegenstände der Arbeit machen, andern LeutenVergnügen zu bereiten; traurige Exempel davon sind Hofnarren, Bajaderen, Ballet-»»d Seiltänzer. Und doch wäre mit alledem noch kein Verwerfungsurtheil in Bausch»»d Bogen über alles, was Vergnügen heißt, zu rechtfertigen; sonst müßte am Ende) der Dichter, der Maler, der Musiker von Beruf, unter jenes Urtheil fallen.Emde die zuletzt erwähnten Beispiele führen uns auf den Punct, wo sich herausstellt,Ms was es bei der sittlichen, also noch mehr bei der pädagogischen Taxation der Ver-, Saugung ^'ster Linie ankommt: nämlich auf den Gegenstand, in dessen Genuß das- Vergnügen gesucht wird. Fragen wir, welcherlei Gegenstände es sind, in denen derEsch seine Vergnügung suchen kann, so wird sich uns in dem Mannigfaltigen einGemeinsames zeigen. Die Vergnügung kann bestehen in sinnlichem Genuß wobeihier selbstverständlich nur an Essen und Trinken zu denken haben, oder inGeselligkeit, in Naturgenuß, in Kunstgenuß, endlich auch in rein geistigen Genüssen.P»d»g. Handbuch. II. 70