1104
Vaterlandsliebe.
die Heldenkraft, die Bürgertugend, der Kunstsinn der Vorzeit geschaffen, damit MGunsten einer Oberflächlichkeit, welcher nur das Neueste immer auch das Beste IDund eines Kosmopolitismus der Selbstsucht der Sinn für Wesen und Berus d!«eigenen Landes und Volkes und jener ideale Zug unserem Volke verloren aebe'welcher aus dem Bewußtsein entspringt, daß der Mensch nicht vom Brote allein lebt»
Wo die nächste Heimat solche Denkmäler von der Größe der Vorzeit auszuweisc»hat, da versäume der Lehrer nicht, auf sie aufmerksam zu machen und sie zu deuteis-unter günstigen Umständen kann eine Wallfahrt nach ihnen einen Hauptgewinn der ^pädagogischen Fußreisen einbringen, welche auch sonst zur Belehrung in der5)eiE -künde und zur Belebung der Heimatslicbe zu vcrwerthen sind. Auch unsere Turneidürfen nicht aufhören zu singen — und nicht bloß zu singen —: „Und uns Me !
wohlbekannt wird das deutsche Vaterland." Und wenn die langhaarige Turners s
einer früheren Zeit sich mehr als billig in nebelhaften patriotischen Träumen^aewik-I !
hat, so dürfte heutzutage die Warnung wohl angebracht sein, daß das Turnen niK !
bloß aus Gesundheitsrücksichten empfohlen und gepflegt werde, sondern so, daß es da'» i
dient, die deutsche Jugend und das deutsche Volk allezeit fest und treu auf der WM !zu erhalten. Schließlich sei nur noch darauf aufmerksam gemacht, wie auch der deutsche»Vaterlandskunde die deutsche Dichtkunst auf jedem Schritt zur belebenden Begleiterin '
dient. Nächst Schenkendorfs herrlichen: Lied von den deutschen Städten ist hier E s
sonders der schwäbischen Dichter, Hölderlins, Kerners, Uhlands , Schwabs, in Ehrmft"—zn-gedenkcn (vgl. G. Weber a. a. O. S. 14—24: „Der Geographieuntmicht")^
-.Wir haben von der Geographie Deutschlands nicht reden können, ohne zugleich!
auf die Geschichte des deutschen Volkes Beziehung zu nehmen. Wie förderlich Mrganz besonders der Geschichtsunterricht zur Erweckung vaterländischer Gesinnung,-/ Iinsbesondere durch mahnende und warnende Exempcl, die er vorführt, benutzt werdeAkann, das leuchtet ohne weiteres ein. Die Hauptgesichtspuncte, welche dabei festziHhalten sind, hat für höhere Schulen Piderit, lieber die Pflege deutscher vaterländisch^Gesinnung auf unfern Gymnasien in: Beweis des Glaubens. III. Gütersloh IMS. 514 namhaft gemacht. Auch in der Volksschule wird sich im Anschlüsse an dasLesebuch Gelegenheit finden, die Schüler mit den bedeutendsten Ereignissen, Mämmiljund Thaten der vaterländischen Geschichte bekannt zu machen, und wenn wir desLebens der alten Deutschen, wie es namentlich von Tacitus geschildert wird, und ihrerKämpfe mit den Römern gedenken, der Verbreitung des Christenthums unter den ger-manischen Völkern, des Reiches Karls des Großen, der Größe des Mittelalters, wiesie in der Doppelmacht des Kaisers und des Papstes, dem Ritterthum, der deutsche»Kunst, dem Bürgerthum und Städtewesen hervortritt, dann des Verfalls der Kirchejdes Jahrhunderts der Erfindungen und Entdeckungen, der Reformation und ihrer ^Helden, des dreißigjährigen Krieges, der traurigen Abhängigkeit Deutschlands vomAnslande, des allmählichen, aber stetigen Heranwachsens Preußens zu DeutschlandsVormacht, der geistigen Erhebung durch unsere großen Dichter und Weisen, und dernationalen Erhebung in den Befreiungskriegen, sowie des letzten Krieges mit Frank- ,reich: so wird damit im wesentlichen dasjenige bezeichnet sein, was auch den Zöglinge»der Volksschule nicht unbekannt bleiben darf, wenn sie als Deutsche sich fühlen sollen,und was auch theils in öffentlichen Denkmälern, theils in seinen bis heute fortdauernde»; ^Nachwirkungen seinen lebendigen Anknüpfungspunct findet. Lebensbeschreibungen deutscherHelden im Krieg und Frieden sind von besonderer anregender Kraft, und deutscheDichtungen aus den verschiedenen Zeiten der deutschen Geschichte und über dieselbe»helfen dem Schüler das Charakteristische der verschiedenen Perioden erfassen und fesi-halten. Unter den Gedichten, welche unmittelbar zur Erregung patriotischer Gesinnungdienen, reihen sich denjenigen der Sänger aus der Zeit der Befreiungskriege aus^neuester Zeit vor allem die von E. Geibel würdig an (vgl. G. Weber a. a. O. VS. 25—35: „die Geschichte in der deutschen Schule"). -ft"'Jin Anschlüsse hieran sei, :nur noch bemerkt, daß auch der Gesangsunterricht durch Einübung patriotischer ,Gesänge seinen nicht unwichtigen Beitrag zur Pflege der Vaterlandsliebe wird ;>r"leisten haben. ."U
So viel über Recht und Pflicht der Erziehung zur Vaterlandsliebe, über dieGrundsätze, von welchen sie auszugehen, die Ziele, welche sie zu verfolgen, die Mittel,