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Vergnügungen.
Was. ist von dem allein das Gemeinsame? Offenbar ein Zufluß von Leben eme>Assimilirung von Substanzen oder Aufnahme von Eindrücken, die das LebensaesWsteigern, damit also auch die Stimmung erhöhen. Hier zeigt sich uns noch bestinuiMder positive Charakter der Vergnügung im Gegensätze zum negativen der ErholungLetztere thut uns wohl, weil wir eine Weile losgebundcn sind von den Mühe» de«Erde; erstere aber bietet uns solches zum Genüsse dar, was die Erde dem Mensche,»gerade lieb machen kann. Das ist der Grund, warum die christliche Ascetik in ihn«strengsten Formen alle irdische Vergnügung verwirft. Dem stellen wir vorerst de<Spruch (1 Tim. 4, 4) gegenüber: daß alle Creatur Gottes gut und nichts verwerflich»ist, was mit Danksagung genossen wird. Es liegt aber darin allerdings auch desdeutliche Wink, daß es nicht bloß auf das Was ankommt, sondern auch auf das 1 ^und Wieviel; hievon weiter unten.
Also Essen und Trinken wäre das erste und nächste Object der Vergnügung, umwahrlich, gerade für die Kinderwelt nicht das schlechteste. Aber freilich, wo mau MTage „herrlich und in Freuden" lebt, da ists mit der Vergnügung bald zu EndelVon großen Gastmählern sind Kinder ferne zu halten; an der Schwester Hvchzeitmab»darf der kleine Bruder freilich theilnehmen, und das von Rechtswegen, aber dMEltcrnauge wird darob wachen, daß auch solch ein seltenes Vorkommnis nicht übel Mläuft. Wir wollen es einem Kinde nicht verdenken, wenn es sich freut über ein Leib»gericht, einen Geburtstagskuchen, über eine Einladung, die ihm gute Sachen in Aussichtstellt; es hat noch das Recht, ein sinnlicheres Wesen zu sein, als wir Alten; abe»wenn wir selbst keinen Werth auf Leckereien legen, so werden auch unsere Kinder kein»Schmarotzer werden. Dabei ist allerdings nicht zu verschweigen, daß erfahrungsgemäßdiejenigen Kinder, die zu Hause allzu karg gehalten wurden, dann gerade diel"werden.
Was die Geselligkeit betrifft, so kann sie zur Vergnügung werden schon einfachdurch sich selbst; sodann aber auch durch solche Unterhaltungen, die, wie Tanz und Spielseben nur durch Geselligkeit möglich sind. Hierüber verweisen wir auf die Artikel Ge«selligkeitstrieb, Spiel, Tanzen, Wirthshausbesuch und citiren folgende Acußerungen Karl»von Räumers (Gesch. d. Päd. III. 2. S. 196): „Wenn der Sinn für das Höhereifür Genüsse, die wahrhaft den Geist stärken und erquicken, Auge und Ohr erfreu'»-1von früh auf erschlossen ist, so wird die Lust zu dem gewöhnlichen leeren Zeitvertreibnicht leicht erwachen. Kommt der Gedanke noch dazu, daß jede eitel hingebrachte ZeitIkein Gewinn, so leicht aber ein Schaden für die Seele sein kann, so wird ohne Zwangsund ohne Uebcrredung alles aufgegeben werden, was die reine Stimmung des Gemüthqstören kann. Aber als Sünde dürfen jene sogenannten Vergnügungen nicht hingestMwerden; man darf sich nicht ein Verdienst daraus machen, wenn man manche Dinge »ich»mit genießt, und andere Menschen deshalb verurtheilen. Geistlicher Hochmuth ist weit!seelenverderblicher, als Eitelkeit oder Hang zu Vergnügungen." Wir fügen hinzu, baß!es oft das beste Mittel ist, von letzterem ein Kind zu heilen, wenn man ihm ein- ode^einigemale ein ersehntes Vergnügen jener Art, selbstverständlich unter anständigen, ehreu-Iwerthen Leuten, gestattet. Nur wenn das Mittel sehlschlüge und aus dem Genuß ein^Leidenschaft zu werden drohte; — dann ists hohe Zeit, schonungslos Nein zu sagen,Vergnügungssucht ist ein Laster, das auch die Zukunft schwer bedroht. l t
Ein Vergnügen, das in Naturgenuß bestehen soll, wird natürlich nicht genossen,^indem man sich ins Gras legt und schläft oder phantasirt, sondern durchs WanderModer Reisen. Vgl. d. Art. Natursinn. Wir setzen unter dieselbe Rubrik auch noch;!ein jugendliches Hauptvergnügen, das dem Knaben weit über die schönste Landschaft!geht: eine Menagerie oder noch besser ein Thiergarten!
Was die Kunst betrifft, so kann kein Zweifel sein: wer in ihr seine liebsten VeMgnügungen sucht, der zeigt damit den besten Geschmack, der weiß eigentlich erst, was.tVergnügen ist. Können wir mit Fug sagen: das Naturschöne habe Gott nach go«dlicher Phantasie zu seinem eigenen Vergnügen (1 Mos. 1, 31) geschaffen und derMensch dürfe und solle diese Gottesfreude Mitempfinden (Ps. 104): so hat die Kunftwenn gleich des Menschen Producte neben Gottes Werken sich klein ausnehmen, dochwieder das voraus, daß der Mensch nicht bloß schauend, sondern selbstthätig sich ver-hält, daß er sein eigenstes in ihr zum Ausdruck bringt. Ebendarum ist aber aller-