Tabakrauchcn.
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Luspcnsiün, s. Disciplinarverfahren.Zyiiipatlietischcs Gefühl, s. Mitgefühl.Lhnthctisch, s. Methode.
Tabnkrauchcn. Der Zweck dieses Artikels ist, gegen das Rauchen der un-mutigen Jugend ein nachdrückliches Wort zu sprechen, und wir hoffen, in dieserRichtung auch die Zustimmung der Rancher zu finden. Das Urtheil über das Rauchenlcr Erwachsenen lassen wir offen. Die entscheidendste Frage wäre hier die, ob derziauchcr mit voller oder auch nur überwiegender Nothwendigkeit ein moralisch Ge-kutencr ist. Gegen die Bejahung derselben erheben die einen energischen Protest, undin, Blick auf die vielen sittlich ehrcnwerthcn Männer, die jeder von uns unter den ihmlckiinten Rauchern weiß, und die nicht seltenen Beispiele von hervorragenden, inmimn Kreisen wegen ihrer sittlichen Lauterkeit und Frömmigkeit hochgeachtetenMännern, die dem gewohnheitsmäßigen Rauchen ergeben waren und sind, mag auch«»Nicht-Raucher Bedenken tragen, jenes Ja auszusprechen. Die andern geben inBezug auf sich selbst zu, daß sie das Rauchen nicht lassen könnten, und viele habenMs diesem Grunde den eigenen Söhnen gerathen, hierin nicht in ihre Fußstapfen zuIicleii. Den Streit also, ob das Rauchen unter die näinpliorn gehört, oder nicht,«rden wir hier nicht entscheiden.
Bemerkeuswerth für unfern Zweck ist der Umstand, daß die vorherrschende FormAs Tabaksgcnusses, das Rauchen desselben, gewöhnlich in der Jugend seinenAnfang nimmt. Daß ältere Personen erst dasselbe anfiengen, ist im ganzen selten.Tie Raucherstatistik weist das 18. Lebensjahr als dasjenige nach, in welchemdurchschnittlich das Tabakrauchcn begonnen wird. Die Gefahr, in praktische Bekannt-schaft mit dieser Sitte zu gerathen, erstreckt sich demnach auch in das angehende Jüng-lings-, ja Knabenalter, umfaßt somit ein gut Theil der Jugend, wie sie unseren höherenSchulen anvertraut ist, ohne darum die niedere, ja die Volksschule ganz unberührt zulassen. Die Gefahr, sagen wir, und bezeichnen damit sogleich von vornherein unserenLtaiidpuuct zur Sache. Gefahr besteht einem drohenden Uebel, einem zu besorgen-den Schaden gegenüber. Wir erklären aber sogleich zum Anfang, daß wir das Tabak-Mchen im ganzen als ein Uebel für unser Volk ansehen und zwar als ein nicht sozar unbedeutendes. Von dieser Anschauung aus wird dann auch die pädagogische Seiteder Sache in das rechte Licht treten. Dagegen liegt uns ob, zu zeigen, wie dasrabakrauchen 1) ein Schaden sei für unsere Jugend, und dann 2) wiediesem Schaden zu steuern sein möchte. (Ausführlich findet sich der Gegen-stand behandelt in dem Schriftchen: „Die Rauch hexe, alten und jungen Gliederndes Raucherordens, sonderlich rauchenden Vätern, Lehrern und Geistlichen zur genauerenBetrachtung vorgeführt von I. V. Strebet. 2. Ausl. Stuttg. Metzler. 1869.")
,, Was den ersten Punct betrifft, so tritt bei jungen Rauchern vor allem der Nach-teil für die leibliche Gesundheit hervor. Darin sind Physiologen und Aerzteche Ausnahme einverstanden, daß das Tabakrauchen für das Knaben- und frühereJünglingsalter entschieden schädlich sei. Die Thätigkcit des Nervensystems wirddadurch herabgestimmt und geschwächt. Die gesunde, kräftige Entwicklung des jungenums wird durch die vergiftende Wirkung des Nicotin beeinträchtigt, vr. Tiedemannlagt hierüber: „Tabakrauchendc Knaben sind bleich, mager, in allen KörperbewegungenMos, sehr reizbar und nervenschwach und welken schnell dahin." Auch Tissot,Mut, Belstt u. a. sind damit einverstanden. Selbst die meisten erwachsenen Raucher.men ^ dieses Urtheil ein und haben noch manches erbauliche Wort der Warnungstr die unerwachscncn, ja sie können sich sogar oft im Zorn gegen die vorwitzigen"">zen ihres Ordens ereifern.
i.. der Rauchgenuß bringt jungen Leuten auch sittliche Gefahren. FreilichI das Rauchen des Knaben selbst schon ein Zeichen, daß es mit dessen Sinn und