Luther.
Miidchenerzichung.
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das ursprünglich ein Kinderlicd ist. Den Höhcpunct des Familicnglückes im L.'schenHause, wie es sich am Weihnachtsabend um den Christbaum darstcllte, hat der MalerSchwerdgeburth in einem viel verbreiteten überaus anziehenden Bilde zur Anschauunggekrackt. Die Briefe, die L. von verschiedenen Reisen an seine „liebe Käthe" schrieb,bekunden die herzlichste eheliche Liebe und Treue. Aber alle Tiefe seines gotterfülltenGemüthcs offenbarte er bei dem Tode seiner geliebten Kinder Elisabeth (fl 1528) undMagdalene (fl 1543) ebenso in seiner Trauer, wie in dem Tröste, mit dem er sich und dieSeinen aufrichtete. — In dem Hausgottesdienste, den L. so eindringlich empfahl,gieng er mit bem eigenen Beispiele voran. Noch sind die Briefe vorhanden, die dasinnige Vertrauen bezeugen, durch das er mit den Lehrern verbunden war, denen erans der von ihm beMders hochgehaltenen Schule zu Torgau seinen Sohn Johannesanvcrtraut hatte. Aber so mild und lieb L. gegen seine Kinder war und so schweres ihn ankam, sie strenge zu strafen, so schonte er doch auch der Ruthen nicht, sooft es nothig war, auch hiebei wie in seinem ganzen Hausstaude eingedenk, daß einBischof ein Mann sein soll, der seinem Hause wohl vorstehe.
Literatur: Gedike, L.'s Pädagogik oder Gedanken über Erziehung undSchulwesen aus L.'S Schriften gesammelt. Berlin 1792. Frobösc, vr. MartinL.'s ernste kräftige Worte an Eltern und Erzieher. Göttingen 1822. Beste, L.'sKinderzucht in Lehren und Lebensbildern dargestellt. Braunschweig 1846. Brüst-lein, L.'s Einfluß auf das Volksschulwesen und den Religionsunterricht. Jena1852. Schiller, vr. M. L. über christliche Kinderzucht. 2. Ausg. Frankfurt-a. M. 1854.
M.
Mädchenerziehung. Der Ausgangspunct für die pädagogische Erörterung derMädchenerziehung ist nothweudig in der Frage zu nehmen, worin die Eigenthüm-lichkeit des weiblichen Lebens im Gegensatz zum männlichen bestehe. Da derBeantwortung dieser Frage der Artikel „Geschlechter" gewidmet war, so muß dessenInhalt, um Wiederholungen zu vermeiden, an diesem Orte durchaus vorausgesetztwerden. Der gegenwärtige Artikel, der das Ganze der Mädchenerziehung, vom Stand-puncte des Hauses betrachtet, zu seinem Gegenstände hat, kann sich zu dem dortGegebenen nur verhalten, wie die ausgeführte Zeichnung zu dem Umriß.
Der Unterschied der Geschlechter ist zunächst ein psychologisches Problem, welches,wie alle Urgcgensätze des Lebens, niemals ganz gelöst werden wird. Mit Recht nenntdarum Carus (Psyche S. 256) das Verhältnis der Geschlechter zu einander einirrationales und weist darauf hin, wie eben dadurch jedes Geschlecht dem andernein Geheimnis, ein Jncommensurables bleibt, welches nur durch ein anderes Jncom-mensurables, durch das Geheimnis der Liebe, zum vollen Verständnis gebrachtwerden kann.
Hierin liegt aber schon die Andeutung, daß auch die wissenschaftlichen Bestimmungender Geschlcchtsdiffercnz nicht bloß der Psychologie entnommen werden können, sonderndaß es die Ethik ist, welche diesen Unterschied in seiner geistigen Bedeutung zu ent-wickeln hat. „Die Individuen sind für einander nicht bloß Exemplare verschiedenenGeschlechts, sondern Personen mit geistiger Eigenthümlichkcit, die einander als solcheanerkennen, und die in ihrer gegenseitigen Beziehung ihres persönlichen Werthes gewißsind." (v. Schalter: Das Seelenleben des Menschen, 1860. L>. 192.) Diese Er-kenntnis der gleichen persönlichen Berechtigung beider Geschlechter, mit welcherdie volle sittliche Gestalt der Ehe erst gegeben ist, ist aber durchaus ein integrirenderTheil der heilsamen Wahrheit, welche der Welt in Jesu Christo aufgegangeu ist. Daßerst das Christenthum das weibliche Geschlecht auf eine höhere Stufe des geistigenund sittlichen Lebens erhoben hat, ist in neuerer Zeit lebendiger als jemals erkanntworden. In der That: hier wo die Töchter mit den Söhnen weissagen, wo keinMann und kein Weib mehr ist, wo alle Unterschiede der Natur vor der allgemein
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