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Nrthcilskraft.
Vaterlandsliebe.
Ausdruck des Aufgcfaßten von Nutzen sein können. Aber freilich ist hiermit nicht Mgethan. Wie vieles in dieser Art verkehrte hat man nicht in allen Wissenschaft^ »„!zähligemal ausgesprochen und wieder ausgesprochen! Nur eine früh begründete GaWohnung zur richtigen und sorgsamen Unterscheidung der thatsächlichen Verhältnis«kann jene Schärfe und Sicherheit des Denkens verschaffen, welche die Grundlaqe allAufklärung und Vorurtheilsfrciheit ausmacht. '
V.
Batcrlandsliebe. Zur Grundlegung für unsere weitere Betrachtung ist cz>vorab nöthig, daß über Ursprung und Begriff der Vaterlandsliebe eine BerHständignng herbeigeführt werde. Das Darmstädtcr Gesangbuch von 1819 hat^j»?
2. Verse des 546. Liedes eine ehedem weit verbreitete Ansicht über Ursprung un»Wesen der Vaterlandsliebe mit unübertrefflicher Classicität ausgesprochen in den WorteinDrum will ich stets erkenntlich sein,
Durch nützliche GeschäfteMich der gemeinen Wohlfahrt weihn,
Will Zeit, Beruf und KräfteDem Vaterlande, das mich schütztUnd mir und meinen Brüdern nützt,
Mit treuem Eifer widmen.
Diese Art von Vaterlandsliebe hat ihren Ursprung in der ordinärsten Selbstsicht^und ihr Preis, der sich in ein evangelisches deutsches Gesangbuch verirrt hat, ist inyGrunde nur eine Paraphrase des bekannten Ausspruchs, welchen uns Cicero (Insc. V, Zf)aufbewahrt hat: Untriu ost, ndieumcink ost bsna. Kaum minder unberechtigt alÄdiese gemein utilitaristische Erklärung der Vaterlandsliebe ist deren Herleitung »uleinem abstracten Moralismus, welcher dieselbe außer aller Beziehung setzt zu dem Lllheiligen und theuren Lande der Väter. Auch dieser Patriotismus des kategorischer U»Pflichtgebotes, welcher seinen höchsten Triumph feiern würde, wenn er in dem Fellwäre, gegen einen schlechten Staat seine Pflichten mit Abscheu erfüllen zu könne»hat mit der in den Tiefen des Herzens wurzelnden und treibenden geheimnisvollerund heiligen Kraft der Liebe nichts zu thun. Im Gegensatz zu diesen Auffaffungereines ebenso oberflächlichen als nüchternen Rationalismus, welcher mit seinen Reflexionen über äußerliche Vortheile und äußerliche Leistungen nicht hinauskommtund welcher seiner Zeit das Seinige dazu beigetragen hat, unser Volk um die wahrVaterlandsliebe zu betrügen, führt uns Heinrich von Kleist in seinem KatechismiNder Deutschen (in der Hempelschen Gesammtausgabe von H. v. Kleists Werken, Berlüo. I., V, S. 77 sf.) auf den wahren Ursprung und Begriff der Vaterlandsliebe zu>rück. Da wird im 2. Capitel über die Liebe zum Vaterlande folgendermaßen katcgchisirt: „Frage: Du liebst dein Vaterland, nicht wahr, mein Sohn? Antwort: Mmein Vater, das thu' ich. Fr.: Warum liebst du es? Antw.: Weil es mei»Vaterland i st." Diese Katechisation führt mit Recht darauf hin, daß wir unser Vaiechland lieben, weil wir mit ihm in einer vor jeder egoistischen oder moralischen Reflexiv»längst vorhandenen, tief realen Verbindung stehen. Wir lieben es eben, wie wir VateIund Mutter, ohne Rücksicht auf den Nutzen, den wir ihnen verdanken, und auf diesPflichten, die wir ihnen schulden, schon darum lieben, weil sie eben unsere ÄteiHsind. Und wie die Elternliebe, so ruht auch die normale, gesunde und kernhafte VateAlandsliebe selbst in ihrer idealsten ethischen Vollendung stets auf einer realen NawAbasis. Zunächst handelt es sich darum, den Inhalt, welchen das Bekenntnis: „JAliebe mein Vaterland, weil es mein Vaterland ist," einschließt, in seine Hauptmomentßzu zerlegen. ^ ,
Vor allen Dingen gilt die gesunde Vaterlandsliebe in der That dem Vaterlandim eigentlichsten Sinne, dem Boden des Landes, in welchem unser Vater semÄWohnsitz hat, in welchem wir die für das ganze Leben bedeutungsvollen Jahre uitzeregsKindheit verlebt, aus welchem wir unsere leibliche und geistige Lebensnahrung gelogen-
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