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2 (1879) Lob - Zuneigung
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Umgang.

n.

Umgang. (Vergl. d. Art. Geselligkeitstrieb und die pädagogische Schrift r»Barrhüber den Umgang", Leipzig 1870.) Umgang ist der Verkehr mit Miist»und zwar derjenige, welcher nicht bloß vorübergehend angeknüpft wird, sonder» »dauerndes Wechselverhältnis ist, welcher ferner auch nicht officiell bedingt ist und niin officieller Form sich vollzieht; sowie endlich auch die fleißigste Correspondenz »jdas ist, was wir Umgang nennen. Das ist vielmehr diejenige Ausübung der Emeinschaft mit Menschen, die Aug' in Auge vollzogen wird, die aus der Auziehu»»kraft beruht, durch welche Person auf Person wirkt und welcher man mit voller Keheit sich hingiebt; der Mensch sucht den Menschen und dieses Suchen hat keinen anderZweck, als daß man einander fleißig sehe und höre, daß es immer wieder zur Erfahr»»werde, man sei für einander da, daß man sich mittheile, was irgend das Herz bewegalle Erlebnisse gemeinsam trage oder genieße, und dadurch das Einzelleben vervielfältiges unendlich bereichere. Das alles ist ein dem Menschen wesentliches Bedürfnis; e»pfindet er es nicht, so ist das eine sittliche Abnormität; empfindet er cs aber und ka»es nicht befriedigen, so wird ihm das zum geistigen Nachtheil. Im Unterschied reder ehelichen Gemeinschaft, die zwar auch auf persönlicher Anziehung, auf freier Waberuht, aber vom Moment ihres Vollzugs an zugleich ein Rechtsverhältnis wird, (wahrt der Umgang seine absolute Freiheit, namentlich auch sofern der Geschlechtsunteschied weder ein Motiv für Anknüpfung des Uingangs, noch ein Hindernis deSsell»ist, und sofern andererseits ein Umgang sowohl durch äußere Ursachen (wie räumlich?Entfernung), als durch innere Gründe (wie allmähliche Warnehmung unvereinbar'Ansichten und Tendenzen) ein Ende nehmen kann, ohne daß das Abbrechen deSselbeSünde wäre. Daß man aus der Wahl des Umgangs auf den Menschen selber schlichekann, ist eine alte Wahrheit, nur nicht in dem Sinn, als wäre der Umgang desmit L ein Beweis der Gleichheit des. und L; gerade die Gleichheit macht oft der.Umgang unmöglich, während die Ungleichheit ihm seinen Reiz und Werth gäbt; eskann und will sich der eine durch den andern ergänzen, nur der sittliche Grundcharaktmuß in beiden entsprechend sein.

Wie stellt sich nun hiezu die Pädagogik? Daß das Kind nicht isolirt lebedürfe, ist freilich selbstverständlich; es muß ja den innern Lebensgehalt erst gewimmin sich selbst hat es noch keinen. Aber damit ist es doch zu allererst an Vater»»,..Mutter gewiesen, und der Umgang mit seinesgleichen scheint höchstens zur Abwechskmgut zu sein und zugleich das Kind an die nothwendige Selbstbeschränkung zu gewöhneaber diese beiden Vortheile werden nicht von allen für wichtig gehalten. So giebt esin der That hin und wieder Eltern, namentlich Mütter, die, freilich von nicht duraus lauteren Motiven geleitet, ihre Kinder immer nur bei sich haben wollen und jedweiteren Umgang fern halten. Dem Kinde selbst geschieht damit ein schlechter Die»>wenn die Augen der Eltern sich schließen oder der Lebensberuf es denselben entfübso steht es befangen, unbehülflich, mistrauisch, oder auch jeder Täuschung ausgeschtmder Welt. Etwas ganz andres ist es, wenn dasselbe in den reiferen Jahren mit daNEltern in einen Verkehr kommt, der mehr und mehr den Charakter der Freundst»annimmt, ohne doch das ursprüngliche und unverletzliche Kindesverhältnis aufzuhckeEin solcher Umgang, da die Alten den Jungen nicht bloß geben, sondern auch sto»reichlich von ihnen nehmen, gehört zu den schönsten und edelsten Erlebnissen in daFamilie. Den nächsten Umgangskreis bilden sofort die Geschwister. Was ist besserund erwünschter, als wenn der Bruder keinen liebern Umgang kennt, als mit Brndund Schwester? Wie manches Herzensanliegen verhüllt sich auch vor den Eltern, t».nur Geschwister vollkommen verstehen und theilen können! Aber darum den llmgahierauf beschränken zu wollen, wäre falsch. Einerseits macht die Gleichartigkeit desLebens der Geschwister eine Erweiterung dieses engen Kreises zum Bedürfnis; andereseits lehrt nur der Umgang mit Kindern aus andern Familien die Beobachtung gwißer Rücksichren, die den Geschwistern gegenüber psr kss aut nsku8 wegfallen.Ehe wir in diesen weitern Kreis übertreten, ist zwischenein zu erwähnen, daß h>» >