Mundart.
Musik.
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daß alle, Hohe und Niedere, Gelehrte und Ungelehrte Hochdeutsch verstehen undwissen sollen.
Von Literatur ist außer den Werken von Jakob Grimm, Pfeiffer, Schleicheranznführen Albert Schott, Ueber Nationalität und Sprache; in der deutschenVicrtcljahrschrift 1842, 2. Band. — Günther, Das Schulwesen im protestantischenStaate. Elberfeld 1852. — K. E. P. Wackernagel, Deutsches Lesebuch. 4 Thle.Stuttgart 1843. — Für praktische Zwecke ist unter andern zu nennen: Gutbier, A.,Deutsches Sprachbuch als Grundlage des vergleichenden Sprachunterrichts, enthaltendLcsestücke in hochdeutscher Sprache und in den deutschen Mundarten. Augsburg 1833.Burgwardt, Grundlagen und Ausgaben zur Hebung im Hochdeutschen für dieniederdeutsche Jugend. 2 Thle. Leipzig 1859—60, und desselben Morgcnstimmeneines naturgemäßen und volksthümlichen Sprach- und Schulunterrichts in nieder-deutschen Volksschulen. Leipzig 1857. — Das Verhältnis der neuhochdeutschen Schrift-sprache zu den landschaftlichen Mundarten betreffend vgl. man Kob erst ein, Grundrißder Geschichte der deutschen Nationallitcratur 1845. 1. S. 307 f. W. Wacker-nagel, Geschichte der deutschen Literatur. S. 128. — Eine reiche Fundgrube vonProben enthält Firmenich, I. M., Gcrmaniens Völkerstimmcn. Sammlung derdeutschen Mundarten in Dichtungen, Sagen, Märchen, Volksrcdcn rc. Berlin 1846 ff.— lieber die Aussprache des Schriftdcutschen in verschiedenen Theilen unseres Vater-landes lese man nach Moritz Rapp's Physiologie der Sprache. 4. Band. Stutt-gart 1841.
Musik. Nach den vorausgeschicktcn Artikeln über Clavicrspiel, Gesang undInstrumentalmusik bleibt uns nur noch die Aufgabe übrig, die Stellung der musika-lischen Bildung zur Gesammtbildung zu entwickeln, und sofort die allgemeinen Be-stimmungen für diesen Zweig der pädagogischen Gesammtarbcit darzulcgen.
I. Den ersten Punct werden wir wohl am besten erledigen, wenn wir die Methodebefolgen, zuerst auf beiden Seiten die Extreme abzuschnciden, die Unterschätzung desWcrthes der musikalischen Bildung, und die im ganzen seltenere Ueberschätzungderselben.
Es war und ist immerhin möglich, daß jemand die Tonkunst als Kunst liebtund sckiätzt, aber die Ausübung derselben als eine Sache für geringes Volk ansiehtund sich schämen würde, etwas davon zu verstehen. Indessen muß zur Ehre derMenschheit bemerkt werden, daß jene Geringschätzung vornehmlich diejenigen getroffenhat, die aus der Musik einen Lcbensbcruf machen, sich also fürs Musiciren bezahlenlassen. Daß das einen Unterschied macht, ist richtig; nur haben z. B. die Gelehrten,die sich ihre Gelehrsamkeit doch ebenfalls Honoraren lassen, durchaus kein Recht, umdesselben Verfahrens willen den Musiker über die Achsel anzuschcn. — Jene niedrigeAnsicht von der Würde der Tonkunst hat vielfach die Folge gehabt, daß die größtenMeister, als sich in ihrer Kindheit die Spuren ihrer hohen Begabung und ihresKLnstlerbcrufcs zeigten, damit ihrer Familie höchst ungelegen kamen. Aber auch die-jenigen, welche einiges Wohlwollen gegen die Tonkunst hegten, waren immer in einigerVerlegenheit, wenn dasselbe mit Gründen sollte gerechtfertigt werden. Sic wußtensich nur damit zu helfen, daß sie behaupteten, die Musik sei eine Wissenschaft, wasdann theils durch ihre Wirkung auf die Menschen, also durch eine Art Verwandtschaftmit der Medicin, theils durch ihre Verwandtschaft mit der Mathematik bewiesen werdensollte; daß sic als Kunst einen der Wissenschaft ebenbürtigen, selbständigen Rang anzu-sprcchcn das Recht habe, das fühlten die Männer vom Fache wohl, aber sic vermochtencs den übrigen nicht zu dcmonstrircn. Ein Empfehlungsgrund anderer Art wurdeauch gehörigen Orts geltend gemacht, daß nämlich das vorchristliche Alterthum schondie Musik in Ehren gehalten habe; für die Theologen und Frommen war die Berufungauf David und seine Säuger, für die Philologen die Berufung auf die Griechen diepassende. Diese Beweise konnten aber schließlich doch nur denjenigen überzeugen, derschon zum voraus Sinn für die Kunst hatte; die Wirklichkeit dagegen war stärker alsalle Beweise; seit die Musik durch Bach und Händel, durch Haydn, Mozart undBeethoven in ihrer ganzen Größe und Herrlichkeit zu einem Gemeingut für die gebil-deten Völker geworden ist, wagt sich nur selten mehr ein unmusikalischer Mensch miteinem Geständnis seiner Geringschätzung hervor. Das aber müßcu wir cinräumcn,