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Der Geschichtsunterricht.
könnte in den Lesestunden etwas von den Dpielcn der Griechen und von Sokratesgelesen werden. DaS Gemälde von der Zerstörung Jerusalems würde durch eine»Lescabschnitt über die letzten Jahrhunderte des jüdischen Reichs vorbereitet. In ähn-licher Weise hätte der Leseunterricht im weiteren Verlaufe deS Unterrichts entsprechende,zur Beleuchtung des eben behandelten Zeitalters geeignete Stoffe herbeizuziehen, z. B.die Waldenser, das Pulver u. s. w. Der zweite Curs müßte mit etwa 4 Ncpetitions-Üunden beginnen. In der ersten giebt der Lehrer eine Uebcrsicht über die alte Ge-schichte bis zu Alexander dem Großen, indem er seinen Stoff gliedert und jedeSmalauf den Vortrag das Fragverfahren folgen läßt. In den 3 nächsten führt er dieWiederholung auf entsprechende Weise bis zur Entdeckung Amerikas fort. Gelesenwird hier nicht, wohl aber das Behandelte in schriftlichen Uebungen noch einmal ver-arbeitet. Nur in den für den sprachlichen Unterricht bestimmten Lesebuchsstundenwerden ausgewählte Stücke deS ersten Curses von den älteren Schülern, welche mitihnen schon vertraut sind, absatzweise, von den jüngeren satzweise gelesen. Die nächsten7 Stunden beschäftigen sich mit Luther und der Reformation bis zum schmalkaldischenKrieg, wobei die Geschichte des Herzogs Ulrich eingeflochten wird, die 12. gehört derRepetition. 7 weitere haben den Herzog Christoph, den dreißigjährigen Krieg undKonrad Widerhold zum Gegenstand, in der zwanzigsten wird repetirt. Nun erscheinendie Franzosenkricge und die Weiber von Schorndorf, A. H. Francke und JohannJakob Moser (5 Stunden), dann Friedrich II. (2 Stunden). Hierauf Repetition(28. Stunde). Die französische Revolution und die Freiheitskriege fordern 6 StundenUnterricht und 1 Stunde Repetition. Auf diese Weise bleiben für König Wilhelmvon Württemberg und für den deutsch-französischen Krieg vom Jahr 1870, die Repe-tition eingerechnet, gleichfalls 7 L-tunden. Zu der begleitenden Lcctüre in den Lese-stunden eignen sich einige kleine Proben aus Luthers Schriften und Mitthcilnngcn ausseinem häuslichen Leben, charakteristische Züge ans dem Leben Friedrichs II., dichterischeVerarbeitungen der geschichtlichen Stoffe, Uebersichtcn über die Geschichte der Bibel-gesellschaften und des Missionswcsens und je nach dem Maß der verfügbaren Zeit nocheine kleinere oder größere Zahl anziehender Einzelbilder aus dem Bereiche des be-handelten Gebiets. Im unmittelbaren Geschichtsunterricht gestaltet sich dasVerhältnis des freien Vortrags und der Entwicklung zu den Lesestücken auf dreifacheWeise. Entweder verbinden die letzteren mit der Anschaulichkeit der Schilderung auchKürze und Uebcrsichtlichkeit (z. B. bei Alexander dem Großen re.); dann wird sichder Vortrag im wesentlichen mit dem Inhalt derselben decken; jedoch dürfte sich eineifriger Lehrer auch in diesem Falle angetrieben fühlen, womöglich vorher bei vollerfließenden Quellen Erfrischung zu suchen; — oder das Lesestück giebt nur eine zu-sammenfassende Beschreibung (z. B. von den Spartanern, den Athenern, den Römern re);dann führt der Vortrag der Zeitfolge nach von einer Hauptperson zur andern, um denGang der Geschichte zu veranschaulichen, so daß z. B. bei den Römern Luc. Inn.Brutus, Hannibal und Scipio, Cäsar, Augustus nach einander auftrcten würden; dieentsprechende Numer des Lesebuchs kann dann oft erst nach dem Abschluß der ganzenGeschichtsreihe gelesen werden; — oder endlich, man hat eine ins einzelne gehende,ausführliche Erzählung vor sich (z. B. bei Hus und Luther); dann hebt der Vortragdie wichtigsten Puncte übersichtlich hervor. Die Repetitionen beschränken sich ansdas in den eigentlichen Geschichtsstundcn Behandelte und haben durchaus nicht denZweck der Prüfung, sondern den der Befestigung und der tieferen Einführung in dasVerständnis. Hausaufgaben sind ausgeschlossen. Was nicht in der Schule gelerntwerden kann, bleibt draußen. Einige Namen und Zahlen werden eingeprägt (nackdem württ. Normallehrplan für hie allgemeine und die württembergische Geschichte dieJahreszahlen vor Christus: 753, 333; nach Christus: 9, 70, 325 , 800, 1099, 1483,1492, 1517, 1530, 1546, 1648, 1789, 1803, 1806, 1813, 1814, 1816, 1819, 1823,1841, 1846, 1864 und natürlich auch 1870). Sie werden ganz von selbst festsitzen,wenn jede gleich von Anfang an im Mittelpuncte einer Gruppe von Begebenheitengestanden ist, die ihr Licht auf sie geworfen haben. Die Stunden für Leseübunzdürfen nicht in Geschichtsstundcn verwandelt werden, sondern bleiben ihrem ursprüng-lichen Zweck erhalten. Also kein voransgehender freier Vortrag! keine breite Jnhalts-cntwicklung! kein Abhören über den Inhalt! Es wird gelesen, und nur, wo es die