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2 (1879) Lob - Zuneigung
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Ter Geschichtsunterricht.

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läge bilden und in lebendiger Wechselbeziehung zu demselben stehen. Wie sich dies imGroßen und Ganzen aus dem Charakter der Lehrgegenstände in den niederen Schulenvon selbst ergebe, wurde schon oben gezeigt. Aber man wird nun auch sür die Lcse-übungen in der Volksschule solche Stücke wählen, welche die vorgesührtcn Geschichts-bilder zu vervollständigen geeignet sind, seien es Originalquellen, welche unmittelbarin den Geist der behandelten Personen und Zeilen einsühren, wie Johannes und derJüngling nach Clemens von Alexandrien, das Gebet Luthers in Worms, einige seinerAussprüche über die Bibel und über Glauben und Werke, sein Brief an Hänschen,der Aufruf Wilhelms I. und seine Siegesberichte, oder vaterländische Gedichte, welchemit den erzählten Geschichten in Beziehung stehen, wie Uhlands schwäbische Kunde mitdem Kreuz^ug Friedrichs I. u. s. f. In den Lateinschulen geht es freilich nicht an,das Griechische entsprechend dem Wunsche Herbarts vor dem Lateinischen vorzunehmen;aber wenigstens für die römische Geschichte fehlt es in dem Sprachunterricht nicht aneiner breiten Unterlage, welche auch Bezugnahme im einzelnen möglich macht. AehnlichcDienste könnten in Realschulen Auszüge aus französischen und englischen Quellen leisten.

Jedoch auch außerhalb der Schule wird der Lehrer die VeranschaulichungS-mittel, die sich an Ort und Stelle darbieten, nicht unbenützt lassen. An so manchemDorf zieht eine Römerstraße oder ein Römerwall vorbei, manche Kirche trägt Spurenentweder heidnischen Alterthums oder doch verschiedener wichtiger Perioden des Baustilsan sich, manche verfallene Burg erinnert an die trotzigen Zeiten des Ritterthums, derStädtebündnisse, des Bauernkriegs. In größeren Städten verkünden ernste Münsterdie gedrungene Pracht der romanischen oder die himmelanstrcbende Herrlichkeit dergothischen Baukunst, es fehlt nicht an Bauwerken, Geräthschaften, Gemälden, Kupfer-stichen, welche von dem soliden, mit Kunstsinn gepaarten Wohlstand der deutschenLande vor dem dreißigjährigen Krieg Zeugnis ablegen, Sammlungen von Alterthümerngewähren einen Einblick in die Entwicklung der Cultur von den frühesten Zeiten anbis zur Gegenwart. Der Lehrer wird das nicht im einzelnen mit leinen Schülerndurchgehen, denn dazu hat er keine Zeit, aber er wird sie darauf aufmerksammachen und ihnen dadurch zur Erweiterung ihres Vorstellungskreises und zur Klärungder inneren Bilder, welche sie sich von den geschichtlichen Vorgängen gemacht haben,mannigfache Veranlassung geben.

III. Der Geschichtsunterricht im Besonderen. In der Volksschule.Unter den Volksschulen werden in Württemberg (s. die Bemerkung am Schlüssedieses Abschnitts S. 1345) selbst die cinclassigen 42 Stunden für den unmittel-baren Unterricht in jedem Curs zur Verfügung haben. Dazu kommen 42 weitere! Stunden für die schriftlichen Hebungen. Abgesehen ist dabei von den 63 Stun-j den, welche der sprachlichen Behandlung des Lesebuchs in unmittelbarem Unter-i Mt, und den ungefähr ebenso vielen, welche den schriftlichen Sprachübungen zuge-s wiesen sind. Bei Abthcilungsunterricht wird sich die Stundenzahl um ein starkes! Mertel vermindern, in mehrclassigen Schulen bedeutend höher stellen. Im ersten Curs: schreitet der Geschichtsunterricht bis zur Reformation (ausschließlich) vor. In denj Stunden des unmittelbaren Unterrichts wird erzählt, entwickelt und der entsprechende^ Abschnitt im Lesebuch gelesen. Das Erzählen füllt 10 Minuten bis eine Viertelstunde,das Fragverfahren eine Viertelstunde, das Lesen eine halbe Stunde aus. Ju der für; schriftliche Hebungen ausgesetzten Zeit wird der behandelte Stoff niedergeschrieben. Dernebenhergehende sprachliche Unterricht sucht verwandte Lesestückc auf oder tritt mindestensdie Hälfte seiner Zeit zu Leseübungeu an dieselben ab. Man hätte dann für dieorientalischen Völker 4 Stunden, für die Griechen und Alexander den Großen 7 Stunden,bierauf 1 Stunde Repetition, dann für die Römer 5 Stunden, für die ZerstörungJerusalems und die alten Christen 4 Stunden, die alten Deutschen und die Einführungdes Christenthums in Deutschland 4 Stunden und eine Stunde Repetition, für dieWlkerwanderung 1 Stunde, Muhammed 1 Stunde, deutsche Geschichte von Karl den:! Großen bis Friedrich I. mit Einschluß der Kreuzzüge 6 Stunden und eine Stunde! Repetition, die württembergischen Grafen, Rudolf von Habsburg, Hus, Buchdrucker-kunst, Eberhard im Bart, Columbus je 1 Stunde; die 42. Stunde würde wieder zur^ Repetition verwendet. Während die griechische Geschichte am Faden einzelner Persön-! lichtesten, des Lykurg, Solon, Miltiades, Themistokles, Alexander fortgesühri würde,