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2 (1879) Lob - Zuneigung
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Ter Geschichtsunterricht.

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dem Vorgang des Meisters mit Nachdruck gefordert. Nach Ziller sollte der Zöglingeine jede der Hauptstufen in der allgemein menschlichen Geistesentwicklung nach deranderen so durchlaufen, wie es seiner Schulart angemessen ist. Innerhalb der Volks-schule sollte es in einem engeren Rahmen geschehen, innerhalb der Real- und Gymnasial-schule in einem weiteren." Kern unterstützt das Urtheil, daß die Geschichte des Alter-thums für die Jugend fruchtbarer sei, durch folgende Gründe: 1) die größere Einfachheitbegünstigt die klare Auffassung der Ereignisse und Personen, das Eindringen in denursächlichen Zusammenhang der Begebenheiten und Handlungen, 2) die alte Geschichteführt zu der Erkenntnis des Gegensatzes zwischen Heidenthum und Christenthum, 3) dieMustergültigkeit der Alten auf dem Gebiete der plastischen Kunst wie auf dem derstilistischen, rednerischen und dichterischen Form kommt für die Geschmacksbildung inBetracht, 4) die plastischen Gestalten einer schönen Menschlichkeit, wie sie Griechenland,einer festen Männlichkeit, wie vorzüglich Rom sie erzeugte, sind besonders geeignet, dieTeilnahme der Schüler zu erregen und bildend auf sie einzuwirken. Es sei also reinunmöglich, einen erziehenden Unterricht in der Geschichte zu ertheilen, ohne darin demAlterthuni einen wichtigen Platz einzuräumen. Deshalb sei das Alterthum für denGeschichtsunterricht auch der Volksschule von Wichtigkeit, und dies umsomehr, als dieGeschichte keiner Zeit ohne Kenntnis der ihr vorausgegangenen verstanden werdenkönne. Doch giebt Kern zu, daß in Schulen, welche nur die deutsche Sprache lehren,auch nur die deutsche Geschichte zu einer selbständigen Geltung kommen könne. Amentschiedensten wehrt sich Sachse a. a. O. gegen die alte Geschichte. In deutsche Volks-schulen gehöre nur deutsche Geschichte. Nur von seines Volkes Entwicklung könne sichder gemeine Mann richtige Vorstellungen bilden. In Gymnasien habe der Geschichts-unterricht zum Bewußtsein und in geordnete Folge zu bringen, was der Sprachunter-richt angeregt habe. In der Volksschule dagegen könne die alte Geschichte und fastin gleichem Grade auch die fremdländische überhaupt, nur Gedächtniskram sein. Wasuns von Rom aus octroyirt oder vererbt worden ist, als Grundlage unserer Culturund Geschichte anzusehen, sei ein Jrrthum. Durch die ganze deutsche Geschichte geheder Zug, fremde Fesseln abzuschütteln und sich von den geistigen Schätzen andererVölker nur nach freier Wahl das Gute anzueignen. Selbst das formale Bildungs-element, das der lateinischen und griechischen Sprache innewohne, wäre nicht geradezuunersetzbar durch moderne Disciplinen und das Studium der deutschen historischenGrammatik. Auf alle Fälle habe wenigstens die Volksschule nicht in der Ansicht zubestärken, daß unsre besten Errungenschaften von außen herstammen. Aber mag manauch von noch so stammender Vaterlandsliebe begeistert sein, so wird man doch nicktleugnen können, daß die alten Deutschen bei ihrem Auftreten in der Geschichte schon sehrverwickelte Verhältnisse vorgefunden haben, die man nun einmal erklären muß, wenn sichnicht der ganze Unterricht in Räthseln bewegen soll. Diese Geschichtsknäuel wird manaber nicht da, wo sie am dicksten sind, anfassen wollen, sondern da, wo der Faden nocheinfach läuft. Mit anderen Worten: man wird nicht von den Urzuständen der altenDeutschen auf Rom und Hellas zurückgehen, um die nöthigen Erläuterungen zu liefern,sondern mit den alten Völkern beginnen. Dadurch allein gewinnt der Schüler dierichtigen Zeitvorstellungen, während ihm sonst die ganze vordeutsche Zeit in eine unter-schiedslose Masse zusammenschrumpft. Im weiteren Verlauf des Unterrichts wird danndie deutsche Geschichte ausführlicher behandelt werden. Für die Latein- und Real-schulen aber gelten die Worte Schräders, man müße sich auf diejenigen Völker undThatsachen beschränken, in denen die göttliche Weltordnung auch für unsere Jugendkenntlich zutage trete.Zu dieser Kenntlichkeit gehört aber, daß der Geschichtsstoffden Schülern sei es durch die Verwandtschaft des Gefühls sei es durch die reichlicheVorbereitung in dem übrigen Unterricht leicht zugänglich und nicht an sich fremd sei;jene Verwandtschaft findet sich in der vaterländischen Geschichte, diese Vorbereitung inder Gesckichte des Alterthums, auf dessen Erschließung sich der sonstige Unterricht mitgroßem Nachdruck wendet. Und wo dies bei den Realschulen weniger der Fall ist, woalso die Unterweisung in den neueren Sprachen uns einen leichteren und mannigfacherenZugang zu der Geschichte Frankreicks und Englands eröffnet, da hat eben deshalb derGeschichtsunterricht diese Länder auch mehr zu berücksichtigen."

Soll nun auch die Geschickte des engeren Heimatlandes in den Unterricht