Waisenhäuser.
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A Beseitigung dieser Arbeiten führte.*) Zu Zeiten ergaben sich 5) durch außer-nsentliche Veranstaltungen Einkünfte, die immerhin ins Gewicht fielen, aber demmistercn Benrtheiler nicht durchweg erfreulich sein konnten. Hierhin dürften musika-Me und theatralische Aufführungen oder auch Rcdouten zum Besten von Waisenhäusernrechnen sein. Unbedenklich war es, wenn in Frankfurt a. M. schon 1716 zumKftn des Waisenhauses ein Oratorium aufgeführt wurde. Merkwürdig und für^ Erfolg von großem Belang war die Aufstellung von Lotterien (Glückshafen) zum> Mheilc von Armen- und Waisenhäusern (Sch äff er 44 u. 94 f.). Mit religiösen- Herstellungen besonderer Art dürfen wir es in Verbindung bringen, daß man so lange«iusciikinder am Glücksrade anderer Lotterien in Thätigkeit gesetzt hat, natürlich gegenWährung von Gratificatioucn. Es gehört in denselben Kreis, daß man in den' «aisenhäuscrn gern auch Fürbitten ihrer Pfleglinge zum Besten von Kranken und Ster-lliidcn gegen kleine Gebühren bestellte oder auch bei vornehmen Begräbnissen dieftcilnahme der Waisenkinder, wieder gegen Bezahlung, verlangte. In manchen Fällen. schn auch die für Dispensationen und Permissioncn oder als Strafe zu zahlenden! Wer den Waisenhäusern zu. In neuerer Zeit hat nicht selten die Fürsorge der«„idesbehördcn zur Erhaltung der Waisenhäuser das Beste zu thun gehabt. VonAm sind auch manche schwere Gebrechen in der Verwaltung derselben abgestellt und«che halb verschüttete Quellen wieder aufgeschlossen worden.
In den älteren Waisenhäusern war die Mischung der Pfleglinge oft eineMine. Denn da bei ihnen vor allem die Versorgung derjenigen Kinder in Frage!m, welche in ihrer Hülflosigkeit sonst der Bettelei sich hingebcn mußten und sittlichMildern konnten, so nahm man neben den Verwaisten auch Findlinge, Soldatcnkindcr^ ud solche auf, deren Eltern nicht aufzufinden oder verkommen waren. Daneben hatte«» Kinder, die auf Rechnung von Wohlthätern unterhalten wurden, und in manchenLaiscnhäusern war die Zahl der Kostgänger, für welche Gemeinden und CorporationenKMcn, ziemlich groß. In denjenigen Waisenhäusern, welche höheres Vertrauen cin-Mm, suchte man auch für Kinder aus äußerlich günstigen Verhältnissen Aufnahme.Ae meisten Waisenhäuser nahmen Knaben und Mädchen auf; doch dürste aus nahe-liegenden Gründen (vgl. Stuttgarter Nachrichten 151. St.) die Zahl der letztem inder Regel bedeutend geringer gewesen sein, als die der ersteren.
Schon hieraus ist zu erkennen, daß die Bedingungen der Aufnahme sehr«schieden sein konnten. Im großen Waisenhause zu Amsterdam, dessen oben gedachtMde, sollten nur solche Kinder ausgenommen werden, die in rechter Ehe erzeugtworden und deren Eltern 12 Jahre (später 7 Jahre) Bürger gewesen. Das Ham-ftrger Waisenhaus konnte nach der Stiftungsurkundc von 1609 aufnehmcn: ehelicheMer von Bürgern und Einwohnern der Stadt, sowie solche, welche durch näch-tliche Verheiratung der Eltern legitimirt worden, außerdem solche, die von ihrenEltern böslich verlassen worden; dagegen sollten Kinder, deren Eltern mehr als 150s Haler hinterlassen oder welche wohlhabende Verwandte hatten, falls diese nicht dieMlten des Unterhalts erstatten wollten, keine Aufnahme finden. In Städten und
H ft Es liegt viel daran, daß die Beschäftigung der Kinder richtig geordnet sei. Es darf»ch gearbeitet werden, nur damit nicht müßig gegangen, aber auch nicht nur, damit etwas er-lwrbrn werde. Es muß zur Arbeit, aber auch durch die Arbeit erzogen werden. Die KinderMen verstehen, daß die Arbeit einen ernsten Zweck hat, und zwar sowohl ftlr ihre eigene Zu-Ast, als auch um dem Hause zu dienen. So werden im Waisenhause zu Stuttgart vielekrbeilszweige betrieben: Die kleineren Knaben lernen stricken: sie stricken die Strümpfe für dieimbm; im Sommer sägen die Knaben den Holzbedarf und die Arbeit geht mit Lust. AndereUridirn — sie haben die vielen Wunden zu heilen, welche die Woche über gerissen werden,»l> mögen dabei auch lernen, daß cs Arbeit kostet. Es ist ein eigener Schneider dazu im Hause«Dstkllt, der auch die Kleider sür das Haus zu fertigen hat. Wieder andere treiben Büch-lein: sie fertigen die Hefte für das Haus; sie machen auch Hefte und Briefcouverte nachMNrts sder Ertrag fließt in den Sparhafen der Kinder). Die stärksten kommen zurÄrmere!, Dreherei u. dgl. und befriedigen ihrerseits manche Bedürfnisse, auch nach auswärts.«! der Einweisung zu einer Arbeit wird zunächst die eigene Wahl, dann aber auch der Beruf,l sich einer zuwcnden will, berücksichtigt; sie ist eine Vorbildung sür denselben. Für dieÄeinerei ist ein eigener Schreiner aufgestellt.