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2 (1879) Lob - Zuneigung
Entstehung
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Waisenhäuser.

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schaft gesorgt werden, so wird die eben besprochene Combination sich empfehlen. Daßdie ausschließliche Unterbringung in Familien dem Bedürfnis nicht genügt, geht ausdir Thatsache hervor, daß so viele Rcttungshäuser entstehen, deren Kinder ebenfallsq»tm Familien anzuvertranen sonst so nahe läge. Eine andere Frage ist die, ob eslksser sei, die Waisenhäuser selbst in der Stadt oder auf dem Lande zu gründen. DieRmtwortnng derselben wird hauptsächlich davon abhängen, ob man die Kinder für,ie ländliche Beschäftigung oder für ein Gewerbe erziehen will; für das erstcre er-balten sic natürlich ans dem Lande, für das zweite in einer Stadt reichlichere Anschau-mgm und bessere Vorbereitung. In Stuttgart Pflegen die Meister größeres Gewichtmaus zu legen, Knaben aus dem städtischen Waisenhause zu erhalten, nicht Landzög-linge, weil die ersteren viel anstelliger seien.

Nach diesen vorzugsweise geschichtlichen Bemerkungen wird es angemessen sein,über die Einrichtung der Waisenhäuser noch einiges anzuknüpfen. Wir wer-den freilich auch hierbei immer wieder auf frühere Verhältnisse zurückzugehen haben.Was zuerst die bei den Waisenhäusern eingeführte Oberaufsicht anlangt, so istdieselbe natürlich eine sehr verschiedene gewesen, ja nachdem städtische Behörden odereinzelne Stifter und Gemeinschaften die Kuratoren zu bestellen hatten, und eine andereMer, wo die Staatsregierungen unmittelbar eingriffen. Als am Waiscnhause zuBnnzlau 1758 Ernst Gottlieb Woltersdorf durch königliches Rescript zum Waisenvaternnd Dircctor bestellt wurde, traten zugleich zwei von den schlesischen Landständcn ge-wählte Curatorcn ein, welche in Gemeinschaft mit.ihm das Beste der Anstalt nachallen Seiten berathen und fördern sollten, und da haben denn auch sogleich die beidenasten, die Freiherren von Nichthofen und von Grunseld, mit dem rührendsten Eifer ihrerAusgabe zu genügen gesucht, indem sie einerseits durch Fürsprache bei Behörden undPrivaten, wie durch eigene Darlehen, Spenden und Vermächtnisse die Anstalt sicherzu stellen suchten, andererseits durch einsichtsvolle Nathschläge und strengere Verwaltungdas Gedeihen derselben förderten. Anders gestalteten sich die Dinge, als dieses Waisen-haus 1803 unter die unmittelbare Aufsicht der Staatsrcgierung gestellt wurde; dennjciidem waren für die pädagogischen Angelegenheiten desselben das Oberschulcollegiumtu Berlin und für die ökonomischen Verhältnisse die ObcrrechnungSkammer die höchsteInstanz (Sto-lzenburg 61 f. und 179 f.).

Als unmittelbare Vorgesetzte der Kinder erscheinen bei den älteren Waisenhäusernüberall Waiscnvätcr (Kinderväter) und Waisenmüttcr (Kindermütter). Ihre Aufgabewurde aber oft als eine ganz äußerliche gefaßt. Von wirklich pädagogischem Wirkenkeimte zuweilen auch da nicht die Rede sein, wo sie die Andachtsübungen zu leitenbatten. Es ist darum auch kein Wunder, daß bei der Wahl derselben mehr äußerlicheRücksichten entschieden. Aber die neuere Zeit hat mehr und mehr die Nothwendigkeiterkannt, pädagogisch gebildete Männer zu solchen Functionen zu berufen. Früher wardie pädagogische Einwirkung vorzugsweise Sache des für den Unterricht angestelltenfchrers, der doch auch, weil meist ein junger unerfahrener Kandidat, selten mit sichererHand eingriff. Den Erfolg des pädagogischer: Wirkens hemmte in vielen Fällenauch der öftere Wechsel der Präceptoren, da ihre Besoldung ebenso gering, als ihreMühe groß war. Es versteht sich übrigens von selbst, daß in größeren Waisenhäusernkin Lehrer nicht ausrcichte; aber die neben dem Hauptlehrer (Oberlehrer) stehendenAdjuncten waren noch weniger zuverlässig, wurden auch noch schlechter besoldet undwechselten deshalb noch häufiger. Oft wohnten die Lehrer als bloßeStundenlchrer"M nicht im Waisenhause und übten dann nur einen sehr beschränkten pädagogischen Ein-Mst aus. Wie sehr diese Verhältnisse sich geändert haben, seitdem man in den Waisen-häusern die Erziehung mit vollem Ernste zur Aufgabe sich gemacht hat, braucht nichtast gesagt zu werden. Das sonstige Hauspersonal war schon in den älteren Waiscn-s Häusern, für welche die Handarbeiten der Zöglinge und der daraus zu erlangende! Nutzen Gegenstand besonderer Aufmerksamkeit waren, hier und da sehr bedeutend.Mzelne hatten ihren besonderen Geistlichen und ihren besonderen Arzt und nebens Zehrern auch Lehrerinnen.

! . Die Einkünf te der Waisenhäuser sind nach Verschiedenheit der Zeit von sehrs Nchiedmer Art gewesen. Es kommen hierbei 1) Stiftungen und Legate in Betracht.; Me Reihe von Waisenhäusern verdanken reicheren Stiftungen ihre Entstehung, oder