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2 (1879) Lob - Zuneigung
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Vergnügungen.

Vernunft.

seinen Zögling fähig macht, der hat ihm den Weg gezeigt zur edelsten Verqnüaunazum höchsten Lebensgenuß.

Bcrnunst. Begriff der Vernunft und sein Verhältnis zudemdes Verstandes. Unter allen Geschöpfen ist es nur der Mensch, welchem Ver-nunft zukommt: dies wird wohl allgemein zugestanden werden. Wir reden von einerVerstand der Thiere; die Vernunft dagegen reserviren wir dem Menschen, wie demschon eine der bekanntesten Definitionen den Menschen als sinnlichvernünftiges Wesenbezeichnet. Der Mensch ist sinnliche, darum endliche Vernunft im Gegensatz zur reine,,'absoluten ^Vernunft, als welche schon in der griechischen Philosophie Gott bestimmtwurde. L>chon dies muß uns den Gedanken nahelegen, daß es das Gesammtwesendes menschlichen Geistes sei, was durch den Ausdruck Vernunft bezeichnet werde undnicht etwa nur die erkennende Seite desselben, daß somit alles, was dem Menscheeigenthümlich ist, und ihn vom Thiere unterscheidet, mit der Vernunft irgendwie,inZusammenhänge stehen mäße. Auf eine eingehende Vergleichung von Mensch und Thiekönnen wir uns natürlich hier nicht einlassen; wir begnügen uns mit Hervorhebiinder Daseinsformen und Thätigkeitswcisen, welche so ziemlich einstimmig als eigenthüm.lich menschlich angenommen werden, als da sind: Sprache, Geschichte, Religion, Sittlichkeit u. a. Wenn Materialisten, wie Büchner, die unarticulirten Laute der Thiereeine Sprache nennen, welche wir nur nicht verstehen, so dürften sie damit doch ziemli.vereinzelt dastehen: in der Sprache, welche dem Menschen allein zukommt, offenbarsich das eigenthümlich menschliche Denken, welches allein im strengen Sinn den Name,Denken verdient. Ebenso wird die Geschichte als mit der menschlichen Vernunft zu?'sammenhängend angesehen werden müßen. Geschichte im strengen Sinn ist imiechFortentwicklung einer Gemeinschaft oder einer durch die Arbeit vieler gepflegten undgeförderten Lebenssphäre. Solch eine stufenmäßige Umbildung der Lebensanschauunge'und Lebensgewohnheiten, der äußern Daseins- und Machtverhältnisse fehlt den Thiercnund nur ein Materialismus, welcher für die Veränderungen menschlichen Lebens keinenanderen Grund kennt als die Summe äußerer Einflüsse, könnte auch von einer Geschichte'der Thiere reden, indem Anpassungen an veränderte äußere Umstände auch bei ihneAbekanntlich sich vorsinden (man vergleiche die Thatsachen, welche namentlich Darwin,ans Licht gezogen hat). Weiter von einer Religion der Thiere zu reden, könntenur dem beikommen, welcher gegen allen Sprachgebrauch schon die instinctiven GefüMder Pietät unter diesen Begriff subsumirte. Auch Sittlichkeit endlich werden wir»den Thieren absprechen müßen. Was auch an Analogien zum sittlich Guten und,Schlechten in der Thierwelt Vorhänden sein mag, immer fehlt ihm das Moment, welche^'es zum Sittlichen im specifischen Sinne erhebt. Allerdings schätzen wir ein treuessstdankbares Thier höher als ein untreues, undankbares; allerdings ist diese höhere WeMschätzung nicht bloß durch den Nutzen bedingt, welchen wir aus diesen Eigenschaste«des Thieres ziehen, vielmehr ist sie eine unbedingte, indem Treue und DankbarkHals etwas an sich schönes, beifallerregendes sich uns unwillkürlich aufdrängen; unddoch ist diese Werthschätzung keine spccifisch ethische. Sie steht parallel der ästhetische»Wertschätzung, indem ein schönes Gemälde uns unwillkürlich Beifall, ein häßlichesl-Misfallen abnöthigt; so wenig wir aber das Gemälde für seine Schönheit oder Häßlichstkeit verantwortlich machen, so wenig wir die letztere als Schuld ihm anrech,ie^ und darin besteht doch das Charakteristische der ethischen Beurteilung ebem,sowenig fällt es uns ein, von Verantwortlichkeit, von Schuld eines Thieres zu,Kommt es uns doch auch nicht in den Sinn, mit der Strafe eines Thieres etwas;anderes, als seine bessere Gewöhnung und unseren Schutz zu bezwecken. Auch dieSittlichkeit, wie Religion, Geschichte und Sprache, müßen wir demnach als etwas,eigenthümlich menschliches bezeichnen; und der Gedanke muß sich uns aufdrängen, daßdies alles mit der dem Menschen eigentümlichen Vernunft in innerem Zusammenhangstehen werde. , ^

Doch noch von einer andern Seite her legt sich uns der Gedanke nahe, daß wu,dem AusdruckVernunft" die Gesammteigenthümlichkeit des menschlichen Geistes, nichtetwa nur sein Erkenntnisvermögen, charakterisirt werde. Wir sprachen eben von derDefinition des Menschen als eines sinnlich-vernünftigen Wesens: jeder Mensch alssolcher ist nach derselben vernünftig. Auf der anderen Seite machen wir aber doch