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Vaterlandsliebe.
heit,und
es dem ormoe unmoguu) inacyr, oie ;o Innige unv vu cigeniriaie Poepe der spraänenthaltende unbewußte Bildlichkeit und Symbolik, den sinnlichen Hintergrund derMuttersprache ahnend zu erfassen und darin heimisch zu werden. Ja man darf hi„'u-setzen: durch die sprachliche Doppelzüngigkeit wird auch leicht eine sittliche Doppel'-züngigkeit befördert. Ein jeder Unterricht in einer fremden Sprache, welcher früberbeginnt, als der Zögling im Verständnis und Gebrauch der Muttersprache eine qewweSicherheit erlangt hat, ist ein Verrath an der -spräche und an der Nationalität desZöglings (vgl. Schleiermacher, Erziehungslchre S. 654 f.). Auch die Verunreiniannadurch Fremdwörter von der Muttersprache möglichst ferne zu halten, ist eine patrio-tische Pflicht. Dagegen hat die zur feststehenden wissenschaftlichen, insbesondere gram-matischen Terminologie gehörenden Fremdwörter selbst ein so guter Deutscher wieI. Grimm gegen die Verfolgung von Seiten eines rücksichtslosen Radicalismus inder Sprachreinigung mit Recht in Schutz genommen. — Dies führt uns von dernegativen Forderung, störende fremde Elemente fernznhaltcn, zu der positiven, dieMuttersprache nicht nach einer subjcctivcn Grille, oder nach einer durch AbLtractivngewonnenen Schablone zurecht zu schneiden; sondern sie in ihrem Wesen undWerden gelten lassen und verstehen zu lernen und sie darum zu lieben.Denn wenn auf irgend einem Gebiete, so gilt auf dem der spräche die Wahrhm,daß die rechte Erkenntnis ein Kind selbstvcrleugnender und an ihren Gegenstand sichhingebender Liebe ist (vgl. I. Grimm, Vorrede zur 1. Ausl, der Grammatik, S. IX s.s.Jede lebende Sprache ist eben selbst ein noch werdendes Leben, an welchem Phantasie
und Gefühl ebenso gut wie der Verstand Antheil haben, und welchem verständig
abstrahirte Regeln keine Zwangsjacke anlegen und keinen Halt gebieten dürfen. Ternächste und hauptsächlichste Zweck des Unterrichts in der Muttersprache ist, die Schülermit der neuhochdeutschen Schriftsprache vertraut zu machen, sie ist einmal die Schul-'sprach«: die Lehrer sollen sie unter allen Umständen sprechen, in höheren Schulen auchdie Schüler; in der Volksschule und zumal in der Dorfschule wird man sich zunächstbegnügen mäßen, wenn die Kinder sie nur richtig lesen, verstehen und schreiben lerne»;zum richtigen hochdeutsch Sprechen wird cs da, wo der Dialekt von der Schriftsprachestärker abwcicht, nur in beschränktem Maße und nur in der obersten Classe komme».Aber glücklicherweise ist dieses Hochdeutsche weder etwas fertiges, noch wird es allein
in der Schule gelernt. Es ist noch in lebendiger Entwicklung begriffen; und die
Kinder selbst führen ihm aus dem Hause und von der Gasse Elemente zu, welche zuseinem Verständnis, wie zu seiner Vertiefung, Bereicherung und Belebung vcrwerthctwerden können. Der Lehrer hüte sich also, Ausdrücke und Sprachformen aus demVolksdialekt, Redewendungen aus dem gewöhnlichen Leben nach dem Maßstabe eineraberweisen Schulgrammatik als zur „gemeinen Sprache" gehörend zu verdammen,sondern sehe zu, ob nicht das kindliche Gcmüth, von dem geheimnisvoll wirkendenGeiste der Muttersprache geleitet, eine tiefere Weisheit geübt hat, als der Verstandder verständigen Sprachmcistcr zu erkennen fähig war. So hat Luther sein Hoch-deutsch gelernt. Er hat bei seinem Uebcrsetzungswerk bald die Ücbcrzeugung gewonnen,daß man „die Mutter im Hause, die Kinder auf der Gasse, den gemeinen Mann ansdem Markte fragen und denen selben auf das Maul sehen, wie sic reden, und darnachdolmetschen muß." Darum ist denn auch selbst der Volksschule in seiner Bibel einSprachschatz geboten, aus welchem daö Hochdeutsche bereichert und in lebendigem Flußund mit der Entwicklungsgeschichte der Sprache in Verbindung erhalten werden kann,damit mit dem Verständnis der Muttersprache auch die Liebe zu ihr und zu demVaterlandc und Volke wachse, welchem dieser kräftige und volle Strom entquollenist. — Auch in Beziehung auf den Sprachstoff wird ein Erzieher, welcher für seineLandes- und Volkesart Verständnis und Liebe hat, die alten naturwüchsigen deutschenKinderreime und Sprüchwörtcr den faden oder superklugen Reimereien der Kinder-gärten, und unsere edlen Volkslieder, sowie das in unserem Volke lebendig gewordenegeistliche Lied, welches zu den köstlichsten Kleinodien der evangelischen Kirche und desdeutschen Volkes gehört, jenen modernen Gesangeskünsten vorziehen, durch welche somancher ländliche Gesangverein die unserem Volke eingeborene Sangeslust mehr gestört