Vaterlandsliebe.
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s,nd dem deutschen Volke aus seiner Verbindung mit dem Evangelium geistige Güter«ivachsen, kraft deren es endlich doch über den mächtigen und stolzen Nachbar als derstärkere gekommen ist. Von diesem heiligen Berufe des deutschen Volkes zeigt auchUchte, obwohl er auf das Verhältnis desselben zum Evangelium nicht ausdrücklich sichbüieht, hoch thatsächlich in feinen Reden sich durchdrungen (vgl. 8. Rede S. 19S ff.).Tie deutsche Jugend muß also dazu erzogen werden, daß sie ihr Volk liebe nur derweltgeschichtlichen und insbesondere um der davon nicht zu trennenden religionsgcschicht-lichen Mission willen, zu welcher cs berufen ist. Eine solche Ausfassung der nationalenAusgabe wird am sichersten einerseits vor trotziger Abgeschlossenheit und hochfahrendcrGeringschätzung gegen andere Nationen und andererseits vor der Versuchung bewahren,diesen auf den ihrer Eigenthümlichkeit entsprechenden Wegen nachzugehen, auf welchensie vielleicht rascher zu äußeren Erfolgen gelangt sind. Der deutschen Art, wie derdes Christenthums, entspricht es, den äußeren Erfolg stets im Zusammenhänge mit demjiiiimi Wesen zu betrachten und zu würdigen, und ebenso nndeutsch wie unevangelischMe eine Erziehung sein, welche die Jugend für äußere Zwecke fanatistrte, die durchdas innerste Bedürfnis des Geistes nicht gefordert sind, und sie behufs der Erreichungderselben zum Gebrauche von Mitteln anlcitete, die sittlich verwerflich sind. Auch derCviisessionalisinus wird durch die geforderte Verbindung der religiösen Erziehung mitder nationalen auf das rechte Maß zurückgcführt werden. Ein deutscher Erzieher evan-gelischen Bekenntnisses wird zwar seine Ucbcrzeugung nicht verleugnen, daß die Refor-mation eine ebenso segensreiche als nothwendige und natürliche Epoche in der Entwick-lung des deutschen Geistes und des religiösen Lebens unseres Volkes bildet, und daßnur ausländische Einwirkungen politischer und kirchlicher Art die Einigung des ganzenKutschen Volkes auf dem Grunde des evangelischen Glaubens haben verhindern können.Aber wie er, an dem großen Grundgedanken der Reformation festhaltcnd, das durchdiese geknüpfte Band wesentlicher Einheit, welches Lutheraner und Ncformirte verbindet,nicht lockern und zerreißen wird, so wird er auch bei deutschen Brüdern, welche derrömischen Kirche angehören, die rrniinn nukurutiter svunZmIicu nicht verkennen. Jedcn-salls können viele der folgenreichsten Thaten der größten Männer, viele der bedeutendstenWerke unseres Volkes im Gebiete der Wissenschaft und Kunst, insbesondere der Dicht-kunst, nur aus seinem Verhältnis zum Christenthum und zur Reformation recht ver-sanden und gewürdigt werden, und Gott bewahre uns in Gnaden davor, daß nichtdas vage Geschrei nach confessionslosen Schulen am Ende auch dahin führt, daß derevangelische Lehrer vor evangelischen Schülern, um nicht ein paar Juden, die unterihnen sitzen, zu verletzen, nicht mehr von dem Erscheinen Jesu Christi als dem größtenund segensreichsten Ereignisse der Weltgeschichte, und wegen einer Minorität vonSchülern aus der römischen Kirche nicht mehr von der Reformation als der größtenThai des deutschen Geistes und von dem Segen des wiedererwachten evangelischenGlaubens soll reden dürfen. So lange die Thatsache feststeht, daß Erziehung undSchule genau so weit eines gesunden, kräftigen und lebendigen Gedeihens sich erfreut,als die evangelische Kirche sich ausgebreitet hat, so lange haben wir ein Recht, imNamen evangelischer und protestantischer Freiheit und wahrhaft freier Volksbildung zufordern, daß der evangelischen Jugend und dem evangelischen Volke Deutschlands nichtsein köstlichstes Kleinod in den Schulen vorenthalten oder verkümmert werde. (Vgl.W.Baurs Geschichts- und Lebensbilder. 3. Ausl. Hamburg 1871.)
Als ein Unterrichts gegenständ, durch dessen zweckmäßige Behandlung dieVaterlandsliebe der Schüler befördert werden kann, bietet dann vor allem die Mutter-sprache sich dar. Sie ist der unmittelbarste, vielseitigste und bestimmteste, also präg-nanteste Ausdruck der Volksthümlichkeit, und ihre richtige Behandlung und Pflegevirkt am unmittelbarsten und förderlichsten, wenn nicht geradezu auf Erweckung patrio-chcher Gesinnung, doch auf Erweckung und Nährung nationalen Sinnes zurück. DamitIst min wirklich jenes bleibe und dieses leiste, ist in erster Linie nöthig, daß sie vor«nein ihr eigenthümliches Wesen und Leben beeinträchtigenden Ein-flüsse fremder Elemente bewahrt werde. Die größte Versündigung wirdfn dieser Beziehung dadurch begangen, daß man, wie es bei der Gouvernanten- undÄimenerziehung leider noch häufig der Fall ist, das Kind von Anfang an neben derImttersprache noch eine fremde erlernen läßt. Es wird dadurch nicht allein die Rein-