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Ungerathcne Kinder.
Ungehorsam.
sonderen: Interesse ist das, was in der französischen Ackerbanstrafanstalt (evlvni-nArioolo st penitentinirs) zu Mettray (seit 1839) für den Zweck der Verbessern»junger Verbrecher geschehen ist. Die drei Hauptmittel zur Besserung sind dort: smBewegung im abgeschlossenen Familienkreise, militärische Haltung und, was mittefranzösischen Charakter nun einmal wesentlich zusammcnzuhängcn scheint, Ansporn,»,des Ehrgefühls. — Der Vorgang von Mettray hat in Frankreich selbst, sowiein Belgien und Deutschland Nachahmung gefunden. Die Staatsbehörden kommemehr und mehr zu der Einsicht, daß es neben einem rücksichtslosen bist jnstiti« derVerbrecherjugend gegenüber mit dem t?srss,t munäus Ernst werden könnte, daß es s,Lhier am Ende weniger um Rechtsverletzungen, als um unglückliche Wesen handle bsitheils durch die Schuld der Menschen, thcils durch die Macht der Umstände demVerderben anheimgefallen sind und denen aus solcher Erniedrigung geholfen werden,„M
Doch wir brechen hier ab, wie viel auch noch über diesen vielseitigen Gegenstandzn sagen wäre. An den ungerathenen Kindern und der Noth, die sie machen, kanman den Werth und die Wichtigkeit einer gesunden, tüchtigen Erziehung unserer Inge»nur um so deutlicher erkennen. Die Aufgabe, sowohl das Misrathen der Kinder;»verhindern als die misrathenen wieder zurecht zu bringen, will uns manchmaldem Kopfe zusammcnschlagen. Ihre Lösung ist nicht bloß Menschenwerk, fordert aber jeden?falls, sie möge nun gelingen oder nicht, das volle Aufgebot vereinter Kräfte. Greif,nur jeder am Nächstliegenden an: an der Zucht und Ordnung des eigenen Herzensdes eigenen Hauses, der eigenen Schule, Gemeinde, allein und-im Verein, und kMsich an das Wort des Predigers (11, 6): „Frühe säe deinen Samen und laß deineHand des Abends nicht ab; denn du weißest nicht, ob dies oder das gerathm wirdund ob es beides geriethe, so wäre es desto besser."
Unterhaltung. — Man kann nicht immer arbeiten, aber man soll nie müßiggehen, auch die der Erholung gewidmete Zeit des wachen Lebens darf nicht leer bleiben:Daraus folgt aber nicht, daß sie nun mit denselben Gegenständen ausaeflllli werdetwelche den Geist während der Arbeitszeit des Lernens beschäftigen. Es gehört zueiner gesunden Diät, daß zwischen die eigentlich nährenden Speisungen ein Imbißeingeschobcn wird, der ohne zu beschweren die Verdauung in einer leichten ThätigkÄerhält. Solch ein Imbiß gegenüber dem strengen Lernen ist die Unterhaltung. Nehmen!wir zuerst das Wort im Sinn von Unterredung. Je jünger der Zögling, desto mehrwiegt hier seinerseits das Empfangen vor; einfache Erzählungen, Geschichtchen, Mit-theilungen über Dinge, die ihn augenblicklich intercssiren, liefern den Stoff. Späterbesteht die Unterhaltung in einem Wechsel von Empfangen und Geben, sie wird zumzwanglosen Dialog. Hiebei kommt der Erzieher dem Zögling menschlich näher; ersteigt vom Katheder herab und begiebt sich mit diesem auf den gleichen Boden zmDiscurriren d. h. zum Gedankenspaziergang. Doch nicht anders als mit derjenige»Reserve, welche nöthig ist, um hernach wiederum den Katheder einzunehmen. In derUnterhaltung darf sich der Erzieher gehen lassen, aber nicht wegwerfen. Fades Schwatze«,ist vom Uebel; Hofmeistern aber während dieser Zeit der Abspannung paßt auchmchtzGerade nach angestrengter Arbeit thut besonders wohl was holdselig ist zu hören, -jAuf die Unterhaltungen merken, welche die Zöglinge unter einander führen, kann Ein-blick in ihr Inneres und der erziehenden Thätigkeit eine Richtung geben. Man nimmtwar, wohin am liebsten Gedanken und Phantasie sich ergehen; inan lernt die Redselige»oder die Schweiger kennen. — Andere gut unterhalten können ist eine gesellige skeit und führt eine Art von Verpflichtung mit sich, der man sich nicht entschlagen soll;'aber die Kosten der Unterhaltung ganz allein bestreiten wollen, ist eine Aufdringlichkeit/
— Leute, die mehr sich unterhalten als thätig sind, werden von Tag zu Tag lang-weiliger. — Cicero erwähnt einmal den Ausspruch, welchen der ältere Scipio getha«!er sei nie weniger allein als wenn er allein sei. So ist, wer genug Fonds hat, um mitsich selbst spazieren zu gehen, immer ohne Langeweile. Die gesunde Unterhaltung musich selbst hält den Menschen zusammen und ohne Mühe kann ein solcher aus der Mspannung wieder in die Anspannung übergehen. — Wie mit anderen Menschen odermit sich selbst, kann man sich auch mit Dingen unterhalten — lesend, malend, mH-:cirend, spielend, was mich eine Unterhaltung mit Dingen und Menschen zugleich wir >
— lieber daS Spielen ist der Art. Spiel nachzuschlagen. — Zeichnen, Malen >1