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Ungerathcnc Kinder.
mit dem inneren Leben oft in einen: tief gründenden Zusammenhänge. Manchmal jaer handgreiflich, so daß er selbst den blinden Weltkindern auffallen kann. Wie oft batschon ein verschwenderischer L>ohn zerstreut, was der Vater ergeizte! Der Diebvon den eigenen Kindern bestohlen, den zornigen Löwen des Hauses packt endlich dezu Kräften gekommene Sohn an der Kehle. Der Sohn des Ehebrechers David MDer ehelich erzeugte Sohn der Bathseba ist Salomo, der Jedid Ja (Liebling keHerr::). So offenbart sich der Herr in Gnade und Gericht auch an seinen Lieblingensucht ihre Sünde Hein: und verherrlicht doch an: Ende seine Barmherzigkeit. Ja miseinen Lieblingen gerade nimmt er es an: genauesten. — Aber sollte auch ein Elternpaar allem Verdacht eigener Verschuldung gegenüber rein erfunden werden, wie Hiebi'o bleibt uns doch noch, wie bei eben diesem, das freie Wohlgefallen Gottesder nun eben mit den Seinen thun kann, was und wie er will. Namentlich in un.seren Kindern tritt uns ein Geheimnis göttlich freien Waltens entgegen, wo uns Mziemt, zu fragen: Was machst du? Und sollte es mm je und je sein Wohlgefallesein, unter den mancherlei Kreuzen, die er den Genügen zu tragen geben will, daKreuz mit einem ungeratheneu Kinde zu wählen, wer wollte mit ihm darüber rechten?Wohl zählt ein solches Kreuz zu den schwersten und schmerzlichsten; aber der Trägeeines solchen, der es aus der Hand seines göttlichen Erziehers nimmt, wird unter seine»Drucke nur um so mehr gedeihen. Ein uugerathenes Kind kann eine lebendige Buhpredigt werden, die Wunden ausdeckt, welche vielleicht außerdem niemals erkannt mitdem Herrn zur Heilung geklagt worden wären. Ganz besonders ist solch ein empfindliches Kreuz geeignet, in Gebet und Fürbitte zu treiben. DaS gicbt dann Siege, >risie an dem verlorenen Sohn zu Tage treten, an Augustinus, für den die Mullaneun Jahre lang gerungen, an jenen: Sohne SpenerS, der, als leichtsinniger Stuka»auf den Tod erkrankt, endlich ausrief: „Die Gebete meines Vaters umringen michwie Berge!" p
Hiemit haben wir aber schon die weitere Frage berührt: Was ist mit unze-jrathenen Kindern zu thun? Was kann und soll zu ihrer Heilung undRettung geschehen? Diese Frage ist von hoher Wichtigkeit, nicht bloß find:misrathcne Kind selbst, das vielleicht nach Leib und Seele zu Grunde giengc, sonder:auch für die Gesellschaft im engeren und weiteren Kreise. Ein einziges ungeratheneSKind kann ein Giftbaun: werden, von dem ein schädlicher Odem ausgeht für alle, diin seine Nähe kommen, und der, je nachdem er in: Leben gestellt ist, auf viele Kreishinaus verderben kann. Nehmen vollends ungerathene Kinder überhand, so ist daallein schon Grunds genug, nach und nach ein ganzes Volk zu verderben. Es hdar::::: auch für Eltern nicht nur, sondern für Staat und Kirche von Wichtigkeit,zu thun, um den: Misratheu der Kinder vorzubeugen.
Merken Eltern, daß ihre Kinder aus böse Wege gcratheu, so wäre vor allem klm!zu stellen, woran das eigentlich liegt, ob an der Natur des Kindes, ob an Vater odersMutter selbst, ob au nahestehenden Personen oder sonst hinderlichen Verhältnissen^Was da zu ändern ist, möge zeitig und gründlich geändert werden, nötigenfalls mit!Hintansetzung auch sonst ehrcnwerther Rücksichten. Liegt die Ursache in der Eigenart dHKindes, so ist eine rin: so größere Sorgfalt und Treue nöthig, um wo möglich eine:günstige Umstimmung zu bewirken. Manches giebt sich in: Laufe der geistigen undssittlichen, ja leiblichen Entwicklung. Bisweilen ist eine Verpflanzung aus dem hcimlllichen Boden in einen andern von gutem Erfolge. Mancher ist schon durch die neuesOrdnung der Dinge, durch die allen gemeinsame Regel, die keine Ausnahme für dHeinzelnen leidet, wieder zurecht gebracht worden und das um so eher, wenn ihm zu-sgleich eine ihm imponirende Persönlichkeit entgegentrat. Es giebt auch dafür besonderesGaben, wie sie z. B. Flattich hatte. Für die nrederen Stände ist die freiwillige Liebes-thäiigkeit dem Bedürfnisse der Kinder, die einer gesunden, tüchtigen Erziehung entbehren,sin den Rettungsanstalten entgegengekommen (s. den betr. Art.). Aber wie man-ches auch schon durch den Dienst der Liebe geschehen ist, so liegt doch immer noch einznm Erschrecken großes Feld der Thätigkeit vor, das sich überdem mit dem Ueber-handnehmen des Unglaubens und der Gottlosigkeit im Volke in furchtbarer ProgreMmehren muß. Und haben denn etwa die niedrigen Kreise der Gesellschaft allein imcheKinder auszuweisen, denen die rettende Liebe ihre Hand zur Hülfe aus vorhandener