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2 (1879) Lob - Zuneigung
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Uugerathenc Kinder.

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bnehuiig erfüllt wird, ist man nicht immer des Erfolgs gewiß; es giebt Fälle, wo»mdcr trotzdemvergcrathen." Wir werden bei dieser Erscheinung erinnert, wie imkn-eii des in Sünden empfangenen und geborenen Menschenkindes unberechenbare^iksen sein können, die sich allen Einwirkungen menschlicher Thätigkeit entziehen,mtiirliche Härten, die sich in dem Maße, als der Sonnenschein der Liebe aufßi Mt, »ur noch weiter verhärten. Eben diese Erscheinung aber weist uns umso mehr hin ans den andern Hauptfactor in der Erziehung: die göttliche Mitbe-Wigung.

' So hoch wir auch die menschliche Erziehungsarbeit anschlagen, wir können dochW den dazu nöthigen Einflüssen von oben nicht hoch genug denken. Schon dieUaturanlage des Kindes nach Leib und Seele ist in der Hauptsache nicht unbe-dingt abhängig von demWillen des Fleisches, noch von dem Willen eines Mannes"sÄH. 1, 13); unsere Kinder sind etwas nach dem Wohlgefallen des Schöpfers so«da so gegebenes,Gabe des Herrn, Geschenk" (Ps. 127, 3). Wohl besteht in derFolge der Geschlechter eine gewiße Ordnung. Es giebt Familienzüge;Art läßt nichtW Art." Aber trotzdem giebt es auch Kinder, dieaus der Art schlagen," die, wieMich, so seelisch ihren eigenthümlichen Gang gehen und so zu sagen Vater undMutter verleugnen. Wer möchte auch die Wirkung des sich immer wieder neu mischen-dm Blutes zusammcngenommcn mit dem Seelenleben der Eltern bemessen und be-rlchneii? Einen weiteren Factor höheren Einflusses bilden die gottgeordnetenVerhältnisse der Eltern, ihr Vermögens- oder Bildungsstand, ihre Führungenmd Erlebnisse bis auf die Zeitereignisse hinaus, die oft mächtig in Herz und Sinnkr Jugend eingreifen. Damit steht in Zusammenhang der Einfluß, den die gesel-lige Berührung mit Altersgenossen in Schulen und im freien Umgang be-lrirkt. Wer, und wäre er der sorgfältigste Vater oder Erzieher, kann das alles be-messen und beherrschen? Man lernt den Mächten gegenüber, die auf Sinn und Lebenkr Kinder schon im früheren und mehr noch im späteren Jugendalter cinwirkcn, mitzunehmender Erfahrung von der Allmacht der Erziehung immer bescheidener denken.Ze gewaltiger aber die angedeutetcn Mächte sind, und je ohnmächtiger Eltern und Er-zieher vielfach denselben gegenüberstehcn, desto wichtiger ist es, die Macht der Mächte,die Macht des lebendigen Gottes in eine gnädige Mitwirkung an unserer Arbeit zuziehen. Wir denken dabei an das Gebet des Glaubens. Mit der Erlaubnis der Fürbitteist dem Erzieher in Haus und Schule eine mächtige Waffe zu Schutz und Trutz indie Hand gegeben. Wer sie ernstlich und anhaltend gebraucht, wird von ihrer WirkungZusagen wissen. Und doch scheint auch diese Waffe manchmal zu versagen, ja esist keine so ganz seltene Erscheinung, daß auch frommer Eltern Kinder übel ge-rochen. In manchen Fällen dieser Art vermag die Pädagogik nachzurechnen und dieErscheinung psychologisch zurecht zu legen, wie wenn z. B. handgreiflicher päda-gogischer Unverstand die zarten Einflüsse des göttlichen Geistes auf die jungenHerzen durch menschlich täppisches Dreingreifen, durch Zwangsandachten u. dergl.stört und verderbt. Selbst in Kreisen wahrhaft gebildeter Christen läuft je undje etwas der Art mit unter. Wir nennen da ein gewißesHineinsehen" in dieNuder, eine zu sehr sich aufdrängende Sorge um ihr inneres Leben, oder auch eineMiste Weichheit und geistliche Verzärtelung, oder, besonders Knaben gegenüber, einenMangel an einem gewißen gesetzlichen Ernst, der die Liebe nicht verleugnet, nur ver-hüllt. Indes auch da, wo solche Menschlichkeiten nicht nachzuweisen, vielleicht nichtvorhanden sind, bleiben Fälle übrig, da je und je ein Kind wahrhaft frommer Elterndurch seinen Wandel, auch wenn es nicht in offenbare Verdorbenheit versinkt, denselbentiksks Herzeleid bereitet. Bei einzigen Kindern, die nicht selten aus nahe liegendenGründen schwerer zu erziehen sind, als mehrere zusammen, ließe sich das noch eher",Meisen; aber was sollen wir sagen, wenn unter mehreren wohlgerathenen KindernM einziges vielleicht wie eine exotische Pflanze dasteht und nicht einschlagen will?Man wäre hier freilich versucht, solchen Eltern gegenüberzutrcten, wie die FreundeHnobs dem hartgeschlagenen Mann und auf irgend ein Stück noch verborgener Bosheitm Herzens zu rathen, die da vom Herren heimgesucht werde (Hiob 15, 11), undEicht thäten wir ihnen damit nicht einmal so unrecht, als jene dem Mann imlande Uz gethan. Das Gedeihen oder Nichtgedeihcn der Kinder steht sicherlich auch

Wd»g. Handbuch. II. 68