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2 (1879) Lob - Zuneigung
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Uugcrathene Kinder.

endlich von den göttlichen Gnadeneinflüssen und Geisteswirkungen (Wort Gottes, Kircke sLebensführung re.). Fassen wir zuerst der obigen Frage gegenüber die. menschlich!Seite ins Auge: die Erziehungsarbeit. Diese kann entweder eine geradem-verkehrte und verderbliche sein oder eine mehr oder weniger ungenügende und einseitigalso mangelhafte. Geradezu verkehrt und verderblich ist sie, wo die Kind«statt zum Guten, vielmehr zum Bösen förmlich angehalten und gezogen, oder wenigstensdurch den Vorgang der Eltern dazu verleitet werden. Die Beleuchtung dazu wirduns nicht bloß durch den Abschaum großer Städte, sondern auch durch verkommeneFamilien in Stadt und Land gegeben. In unzählig vielen anderen Fällen ist dstErziehung wenigstens eine ungenügende. Ist sie doch vielfach, sofern man dabeiau eine ihres Zieles sich bewußte und ihre Mittel sorgfältigst erwägende ThätiMdenkt, so gut wie keine. Ein großer Theil unserer Kinder in Stadt und Land wirdvon den Eltern wohl genährt und gepflegt, so weit es die Natur erfordert, und namenrlich iin Heranwachsen auch zur Arbeit ungehalten, um Brot verdienen zu helfen abechvon einer Pflege des geistigen und gemüthlichen, des sittlichen und Gewissenslebe»?weiß ihre Erziehung gar wenig. Die Kinder sind sich, besonders auf dem Lande inden so wichtigen Jahren vor der Schulzeit meist selbst überlassen. So 'erstarkt sch»,frühe das sinnliche Eigenleben. Dieser Mangel an Erziehung erbt sich fort von 'schlecht auf Geschlecht; denn die Eltern treiben es mit ihren Kindern meist so, wiHman es mit ihnen als Kindern getrieben hat, und sind für guten Rath und Belehrungwenig empfänglich, haben auch nicht die sittliche Macht, mit Herkommen, GewohnheiVund Vorurthcil zu brechen. Nur wo ein neues Geistesleben in die Leute kommt -iund wir wüßten dazu keinen Weg, als den der Bekehrung zu dem lebendigen GoH läßt sich eine Unterbrechung dieser leidigen Kette von Ursache und Wirkung hoffen^Käme es auf die erziehende Thätigkeit der Eltern allein an, wir müßten der inigeHrathenen Kinder noch viel mehr haben, als ihrer wirklich sind. So viel ist gewiß:!wo man sich um die Geistes- und Herzensbildung der Kinder nicht bemüht, da haman eigentlich auch kein Recht, auf ihr Gerathen zu rechnen. In vielen Fällenfindet zwar eine Erziehung statt, aber eine falsche, einseitige. Da ist Vater od«Mutter bald zu streng, bald zu mild, bald zu gesetzlich, bald zu evangelisch, bald Wirtzu viel an den Kindern gemacht, bald zu wenig. Wie übel ist es, wenn Vater odeiMutter sich über die Behandlung derselben nicht verstehen, wenn die Mutter mit deiKindern zusammenhält wider den Vater. Zorn, Affenliebe, Mangel an Rücksicht ausdie Kinder und ängstliches Hincinsehen in sie, Unverstand aller Art, ärgerliches Bcispiein Wort und That, Mangel an Unterstützung von -Leiten der Schule und ihrer Lehrersoder hinwiederum Mangel an Mitarbeit des Hauses mit der Schule, rücksichtslosBeurteilung der Lehrer vor den Kindern, dazu Fehler, die den Erziehern vom Fallzu La>ten kommen, all solches und ähnliches kann dem Gerathen der Jugend hin-derlich in den Weg treten. Selbst da, wo Sinn und Befähigung für eine tüchtigErziehung vorhanden wäre, treten oft äußere Verhältnisse hindernd ein. Wir denke-dabei an vielbeschäftigte Väter, denen Amt und Beruf wenig Zeit läßt, nach daKindern zu sehen. Da hängr das Geschäft der Erziehung fast ganz an der MutierIst sie eine rechte Mutter nach Herz und Geist, so kann alles noch gut werden. Vielenachmals berühmt gewordene Männer verdanken, was sie geworden, hauptsächlich deiMutter. Aber auch sonst sind äußere Verhältnisse und Stellungen im Leben von beHdeutendem Einfluß auf das Gedeihen oder Misrathen der Kinder. Man denke aHLeute von hohen: Rang und Stand, deren Kinder je und je in jämmerlicher Verlassen-jheit den Dienern und Dienerinnen des Hauses anheimfallen oder auf den nicht inunerlschon erfahrenen und mit Sicherheit auftretenden Hofmeister angewiesen sind, oder anjreiche Leute, deren Kinder von Jugend auf den Segen der mancherlei Selbstverleugnung,,wie sie an die Kinder weniger bemittelter Leute kommt, entbehren; man denke an große,Armut, da fast alles Sinnen und Denken der Eltern in der Sorge um Nahrung undKleider aufgeht. Des Unerwünschten, des Hinderlichen, Gefährlichen, Schädlichen in Sachenjunserer Kinder und ihrer Erziehung ist so viel, daß man eigentlich ein noch viel schlinumcrcs Ergebnis erwarten sollte, wiewohl das zu Tag liegende, das Hinleben ganzer!Massen ohne Gott, ohne Glauben, in bloßem Trachten nach Brot und Geld und!Sinncngenuß schon schlimm genug ist. Aber selbst da, wo alle Gerechtigkeit ders