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2 (1879) Lob - Zuneigung
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1065
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Unachtsamkeit.

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jM Miiß. Achtsamkeit ist das Allgemeinere, Aufmerksamkeit das Besondere.Achtung!"MNkmdirt der Ofsicier, und die Soldaten sammeln sich und sind bereit, zu hören,«s befohlen wird. Auf dieses ist nun zu merken. So auch in der Schule.Achtung!" mit diesem Worte ruft der Lehrer die Schüler zur schulmäßigen Samm-lung. Unachtsamkeit ist der Mangel an dieser Sammlung. Er ist "bei manchenWern bloß innerlich, ein Zcrflattern der Gedanken oder gar ein Gedankenstillstand,ku man Gedankenlosigkeit nennt. Eine wie ein Blitz einschlagende Frage macht oftM eine Gedankenleere plötzlich kund, wenn sic nicht schon durch den leeren Blick,die nichtssagende Haltung verrathen worden ist. B«i anderen tritt aber jenerKanzel auch heraus in Spielereien, Geschwätz, das für den Lehrer fast unbemerklich;u machen unachtsame Kinder oft eine wunderbare Fertigkeit haben, in Neckereien gegensic Nachbarn, im Hinblicken nach rechts und links oder Umkehren des Kopfes nach derMerwelt u. dgl. Die natürliche Folge davon ist, daß indessen das Bächlein desUnterrichts dahinplätschcrt und die unachtsamen Kinder nicht daraus trinken. Derllmrricht ist an ihnen verloren, ihr Wissen bekommt empfindliche Lücken, die allesßichiige Fortschreitcn und am Ende auch jede Lust am Lernen hindern.

Fragen wir nach den Ursachen der Unachtsamkeit, so werden wir zunächst aufdie Kindesnatur selbst verwiesen. Die Seelenkräfte des Kindes stehen eben nochiu der Entwicklung. Den denkenden Kräften fehlt noch die Stärke und Festigkeit, deinMn die geübte Kraft und Ausdauer. Dabei spielt das Eigen- und Hevzenslebendcs Kindes immer auch in die ihm ausgenöthigtc Thätigkeit hinein. Die Spiele, dieUhabereien, die das junge Herz erfüllen, mengen sich unter die ernsthaften Gedankendcs Unterrichts; ein Spielen, eine Nebenbeschäftigung, ein lispelndes Wörtlein dcsKchbarkindes zieht unversehens die Gedanken von den: Kreise ab, dem sie zuzuwendenimii. Besonders jüngere Kinder haben oft auch noch ein träumerisches Wesen, demft sich nicht so ohne weiteres entwinden können. Dazu kommt die Temperaments-icrschicdenheit der Kinder. Wir verweisen auf den Art. Temperament. Eine«im Ursache der Unachtsamkeit ist mangelhafte Erzichung und Gewöhnung.Tw Kind, welches sich, wie das in den niederen Lebensweisen meist der Fall ist, inschm Jahren viel selbst überlassen war, das wenig geistige Anregung genoß, wirdjlim Gedanken schwerer auf den Gegenstand des Unterrichts zu concentriren vermögenÄ das Kind des gebildeten Hauses, das Stadtkind, das von klein aus manchfacheÜmcguiig empfangen hat. Oftmals wirkt freilich auch eben dieser Ueberfluß aniaftreii Anregungs- und Reizmitteln wieder zerstreuend. Manchmal ist eine im leib-lichen Leben begründete krankhafte Verstimmung mit im Spiel. Je und je mögen noch»chimlichere Dinge, geschlagenes Gewissen, oder geheime künden zu Grunde liegen;dirz die Ursachen der Unachtsamkeit können sehr verschieden sein. Darnach wird sichM auch die pathologische Behandlung zu richten haben.

Wir hätten freilich, wenn es sich um die Heilmittel für das genannte Uebelsandelt, gar manche Wünsche, die schon die erste Behandlung dcs Kindes betreffen.Tenn schon in der Schule des Hauses kann von verständigen Müttern und Pslege-liwen viel geschehen, um das Achten und Ausmerken des Kindes auf die dasselbe um-ziikilden Dinge zu leiten und zu stärken, wenngleich bei den jüngern Kindern einrastmdiges Maß cinznhaltcn ist, da bei einem zu häufigen und heftigen Einstürmen«s sie auch wieder viel geschadet werden kann. Dein Kinde thut auch zu Zeiten eineMfe ruhige Beschaulichkeit wohl. Indessen was wir hier über die Pflege desMcs schon in der Muttcrschule zu sagen hätten, dürfte meistens an der leidigenchrklichkeit des Lebens scheitern. Wir beschränken uns daher hauptsächlich auf diei>zentliche Schule. Schon die Kleinkinderschule, wo sie besteht, hat die ihr an-rlrtrauten Kleinen zum richtigen Achten auf Worte, Geschichtlein, Bilder, Figuren,Mm, auf Ordnung, Vorschrift anzuleiten und zu gewöhnen. Für die eigentlicheschule ist der Unachtsamkeit der Kinder gegenüber die Forderung an den Lehrer wohlimcht und billig, daß er um so mehr ein achtsamer Mann sein müßc, der dieW vertrauten Kinder sich genau ansieht nnd sie beständig im Auge behält. Er mußsch/>vo ein unachtsames Wesen hcrvortritt, klar darüber werden, woran das liege, ob" eer Kindesnatur überhaupt, ob in andern oben angeführten Umständen, oder ob garMitst der Lehrer der Unachtsamkeit sei. Fehlt ihm selbst die innere