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2 (1879) Lob - Zuneigung
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Umgang.

Unnbhängigkeitstrieb.

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> i trinst da muß einfach Stille geboten und denselben das Lästige und Störende solcherIIGi-Mg, wie auch das Lächerliche uud Absurde dessen, was nur aus Widerspruchsgeist11 Mauptet wird, zum Bewußtsein gebracht werden. Damit soll selbstverständlich der11 Muit nicht grundsätzlich vom Umgang ausgeschlossen sein. Nur gilt auch hicfür dieMel: est moäus in rodus; man muß zeitig aufzuhörcn wissen; wer durch Schweigen»I dB andern das Feld räumt, der giebt sich damit keineswegs gefangen, Schweigen istW «ich ein Protest und oft der allerberedteste.

W Schließlich ist nur das noch zu sagen, daß, so lange nicht der Kern aller Sünden-m Menschen, der Egoismus, durch eine höhere, göttliche Macht, die Liebe,AeM'imden ist, alle Umgangsrcgeln vergeblich sind oder aber nur zur Aneignung derMen Umgangsformcn führen, die, wenn sie mit der HerzcnSmeinung im Widerspruchsieben, lediglich zu Mitteln der Täuschung werden, daß aber, wenn Liebe und WahrheitM jm Innern wohnen, dann auch die Umgangsformcn zum wahren und edlen Ausdruck11 Her Gesinnung und dadurch selbst gehoben und veredelt werden. Ueber die con-n,Miellen Umgangsformcn selbst vgl. den Art. Anstand.

Nnabhängigkeitstricb. Der Trieb, unabhängig zu sein, also sich lediglichbarch sich selbst und aus sich selbst zu bestimmen, ist in der sittlichen Natur desW Maischen mitgesetzt. Eine absolute Unabhängigkeit allerdings wäre für denselben nicht^ am eine physische Unmöglichkeit, sondern auch die Negation aller Sittlichkeit, da dieseam besteht, wo der Wille durch eiu allgemeines ethisches Gesetz sich bestimmen läßt;akr eben daß er sich selber bestimmen läßt, und daß er dies nicht thut, weil er einerHer» Gewalt nicht Widerstand leisten kann, sondern weil er ihr das Recht zuerkennt,siz sich ihm als Wahrheit zu erkennen giebt: darin bethätigt er eben in der Unter-Di Mnng seine Unabhängigkeit; und diese erweist sich sofort praktisch und reell darin,ll daß, wer nur vom Sittengcsetz abhängig ist, allein andern gegenüber eine unerschütter-W Me Unabhängigkeit bewahrt. In diesem Sinn erkennt die christliche Moral die Frci-> beit nicht bloß als ein Gut an, sondern macht es zur Pflicht, dieses Gut zu wahren;

' rzl. PalmersMoral des Christenthnms" S. 292300; und Rothes Ethik III,L 218-230.

Dem Manne gebührt die Freiheit, weil er sich selbst zu beherrschen vermag. Derllinnündige aber thut und vermag dies nicht; deswegen unterstellen wir ihn der Zucht,

- damit er durch diese erst zur Unabhängigkeit erzogen werde; die Zucht aber ist dasEegentheil von Unabhängigkeit, daher auch der Trieb nach dieser, je stärker er schonkl im Knaben sich geltend macht, desto häufiger mit der Zucht in Conflict geräth. EsII ist aber in dieser Beziehung eine große Verschiedenheit des Naturells zu constatiren.Nr nennen manchen einen unbändigen Jungen; das sind diejenigen, in denen sich derlliiabhimgigkeitstricb mit einer Art Wildheit verbindet, ohne daß darin schon ein Zeichenlmußter Renitenz gegen jede Ordnung zu finden wäre. Anders steht es bei denen,II die in jedem Zwang, in jedem Gebot und Verbot schon einen unleidlichen Eingriff inII ihre Freiheit sehen und etwas gerade deswegen thun, weil es verboten worden. SolchenII Äh zu brechen, ist oft erst ein schweres Schicksal im Stande, und oft nicht einmal^ dieses. Wenn freilich die Erzieher selbst diesen Trotz gewähren lassen oder dem Un-I astängigkeitssinn gerade am Unrechten Ort nach Laune und Willkür entgegentreten,kl dann ists kein Wunder, wenn aus dem kindischen Eigensinn eine bübische UnbändigkeitI» vird. Wieder anders stellt sich die Sache bei solchen, die den Willen haben, sichII aller gerechten Ordnung zu unterwerfen, die aber sehr genau unterscheiden, was unterdiesem Namen ihnen zur Pflicht gemacht werden darf und was nicht. Erfahrungs-gemäß bekommen wir es aber auch mit Individuen zu thun, in denen der Unabhängig-keitstrieb schwach oder unentwickelt ist. Es kann Aengstlichkeit, Mangel an Selbstver-«» trauen, es kann aber auch Trägheit sein, die sie, was man so nennt, lenksam macht;» sie lassen sich keinerlei Renitenz zu Schulden kommen und fügen sich in alles, wasman verlangt. Aber solchen Naturen ist die Abhängigkeit von äußerer Einwirkungdann auch später Bedürfnis; so richten sie zwar kein Unheil an, bleiben aber dafürM Leben lang unselbständige und darum untergeordnete Subjecte, deren sittlicher Werth» > Mig dadurch bestimmt wird, in welche Umgebung sie sich versetzt finden. DasselbeI s nannge Bild haben wir in solchen Menschen vor uns, die nur dann überhaupt einemmzcugung gewinnen, wenn sie blindlings irgend einer Anctorität folgen. Hieraus