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2 (1879) Lob - Zuneigung
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Turnen.

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Wtet, so folgten von 1862 an nach einander Württemberg, Baden und Bayernjikwit nach. Die in diesen Anstalten verfolgte Turnlehrerbildung bezieht sich nächstkr praktischen Ausbildung in den verschiedenen Turnarten und allgemeinen Leibes-jikngm (Fechten, Schwimmen re.) auf Geschichte, Literatur, Methodik und Geräthe-Mde des Turnens unter Zuhülfenahme der hierhergehörigcn Hülfswissenschaften, nä-mlich der Anatomie, Physiologie und Diätetik. Eigene Prüfungsordnungen regelntil Erlangung der Turnlehrerqualität.

In viertel- oder halbjährlichen Lehrcursen bilden jene Anstalten ihre Candidaten^ Auch Turnlehrerinnencurse sind in ähnlicher Weise in Gang gekommen. Wennh diese Turnlchrerbildungsanstalten stets für einen Turnlehrerstamm sorgen, so istichrdem die Turnlehrerbildung für den Bedarf der Volksschulen dadurch verallgemeinertMden, daß bei den Seminaren sogenannte Nachhülfecurse auf 34 Wochen für diech turnunknndigcn Lehrer des Umkreises eingerichtet wurden, während die Seminar-Ufe selbst eine solche Ordnung erhielten, wonach die abgehenden Zöglinge ihre Vor-Wmg und Befähigung für den Volksschulturnunterricht darin erlangen können.

Landes- und Gemeindevertretungen haben seitdem die Lösung der Turnfrage mitUmsicht und Entschiedenheit ausgenommen, wofür man nicht unbedeutende Geldopfer,icht scheute, wenn es nun galt, Turnhallen und Turnplätze zu gewinnen und Turn-ier anzustellen. Die Anlage der Turnhallen ist meist nach dem Bedürfnisse derLchulen im Spieß'schen Sinne für eine Turnclasse von 4060 Schülern berechnet,meiner Länge von 1416 Meter, in einer Tiefe von 1012 Meter und einer Höhe»ö-8 Meter erfolgt. Es haben diese Turnhäuser gedielten Boden und sind Heiz-er. Von diesen Turnhallen weichen nur die nach Jägers Forderungen construirtenMembergischen ab, die mehr einen überbauten Turnplatz darstellen, worin Lauf-»d Wurfbahnen völlig Platz haben. Die Einzelnheiten darüber finden sich in demTake:Turnhallcnpläne nach der württcmbcrgischen Turnordnung. Stuttgart, 1869"sj L 25 H), und wenn ein Lehrer Einsicht von der mustergültigen Einrichtung einerimhalle mit Spieß'schen Forderungen nehmen will, dann dient in trefflicher Weiselik Schrift:Die Anlage und Einrichtung von Turnhallen und Turnplätzen, vonK. Zedtler. Leipzig, E. Strauch, 1878" (75 H).

Zu jenen zwei Entwicklungen des Turnens für Jung und Alt ist auch noch daskehr- oder Soldatenturnen beizufügen. Die Erfolge der neueren Kriege haben dar-Mii, daß bei gleicher Tapferkeit immer diejenigen Armeen überlegen waren, welche«planmäßig gewonnene Leibesfertigkeit und gesteigerte Ausdauer, Kraft und Ge-»Mdtheit, einem langsameren und körperlich weniger entwickelten Feinde gegenüber,Hieten konnten. Eine gute Armee braucht heutzutage gewandte, dauerhafte undiunh das Bewußtsein der Kraft geistesgegenwärtige und muthige Soldaten. Darumich mau in Deutschland bei der Recrutenausbildung die turnerische Entwicklung alsmn wesentlichen Factor hinzu, der auf seinen speciellen Zweck gemünzt und bereitsitzt durch eine reiche Literatur vertreten ist. Den Lehrer, welcher sich eine Uebersichtiss Turnens in Deutschland wie im Auslande nach seiner Entwicklung für Vereins-,Dul-, Wehr- und Heilzwecke verschaffen will, wird das Werk:Katechismus derinmkunst, von 1>r, M. Kloß. Fünfte Aust. Leipzig, Weber, 1879" nicht im Stichelchn.

Wenn nun die turnerische Erziehung in den Schulen mit dem Turnen in denseinen und in der Armee Hand in Hand geht, so liegen die unberechenbaren Vor-W für die achtunggebietende Stellung der deutschen Nation zu Tage. Denn dieMsgaben der Völker erfordern in dem Maße, als sie großartiger und verwickeltersmdkn, auch einen gesteigerten Kraftaufwand für die Anforderungen in Friedens- wie« Kriegszeiten, weshalb jedes Mittel zu ergreifen ist, daS dem körperlichen Verfallell» Einzelnen wie der Gesammtheit Vorbeugen kann.

Die Turnanstalten bieten ein solches Mittel, das die Gesundheit und Kraft unseres«lkes, seine geistige und sittliche Ertüchtigung sehr bedeutend zu heben im Stande!?l!« daß es sich recht wohl der Mühe lohnt, wenn Fürsten, Staatsmänner, Lehrer,sUkm und Bürger unseres gesammten deutschen Vaterlandes fortfahren, dem TurnenV Theilnahme und sorgfältige Pflege zu widmen.

Dresden. vr. Moritz Klotz.