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2 (1879) Lob - Zuneigung
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Turnen.

eignet, die Beweglichkeit und Erkräftigung des weiblichen Organismus zu fördmiDurch Takt und Rhythmus werden solche kunstvolle Verbindungen dieser Bewegungformen belebt und erhalten mit dem Körperbildenden zugleich ihren ästhetischen N»rakter. Solche kunstvolle turnerische Gebilde hat die Spicß'sche Turnschule in duReigen" (Gesang- und Tanzreigen) geboten und gerade für das Mädchenturnen Lusersnutzbar gemacht.

Den Freiübungen reihen sich dann die Holzstabübungcn, die Hebungen mit de»langen und kurzen Schwungseil, Hang- und Streckübungen am Stangengerüst, an deSchaukelringen, an der Hang- und Stemmschaukel, am Rundlauf und an den Schwebekanten an, so daß ausreichende und passende Gelegenheit für körperliche Ausbildundes weiblichen Geschlechts vorhanden ist. Auch die turnerischen Bewegungsspiele smfür Mädchen sehr am Platze.

So ist gegenwärtig die Aufnahme des Turnunterrichts als eines nothwendigeweiblichen Bilduugsmittels seit dem Auftreten Spießens immer allgemeiner gewordeund die darnach geltende Praxis einer rationellen weiblichen Turnkunst hat sich desBeifalls der Gebildeten zu erfreuen, so daß die Vorurtheile dagegen immer mehr geschwunden sind zu Nutz und Frommen eines frischen und fröhlichen Wesens in de»>Kreisen weiblicher Erziehung. Hat die weibliche Turnkunst auch noch keine lange Ge-schichte, so hat sie doch schon ihre Literatur, aus welchem Gebiete einige die Aufmerksamkeit der Lehrer verdienende Schriften hervorgehoben werden mögen:

Kallisthenie oder Hebungen zur Schönheit und Kraft für Mädchen, von H. Clias,Bern, 1829. Die oben genannte Schrift von A. Werner. Turnschule MMädchen, von O. Schettler, Plauen i. V., 1872. Weibliche Hausgymnastik,-von vr. M. Kloß. 3. Aufl. Leipzig, 1873. (2 40 H.) Die weibliche Turnst

kunst. 3. Aufl. Leipzig, 1875. (9

Ileberschauen wir nach dieser Darstellung der verschiedenen Epochen des Turnensden gegenwärtigen Stand der Sache im allgemeinen, so sind die praktischen Folgenjener systematischen Entwicklung in zwei Hauptrichtungen zu erkennen, welche in deEntwicklung des Schulturnwesens, wie in den gesellschaftlichen Turnvereinen und G:nossenschaften Erwachsener vorliegen. Diese Sonderung des Schul- und Vereinstmn-wesens hat sich erst neuerdings vollzogen; denn zu Jahns Zeiten bestand nur eine^alle Alters- und Berufsclassen umfassende Turngenosscnschaft. Es liegt in der Nam.der Sache, daß das Turnen der Schulen von den Regierungs- und Schulbehörde:,organisirt und geleitet wird, während die Fürsorge für die freien Turnvereine deixAusschüssen dieser Genossenschaften obliegt. Nach beiden Seiten hin hat die Neuzeitinfolge des Umschwunges in der öffentlichen Meinung zu Gunsten des Turnens sehrerfreuliche Fortschritte gezeigt. Das Schulturnen hat für Deutschland seine Vertretungin der Zeitschrift: , si

Neue Jahrbücher für die Turnkunst. Blätter für die Angelegenheiten des deutsch^'Turnwesens vornehmlich in seiner Richtung auf Erziehung und Gesundheitspflegeherausgegeben von M. Kloß. Dresden, Schönfeld," wovon 1878 der 24 . Band er--schienen ist, während die Interessen des Vereinsturnwesens durch diedeutsche Tumzeitung, Organ der deutschen Turnerschaft, Leipzig, E. Strauch" vertreten pndFür die Angelegenheiten des schweizerischen Schul- und Vereinsturnwesens erscheintSchweizerische Turnzeitnng, red. von I. Niggeler. Bern."

In Deutschland und in der Schweiz liegen ziemlich übereinstimmende Entwi^lungen des Turnwesens vor. In den Turnvereinen haben sich hier wie dort die pJahn'schen Traditionen erhalten, während in den Schulturnanstalten die Spieß >cheMethode mehr an Boden gewonnen hat. Die Jahn'sche und Spicß'sche TuriiMPergänzen sich vielfach, und so hat es sich meist so gestaltet, daß das Jahn'lche Turmmit seinen Eigentümlichkeiten vom Jünglingsalter an vorherrschend ist, während dBSpicß'sche System für die vorhergehenden Altersstufen sich bewährt. In beidensind außerdem die geeigneten Jäger'schen Hebungen im Gange.

Vom I. 1860 ab tritt fast in allen deutschen Staaten eine lebhafte BewUim,auf für allgemeine Einführung des Turnunterrichtes bei den Volksschulen m SiMund Land. Dabei kam natürlich die Frage der Turnlehrerbildung sehr inHatten Preußen und Sachsen schon 1850 staatliche Turnlehrerbildungsanstaue