Temperament.
Thiitigkcitstrieb.
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, ^ diencn, eine gegebene Individualität in dcm innern Zusammenhänge ihres Lebcus-Micbcs schneller zu verstehen; sie wären aber gefährlich und es wäre einem Päda-«ii besser, er hätte nie davon erfahren, wenn er nun sich dabei beruhigen wollte,»1 ein Phlegmatiker und 11 ein Choleriker, D also nach diesem Rcccpt und 1!»ist jenem zu behandeln sei. Vielmehr wenn ein Zögling auch das ausgesprochensteuiiiperi»nent nach der einen Seite hätte, so wäre jetzt erst recht die Aufgabe, zu finden,-maus bei ihn: gerade diese Eigenthümlichkeit beruht und mit welchen andern SeiteniiimS Lebens sie zusammenhängt. Ganz besonders aber wird .die Aufmerksamkeit aufUiiibare oder wirkliche Veränderungen des Temperaments zu richten sein, die sich imstckufe der Erziehung cinstcllen, und gefragt werden müssen, ob es nicht Fehler intir Erziehung selbst sind, welche aus einem lebhaften und offenen Kinde ein indolentesMd schüchternes, aus einem heiteren und gleichmäßigen ein verdrossenes und reizbares«echt haben. — Wenn man nun aber fragt: wie soll sich der Erzieher praktisch'«den Temperamcntsuntcrschicdcn stellen, so gilt vor allem, daß cs kein Normal-miperament in dem Sinne gicbt, daß alle einzelnen demselben müßten mit Aufgabeka natürlichen Unterschiede angcnähert werden. Zweck der Erziehung kann also«>mls sein, zu uniformiren; keine Art von Verknüpfung der Thätigkeiten unter einander,Im Maß von Erregbarkeit hindert an und für sich die Erfüllung deS Lebens mitminmftigcm Inhalt und die Uebereinstimmnng seiner Functionen unter der Her-bst einer sittlichen Idee. So gilt cs also nicht die Unterschiede zu zerstören, sonderns,i so zu erhalten, daß sie den Zwecken des Ganzen sich ergänzend dienen. — Wohlikr hat mit Recht fast überall die Psychologie darauf aufmerksam gemacht, wie mitmschiedenen individuellen Lebensformen auch verschiedene Gefahren für die harmonischemd glückliche Ausbildung der menschlichen Kräfte verknüpft sind. So unmöglich esikr ist, alle Combinationcn zu classtficiren, die überhaupt wirklich Vorkommen, so un-möglich ist es eine Tabelle der Gefahren zu liefern, welche von der einen oder andernSitte ausgehen und neben jede die pädagogische Medicin hinzuschrcibcn, die dagegenzmicht werden muß; auch hier will jedes Individuum für sich studirt werden, undM stellt der Erziehung seine besondere Aufgabe. Und für diese gilt richtig ver-Ddeii Bacons Wort: Haturu von uisi pursuclo vinvitur. Die Aufgabe selbst aberk>»> in nichts anderem bestehen, als darin, durch Pflege und Kräftigung der vonMir schwächeren Kräfte den andern ein Gegengewicht zu geben und zwar so, daßw> ihrer verwendbaren Kraft möglichst wenig verloren gehe, wohl aber möglichst viel«> den Dienst der Selbstbeherrschung komme. Das Letztere ist um so nöthigcr imLge zu behalten, als es allezeit leichter ist zu zerstören als aufzubauen, zu unter-!Mm als zu beleben. Und dabei darf nicht vergessen werden, daß wie cs im sinn-tichc» Leben eine Stellvertretung eines Organs für das andere giebt, wie wennim Blinden die Hand das Auge vertreten muß, so auch im Geistigen ein solchesKamt der Kräfte stattfindct; hier ist der allgemeine Vicarius der selbstbewußte, durch«bläßige Hebung gekräftigtc Wille. Diesem zur Macht zu verhelfen ist, wie die Auf-pic der Erziehung überhaupt, so auch die einzige Univcrsalmethode, um die Ein-igkeiten des Temperaments auf ihr mit den sittlichen Zielen verträgliches Maß zuMärken.
Thätigkcrtsirieb. In den Artikeln: „Arbeit", „Beschäftigung", Bewegungs-Me", „Fleiß", „Langeweile", „Ökonomische Arbeiten", „Selbstthätigkeit", „Spiel"!>ü bereits die Hauptmomente dieses Triebes, insofern sie pädagogisch bedeutsam sind,»örtert worden und wir verweisen auf diese und ähnliche, wie „Lehren und Lernen".
gilt es, den Trieb als solchen zu charakterisircn und in seiner normalen und»malen Entwicklung darzustellen.
Finden wir uns erst mit dem Begrifflichen ab. Wir nennen jedes Wesen thätig,W seine Kraft äußert, zur Anwendung bringt; „Thätigkeit" ist die in BewegungAchte Kraft. Denken wir nun auch bei dem Worte vorzugsweise an diese Be-dgmig selbst: so ist damit der Gedanke an Zweck und Ziel der Bewegung keines-W verneint. Der Zweck einer Thätigkeit mag nicht immer zum Bewußtsein kommen,
«verstehen wir die Verwirklichung der inneren Kraft durch einen Act des selbst: