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2 (1879) Lob - Zuneigung
Entstehung
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Temperament.

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Einen Unterschiede geben nur einen weiten Rahmen, innerhalb dessen noch, beiWer Höhe der Scala., alle möglichen bestimmteren Unterschiede Platz haben; dennist noch nicht gesagt^ in welchem Gebiete geistiger Lebendigkeit vorzugsweise dieHaft s>ck> äußert. Es ist zwar leicht, zunächst die Gebiete einzeln zu messen und da-W sozusagen die Posten zu gewinnen, aus denen sich die Summe zusammensetzt;also'sin' jeden den Punct auf jeder der Scalen zu bezeichnen, die zwischen dumm undintelligent, zwischen nüchtern und phantasievoll, zwischen unempfindlich und weich,Mm schwach und energisch liegen, und so ähnlich wie bei jenem Zeugnis ans in-»emnm äobils juäicinm üedils msmorin tndilis die Summe zu ziehen totns llowoiMiitMis; allein trotzdem daß die Praxis der Schultabellen beweist, daß man mitsolchen Werthbestimmungen der einzelnen Kräfte immer noch etwas zu erreichen glaubt,st widerstrebt einer mechanischen Addition und tabellarischen Bchandlungsweise die Ein-sicht, daß wichtiger als das bloße Maß der getrennten Kräfte die Form ihres Zu-sammenhangs untereinander und das Verhältnis ist, in dem sie in diesem Individuumst, meinem andern anders aufeinander wirken; so daß bei gleicher relativer Kraft dermzelnen Thätigkeiten doch z. B. eine bestimmte Gefühlserregung in ^ ganz anderestolzen hat als in L und eine ganz andere Reihe von Thätigkeiten anslöst. In dieseUnterschiede des Verhältnisses einzudringen, in welchem ein Gebiet des Lebens durchdB andere bestimmt ist, wurde erst jener Schätzung quantitativer Unterschiede einelieserc und fruchtbarere Bedeutung geben und zugleich hoffen lassen, die bloß quanti-dtivm Unterschiede, welche eine Scala der relativen Intensität bietet, mit wirklichenGegensätzen zu einer brauchbaren Einthcilung zu vereinigen.

Versuchen wir nun aus der Natur des geistigen Lebens selbst die möglichen Gegen-sätze zu entwickeln: so ist der erste und allgemeinste Gegensatz der, den Schleiermacherdurch Receptivität und Spontaneität bezcichnete. Die einen sind bildsameNaturen, deren weiches Wachs nach jedem Drucke sich formt, die andern die spröden«d scharfkantigen, die selbst einzudringen und ihre Umgebung nach sich zu bilden

Im Gebiete des Vorstellcns sind jene diejenigen, die ohne Wahl alles auf-nchmcn, was der Zufall oder der Unterricht ihnen bietet, und deren Hauptthätigkeit imtlneignen besteht; diese dagegen gehen an vielem gleichgültig vorüber oder weisen eswiderwillig ab, um desto kräftiger den Weg zu verfolgen, den ihre Natur ihnen an-«ist. Im Gebiete des Handelns sind jene die abhängigen, leicht bestimmbaren,timenden, die keiner Aufforderung widerstehen, keinen Zweck festhalten, die SünderM Schwachheit und nicht aus Bosheit, deren ganze Haltung von der Gesellschaftckhängt, in der sic leben; diese die selbständigen, eigenwilligen, widerspenstig und trotzigzogen jede Zumuthung, eigensinnig in der Verfolgung einmal gewollter Zwecke, un-glücklich, wenn sie sich fügen und dienen mäßen und nur zufrieden, wenn andere sieMähren oder sich von ihnen beherrschen lassen. Und derselbe Gegensatz reflcctirt sich«uch im Gefühlsleben; denn jene Bestimmbaren werden vorzugsweise die passiven Gefühlei» sich erleben, die gegen die Seite des Vorstellens zwischen Langweile und Unter-haltung liegen, gegen die Seite der Strebungen hin aber zwischen Genuß und Ent-ehrung. Die Spröden aber werden vorzugsweise von den Gefühlen bewegt werden,«lohe von dem Gelingen und Mißlingen der Thätigkeit abhängen, und die im Ge-diote des Vorstellens zwischen dem Hunger nach einem werthvollen Inhalt und dersust des Schaffens oder dem Jubel des liegen, im praktischen Gebiete aber

Rischen dem Zorn und Umnuth, den Hindernisse erwecken, und dem Selbstgefühl desErfolges. Andere Gegensätze ergeben sich, wenn wir fragen, in welchem Ver-hältnis die verschiedenen Richtungen des Lebens gegenseitig durch-kuuinder hervorgcrufen werden. Und hier treffen wir darauf, daß in einigen>»Mr am leichtesten auf jede Veranlassung Bewegungen des Vorstellens und die da-ko» abhängigen Gefühle auftretcn, in anderen aber umgekehrt alle Lebensmomente amloichtesten zu Begehrungen, Wünschen, Entwürfen, Handlungen ausschlagen. Jene sind«Beschaulichen (Theoretischen), diese die Handelnden (Praktischen); jene dieWinnen, diese die nach außen Gewendeten; jene finden ihre Befriedigung in derMrhestund Schönheit ihrer idealen Welt; diese in der Umgestaltung der wirklichenE Sowohl bei jenen als bei diesen ist wieder ein Doppeltes denkbar: entwederW bei den Beschaulichen der Gang des inneren ThunS vorzugsweise der Natur der