Temperament.
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^ii aus der Sache zu bestimmen: so kann darüber vorerst kein Zweifel sein, daß werNi Temperamenten spricht, nicht von demjenigen sprechen will, worin alle Menschensondern von dem, worin die Einzelnen verschieden sind. EbensowenigZweifel darüber, daß der Unterschied zwischen Gesundheit und KrankheitMrhalb des GesichtspunctcS desjenigen fällt, der von Temperamenten spricht. Fragenxjr aber, worin die Gesunden verschieden sind: so fallen zunächst alle die Unterschiede«cihalb der Aufgabe, die sich, wie die Unterschiede des Alters und Geschlechts odertii der Rasse, an unzweideutigen Zeichen äußerlich erkennen lassen. Und ebenso fallen,der übereinstimmenden Wendung, welche die Wissenschaft genommen hat, über-list alle körperlichen Unterschiede als solche außerhalb der Betrachtung. Wer alsoicii Temperamenten redet, will von demjenigen reden, in was die gesunden MenschenI I iwb der Seite ihres Seelenlebens verschieden sind. Darin liegt bereits eine doppelte
I I Lj'mmgkeit der Aufgabe enthalten: einmal, daß das geistige Leben nicht direct zu
Mchtcn, sondern nur aus den körperlichen Aeußerungcn zu erschließen; und dann,t ' dq m jedem Momente das geistige Leben in seiner individuellen Gestalt nur zu er-k spinie» ist zugleich mit seiner Vergangenheit, durch die cs geworden ist. Von jenem»g ßeWpmict aus gewinnt die körperliche Acnßcrnng innerer Zustände eine für die
II aä'iige Schätzung des inneren Lebens oft gefahrdrohende Bedeutung, indem stie äußeresibmdigkcit und Beweglichkeit nur zu häufig als Maß der inneren angesehen wird;»diesem aus erwächst das Problem, aus einer gegebenen Größe zwei Unbekannte
bestimmen, nämlich das was der Mensch von Natur und was er durch seine Ge-ll siMc ist; und damit die Frage, auf welchem Wege cS möglich sei zu ermitteln, wo-Isttmhdie Menschen von Natur, abgesehen von ihrer Geschichte, verschieden sind.
I Begnügen wir uns zunächst damit, dieser Schwierigkeit der Aufgabe bewußt ge-«erdenzu sein und fragen weiter: In welchem Sinne und mit welcher AbsichtIlsellvou den Verschiedenheiten der Einzelnen geredet werden: so bietensich einmal zwei Methoden dar, um diese Verschiedenheit zum Bewußtsein zu bringen.Tic eine ist die vom Einzelnen ausgehende, welche bestrebt ist, sich von den ver-schiedenen Individualitäten ihres Gesichtskreises möglichst ähnliche Bilder zu machen;sie ist ein geistiges Porträtiren und die Meister darin sind jene Virtuosen der Charakter-- stämmig, die das Bild eines Menschen in künstlerischer Abrundung darzustellen wissen.Lad wir so gewinnen, ist eine Gallerie von Individualitäten, deren Grundstock die-jenigen sind, welche wir selbst im Leben kennen gelernt, die sich nach allen Seitenkich die Schilderungen der Historiker, noch mehr durch die anschaulicheren der Dichteremeitert. Die bloße aufmerksame Betrachtung und Vergleichung des Einzelnen schärftWiz von selbst den Sinn auch für feinere Unterschiede, und übt auf rein empirischem,ch seiner Regeln und Gründe nicht einmal bewußten: Wege in der Kunst, die einzelneniimjjmmgcn menschlichen Geistes richtig auf die bleibenden Eigenschaften zurückzu-initkii, aus denen sie entspringen. In dieser Uebung besteht die gewöhnliche Menschen-kMtnis, die jedem nöthig ist, der mit Menschen zu verkehren hat. — Aber dieserTcg, die Verschiedenheiten der Menschen zu erkennen, ist nicht der der Temperameuts-lchc. Nicht die unerschöpflichen Differenzen der Einzelnen will sie aufzählen, sondernst will allgemeine Begriffe aufstellen, unter welche alle individuellen Differenzen fallen;sie will die obersten Glieder einer Classification geben, und so die Gesammthcit derEinzelnen in Hauptclassen vertheilen, die durch entgegengesetzte Merkmale bestimmtM. Und der Weg, diese Hauptclassen zu finden, ist derjenige, der immer cinge-ftlagen worden ist: nicht von der Beobachtung auszugehcn, um von hier aus die am«jlen ähnlichen in Gruppen zu vereinigen, sondern von der gemeinsamen menschlichenMur, »m in ihr die Seiten aufzufinden, die entgegengesetzte Bestimmungen zulassen,md so durch eine methodische Theilung des Begriffs vorzugehen.
Ehe wir nun fragen, welche Gcsichtspuncte für eine solche Eintheilung ausgestellt«>>d in welchem Sinne allein die Eintheilung selbst verstanden werden kann, ist es"Gg, sich noch Rechenschaft darüber zu geben, in welcher Absicht eine solche Ein-Mung gemacht werden will, und welchem Bedürfnis sie genügen soll. Die Ein-Miuuig der Menschen nach 4 Temperamenten ist theoretisch werthvoll, wenn sie mirMaitet, jeden Einzelnen leicht unter daS eine oder andere zu subsumiren, und darausMi, eine Reihe von Eigcnsckaftcn abzuleitcn, die nicht unmittelbar gegeben sind, die