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Taubstummenbildnng.
Taufe, Taufguade.
die beste Gelegenheit zu einer geordneten Fortbildung in einer von der Anstalt eingerichteten Sonntagsschule oder durch Lcctüre aus der Anstaltsbibliothck sowieTheilnahme an den sonntäglichen Bet- und Andachtsstunden in der Anstalt zn verschaffen und in mancher andern Art ihr Wohl zu fördern. Anordnungen der Arwerden nicht ausbleiben, wenn die segensreiche Fürsorge, die der Tst.-Bildung stgunverkennbar von den Regierungen geschenkt wird, ihren stufeugcmäßen Fortgang m,Mund das darf gehofft werden. C. G. Firnhaber.
Taufe, Taufffuade. Im Bereich der christlichen Pädagogik gebührt dieseGegenstand eine nicht unbedeutende Stelle; wie die Taufe aufs engste mit dem K»techumcnat, also mit der kirchlichen Erziehung zusammenhängt: so irren wir gewinicht, wenn wir das Herrschendwerden der Kindertaufc aus einem Pädagogischen Miablciten, d. h. aus den: Gefühl, daß in der Taufe des Kindes dem Elternhcrzen deleuchtende Punct gegeben ist, von dem aus das Werk der Erziehung seine chris"Weihe, seine Verklärung empfängt. In der That ist die Taufe der symbolischedruck und der feierlich markirte Anfang aller derjenigen Einwirkungen auf das Kmdie von der christlichen Gemeinschaft ansgehen, wie in ihr ja dadurch, daß der Regnach nur der Geistliche als Täufer fungirt, die Kirche von Amtswegen Notiz minvon dem Kinde, es in die Zahl ihrer Mitglieder cinrciht, um seiner Zeit eS in kirchliche Erziehung zu nehmen und zur Confirmation und Communion zu führen.
Aber wie wird nun die Pädagogik ihrerseits von der Taufe zu reden haben?Wäre die Erziehungswissenschaft nichts weiter, als eine auf empirische Psychologie g°gründete Kunstlehre, dann würde das Wort Taufe eigentlich gar keinen Platz in deErziehungslehre haben. Allein auf dem rein empirischen Wege, ohne idealen Hintergrund, läßt sich nun einmal eine christliche Pädagogik nicht construircn. Für die letzterhat vielmehr die Taufe, speciell die Kindertaufe gerade die Bedeutung, jenen Idendes Reiches Gottes, der Erlösung u. s. w., die auf dem Weg empirischer Psychel,niemals gewonnen werden, die vielmehr unsichtbar, aber dem Glauben gewiß und'über dem Menschen schweben, ihren aus des Herrn Worten stammenden, symbol ,schönen Ausdruck zu geben. Mit der Kindertaufe bekennen wir es und der Herr istStifter dieses Sacramcnts hat cs besiegelt: 1) Auch des Kindes Bestimmung ist dmHimmelreich (Marc. 10, 14). 2) Aber so wie cs geboren ist, wird cs diese Besinnmung nicht erreichen; bliebe es sich selbst überlassen oder würde nur menschliche Erziehungskunst an ihm sich versuchen, so würde die Macht der Sünde, wie wir ersahrungsmäßig als ein Erbtheil menschlicher Natur sie kennen (s. d. Art. Erbsündejjene Bestimmung vereiteln. 3) Gott aber thut auch diesem Kinde seinen Gnadenschaauf und läßt ihm aus Christi Fülle ein Leben zuflicßen, das als heiliger Geist jenSündenmacht zu überwinden vermag. Und deshalb feiern wir in der Taufe die Wiedagebürt des Kindes (Tit. 3, 5). Wie nun zu diesem wesentlich inneren Vorgang deäußere Act des Taufens, und der sichtbare, handgreifliche Stoff, der dazu verwendewird, das Taufwasser, sich verhalte, darüber werden sich, wie in andern ähnlicheFragen, immer zwei entgegengesetzte Ansichten, die mystisch-dogmatische und die pstzch:logisch-ethische gegenüberstehen. Dieser Unterschied der Ansichten hat aber für den Eizieher keine hohe praktische Bedeutung, denn im einen wie im andern Fall sagt di.Taufe ihm das Zweifache: 1) Es ist nicht Sache deines Gutdünkens, wie und wo;du dein Kind erziehen willst; es ist dem Herrn geheiligt und gehört ihm, seinem Reichfeiner Kirche an; die Taufe zeigt dir, was deine Aufgabe ist, denn sie ist der göttlichgeweihte Anfang der Erziehung; was sie im Kinde schafft oder bedeutet, das darfst di.nicht verwahrlosen, nicht zerstören, sondern hast es gewissenhaft zu pflegen und bisGott dafür verantwortlich. (Hieran schließt sich auch die pädagogische Bedeutung disInstituts der Taufpathen an; sie sind als die der Kirche gestellten Bürgen zu betracht«die dafür einstehen, daß das Pathchen im Sinne des zum Taufact gehörigen Bekennnisses erzogen werden wird, die also, wofern die Eltern sich saumselig erweisen oderpositiv schlecht auf das Kiud einwirken, im Gewissen gebunden sind, in die Lücketreten; ihre Aufmerksamkeit und Fürbitte ist in diese Verpflichtung von selbst mite»geschlossen.) 2) Wie aber die Kindestaufe uns bezeugt, allem unserm Erziehen gst,die Arbeit eines unsichtbaren Erziehers voran; so giebt sic uns eben damit auch dckTrost, daß er von innen heraus des Kindes Ohr und Herz für unser Wort ösl«
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