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2 (1879) Lob - Zuneigung
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Taubstummcnbildnng.

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kniitnisse erhalten, zu Gott beten und ihn furchten lernen, daß ihnen der Kreis vonAnschauungen nnd Vorstellungen zugeführt wird, die ihnen das Leben in der Familieund iu der engeren Heimat uothwendig macht, und daß sic die uothwcndigsten derselben«Mücken lernen, wenn nicht durch Articulation, doch durch natürliche Gebende undSchrift. Ein so beschränkter Grad der Bildung kann in gut organisirteu Anstaltentimen fünf Jahren erreicht werden. DaS Pariser Institut erreicht-ihn iu einemNcmeutarcurs von vier Jahren und entläßt dann die minder fähigen und ärmeren zurErlernung einer Profession unter tüchtigen Meistern innerhalb der Anstalt Litho-graphen, Buchbinder, Holzschneider, Tischler, Schuster auf drei weitere Jahre,«hrend deren sic der Disciplin der Anstalt noch ferner unterstehen, an deren Rcli-giciiSübnngen sich betheiligen und das von ihrem Beruf Erforderliche im schriftlichengedankenausdrnck weiter üben. Eine solche Fürsorge für diese Classe der Taubstummen,die auch in dein Institut zu Schleswig gefunden wird, ist gewiß der Fortsetzung einessystematischen Unterrichts vorzuzichcn, der in Paris den befähigteren Schülern unddenen aus höheren Lcbcuskreiscn während derselben dreijährigen Zeit zuthcil wird.Wenn irgendwo, so gilt bei der Taubstummenbildung der Grundsatz: non setrolaoseä vitnk d. h. nicht für die Schule sondern für das Leben: der Spruch sollte mitriesengroßen Lettern iu jedem Lchrzimmer angeschrieben stehen und den Lehrer in jedemAugenblicke mahnen, sich rücksichtlich des Stoffes auf das Nothweudigste zu beschränkenund so direct wie möglich auf die Hauptsache loszugehen.

Für die Erreichung dieses Zieles innerhalb der angegebenen Frist treten allerdingsmanche Voraussetzungen ein, deren Erfüllung theils bei allen gut eingerichteten Lehran-stalten, theils insonderheit beim Tst.-Untcrricht erwartet werden muß. Dazu gehörteinmal, daß die Anstalt mit allen erforderlichen Unterrichtsmitteln reichlich ausge-statict sei, namentlich mit reichlichen Anschauungsmitteln in Natur und Bild, unddaß auch für die Förderung des körperlichen Wohles der Schüler gesorgt sei, z. B.durch Verabreichung von Bädern; ein Knausern ist hier ganz am Unrechten Orte; so-dann, daß die Classen irr der erforderlicher: Anzahl vorhanden sind und die einzelnenSckülerabthcilungcn nicht nach dem Lebensalter der Schüler, sondern allein nach derenFähigkeit und dein vor: ihnen bereits erworbenen Grade von Kenntnissen gebildet werden,da nur auf diese Weise ein gleichmäßiges Vorschrcitcn erreicht werden kann; daß dieVersetzungen in eine höhere Classe nicht von der Zeitlänge abhängig gemacht werden, welcheein Schüler in einer Classe verbleibt, sondern von den: Grade seiner erreichten Aus-bildung; die in den Volksschulen gebräuchlichen jährlichen oder halbjährigen sind hiernicht anwendbar. Dort mögen sie in der großen Schülerzahl, die eine individuelleBehandlung erschwert und irr der gesetzlich geforderten achtjährigen Schulpflicht ihreEntschuldigung finden, hier fehlen diese Ursachen, da die Schülerzahl in jeder Classe einesesi begrenzte, nicht über 1520 hinausgehcude sein soll, und weder eine Schulpflichtig-keit, noch die Länge derselben gesetzlich vorgcschricben ist, weshalb jede uunöthige Ver-längerung des Classencursus für den Einzelnen unentschuldbar erscheint. Es ist weiter zuverlangen, daß jede Classe durch einen besondcrn Lehrer geführt werde, so daß der Schülernickt immer bei demselben Lehrer im Unterrichte bleibt, sondern gezwungen wird, sich mitverschiedenen Lehrern zu verständigen, was für seine Ausbildung zur Lautsprache von»»schätzbarem Werthc ist; daß auf Grund eines allgemeinen Lehrplans (Grundzüge"zu einem solchen sind 1867 in Weimar gedruckt erschienen) für jede Anstalt ein spe-kulier bis ins Detail ausgcarbeitetcr für alle Unterrichtsfächer zu Grunde gelegt werde,»bcr dessen Ausführung der Dircctor durch häufige Revisionen wacht und mitihnen Kollegen in zahlreichen Confcrenzcu bcräth, eventuellunter Anordnung eines""chhlllfeunterrichts und einer unterrichtlichcu Beschäftigung der Schüler während derersten Ferien, damit das bis dahin, an Ordnung und geistiger Zucht, Sprachfertigkeith»d Sprachverständnis mühsam Gewonnene nicht wieder verloren gehe" (Rößler).. s"? rfMdwo ist hier ein Arbeiten nach einem Plan und nach einer Richtung, einmträchtiges Zusammengehen aller Lehrer erforderlich, allerdings aber nur in deinMe möglich, daß ein tüchtiger Director an der Spitze der Anstalt steht, mit allen-oesugnissm eines Dirigenten ausgcstattet und von hervorragender so spccieller Fach-M allgemeiner Bildung, vor: großer geistiger Begabung, vielseitiger Erfahrung, auch»v» gewinnendem äußeren Auftreten. Hätte die neudcutsche Schule solche Direktoren