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Taubstuiiimenbildung.
stets von dem österreichischen Kaiserhause mit Liebe gepflegten und reich dotirimk. k. Tst.-Jnstituts zn Wien gewesen, das erst später aufgehört hat, ein exclusiver Ver-treter der französischen Schule in Deutschland zu sein. Die Pariser Anstalt istHMuster für die später entstandenen Tst.-Jnstitute geworden in Frankreich, Holland, BestienDänemark, Schweden, Norwegen, Rußland, Italien, Amerika, der stanz. Schwei'ja längere Zeit auch für deutsche Anstalten, die es natürlich verzogen, einer mit alleOffenheit klar entwickelten Methode zu folgen.
Während die französische Schule noch heutigen Tages in der Hauptsache den vorde l'Epec aufgestellten Grundsätzen folgt, wenn auch Houdin in Paris seit 1855 st,Satz ausgesprochen und mit demselben in Frankreich großes Aufsehen gemacht batdaß jeder Tst., der eine ungetrübte Intelligenz, richtige Sehkraft, gesunde sensitiveNerven und richtig geformten Stimmapparat besitzt, wie starkgradig, alt und incuraleauch seine Taubheit sei, die Function und die Fähigkeit des articnlirt.cn Worts m,'die Kamst erlangen könne, von den Lippen der Sprechenden zu lesen, ist die deutsch-st weit deren Grundsätze Heinicke erkennen ließ, eine völlig andere geworden, dieUnterschiede von der alten die neudeutsche, auch neupreußstsche Schulennannt wird. Hill, dessen Werk „der gegenwärtige Zustand des Tst.-Bildunqswei«,in Deutschland. Weimar 1866" uns ein Führer gewesen ist, nennt sie, soviel cselbst auch zu ihrer Gestaltung beigetragcn hat, ein Erzeugnis der gesammtcn deutsch«Tst.-Lehrer und vergißt nicht, dabei die Verdienste der von I)r. Jäger (fl 1864 alPfarrer in Köngen in Württemberg) als Vorsteher der Tst.-Anstalt zn Gmünd --gründeten württembergischcn Schule in das gebührende Licht zu setzen. Die n..deutsche Schule hat den unhaltbar gewordenen Satz, daß alles Denken in der Feder Sprache vor sich gehe, allerdings aufgebcn müßen, das kann sie aber nicht Hindu,die Erwerbung der Lautsprache als Mittel und Ziel des Tst.-Unterrichts beizubehaltc.Sie hat die Aufgabe der Tst.-Bildung dahin bestimmter sormulirt, den Tst. die Volksschule zu ersetzen und ihnen im wesentlichen zu gewähren, was die Elementarschuleden hörenden Kindern für das Leben mitgiebt; sie hat deshalb den UnterrichtSbetriein möglichste Uebereinstimmung mit dem immer rationeller ausgcbildeten Verfahren inder Elementarschule gebracht, den Lehrstoff nach Fähigkeit und Bedürfnis der Schulesorgfältiger ausgewählt und begrenzt wie auch angemessener behandelt, die zn Gebotstehenden und thcilwcise neu erfundenen Unterrichtsmittel zweckmäßiger angewcnbet undadurch der Schulbildung ihrer Zöglinge größeren praktischen Werth und zwar siidie Lebensdauer verschafft. Treue Pflege alles dessen, was das Leben in der Gemein,schaft mit Hörenden und die gedeihliche Fortbildung mit der Stufe der Gegenwart;der der Zukunft erheischt, mit Ausscheidung alles dessen, was keinen bleibenden Werthat, ist ihre positive Forderung. Auch sie verwirft die Anwendung der künstlichenVerständigungsmittel, des Fingeralphabets und der künstlich ausgcbildeten Geberdcspräche als dem Bildungszwecke widersprechend und zu Täuschungen aller Art führenversagt aber der Geberdensprache, durch welche der Tst.-Schüler bis zu seinem Eiiitriin die Anstalt sein Denken, Fühlen und Wollen unwillkürlich und fast ausschließlichausgedrückt und sich mit seiner Umgebung verständigt hat, die gebührende Stellung mUnterricht nicht, zieht dieselbe vielmehr als ein durch nichts zu ersetzendes Vermischelichungsmittel, als ein Verstäudigungsmittel mit dem Schüler herbei, auf das derselberfahrungsgemäß auch später im Verkehre mit andern Menschen neben der Wortsprach!nicht leicht verzichtet. Sie hat den Unterricht, im besonderen den Sprachunterrichtwesentlich umgestaltet, sowohl in der Anordnung desselben wie in seinen: VcrhAtmzu den andern Lehrgegcnständen. Sie hat endlich dem Religionsunterricht eine seinWichtigkeit entsprechende Stellung und Behandlung gegeben: bedeutende Fortschritt!sicherlich, wenn sie sich auch beschcidet, in Theorie und Praxis noch weit von daZiele entfernt zu sein, das sie an der Hand fortgesetzten Studiums auf Grund diWissenschaft und Erfahrung zu erreichen gedenkt. Denn sie hat cs verstanden, da)Interesse an der Tst.-Bildung in weitesten Kreisen zu wecken und zu fördern, wie peandererseits zu ihren bisherigen Fortschritten nur dadurch hat gelangen können, dadie Tst.-Bildung allmählich in den Kreis der allgemeinen und öffentlichen Landeangelegenheiten gezogen, die Fürsorge für die Tst. nicht mehr ausschließlich der freuPrivatwohlthätigkeit überlassen worden ist.