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2 (1879) Lob - Zuneigung
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Taubstniiiincnbilduiig.

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scheuen vom Munde des Sprechenden,^ schriftliche Darstellung desselben und Lesenäs Geschriebenen und Gedruckten das erste Ziel, auf das er den eigentlichen Sprach-»üiemcht nach gewöhnlicher grammatischer Anordnung folgen läßt. Erst wenn durchWs nach und nach die Lautsprachc zum unmittelbaren Träger der gewonnenen Bor-Magen und Gedanken geworden ist, so daß sie als vorherrschendes Unterrichtsmittelilmendct werden kann, führt er seine Tst.-Schüler zu den andern Lehrgcgenständeum öffentlichen Volksschule, so weit die Taubstummheit deren Erlernung nicht uu-mglich macht; zur Ausführung seiner Methode verlangt er weder Internate noch wissen-tlich gebildete Lehrer, sondern ihm genügen nach Art der Volksschulen eingerichtetefl,.Schulen mit Volksschullehrern. Do I'vpss geht von dem Satze aus, daß derIst. ausschließlich in der ihm eigenthümlichcn und natürlichen d. h. in der Geberden-stache denken könne, welcher nicht die hörbare, sondern nur die sichtbare Sprachformt. h. die Schrift entspreche. Daher sucht er zunächst die natürliche GcberdenspracheäS Berständigungsmittel des Tst. methodisch so materiell wie formell für den UnterrichtRtzubilden, worin ihm seine Nachfolger Sicard (ch 1822) durch seine Schrift tllsorissixues und Bebian ('s 1837) dadurch, daß er die Geberdcnschulsprache zur Conver-ÄMsprache ausbildete, gefolgt sind. Für die durch Geberden bezeichnet»! VorstellungenmdGedanken giebt er die entsprechenden Wörter und Sätze in der Schriftform ausgedrückt,M er andererseits die vorgelcgten Schriftstücke in Geberdenzeicheu übersetzt und da-mit! zu entziffern sucht. Wo die Geberde nicht ausreicht, nimmt er zum Hand-chbabet, das er von äs vonos adoptirt hat, bezw. zur Fingersprache als einem Ersatzia Lautsprache seine Zuflucht, namentlich zur bestimmten Bezeichnung grammatischerKziebungen, indem er den in Gebcrden ausgedrücktcn Stammzeichen Buchstaben undÄlöen beifügt. Jeder Buchstabe, jede Vor- und Nachsylbe, jede Hauptsylbe, vieleiinsache Sätze haben ein bestimmtes Handzeichen. Hauptsylbcn und Bcgriffswörter«den gewöhnlich mit ihrem Anfangsbuchstaben und einem Zeichen angedeutet, dasim einzelnes Merkmal des Begriffs angiebt. Mit Hülfe aller dieser Mittel glaubta dm Tst. in alle Wissensgebiete und Sprachen ciuführcn, ihm die weitgehendstechemeine Geistesbildung verschaffen zu köuneu. Die Lautsprache den Tst. bcizu-innzen, hat auch er zwar für möglich gehalten, aber er glaubt, die Erfolge des betr.»ckrrichts ständen mit der auf denselben zu verwendenden Mühe und Zeit in keinemzniüzmden Einklänge und seien überhaupt nicht allen sondern nur besonders bcan-bzien und gut situirten Schülern erreichbar. Geschlossene Institute (Internate) siuddie für Erziehung und Unterricht der Tst. geeignetsten.

Die beiden Männer sind zu einer Verständigung trotz ihrer mit einander ge-zielten Streitschriften nicht gelangt, hauptsächlich in Folge von Heinickes Vcrschlossen-lil, da er seine Methode als Familicngcheimnis behandelte, das er zu seinem Vorthcil-er forderte 10 Tausend Thaler dafür verwerthen wollte, selbst die jetzt alsSchwindel angesehene marktschreierische Anpreisung desselben mit den Worten nichtimmd, daß er seine Schüler schon nach 23 Jahren so weit bringe, nicht alleinbr und vernehmlich zu sprechen und selbst zu declamiren, sondern auch wachend undÄmmd in ihrer articulirten Sprache zu denken. Vs t'vpss legte mit aller OffenheitM Methode mündlich und schriftlich der Welt vor und verstand nrit einer ge-sunden Dialektik seine ganz selbständig construirtc Theorie und Praxis wissenschaft-H zu begründen und öffentlich zu verthcidigcn. Das vornehmlich hat bewirkt, daßi lauge Zeit für den eigentlichen Schöpfer und Begründer der Tst.-Bildung angesehenmim ist und alle seine Vorgänger und Zeikgcnossen verdunkelt hat, wenn dazu auchM Wohnsitz in dem tonangebenden Paris beitragen konnte und der durch Bouilly's(Muspiel I'abbs äs 1'vpss, das Kotzebue verdeutschte, bekannt gewordene lang-W« Proceß, durch den er 1781 die Anerkennung eines im elendesten Zustand aufu Straße gefundenen und von ihm ausgebildctcn Tst. als Mitglied der reichen und"Wenen Familie der Grafen Solar zu Toulouse zu erreichen bestrebt war. Kaiser'Ä H- überwies ihm bei seinem Aufenthalt in Paris zwei Ocsterreicher, Storck« May, zur Ausbildung als Tst.-Lehrer, begeistert, wie er sagte, von dem Triumphe,"chr und erhabene Ideen auch in diesen von der Natur und bisher auch von denWen verwahrlosten Wesen erwecken zu können: es sind die beiden ersten DirectorenK ton Maria Theresia 1779 gegründeten und von Joseph II. 1784 erweiterten und