Tabatrauchcn.
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itbe >m Herzen tragen, der dem jugendlichen Rauchvorwitze scharf und schonungslos„MPiiträte? Wir sorgen, es dürfte leicht an dem dazu nöthigcn guten, freien Ge-ißel, fehlen. Daher dürften die Rauchverbote an Schulanstaltcn wohl meist zu deu-che» Gesetzen zählen, die nicht gehalten werden, sondern mehr anstandshalber in den'Men stehen. — Leichter ist die Handhabung dcS Rauchverbots in Anstalten, woimnickt und Erziehung auch äußerlich verbunden sind, wie in -Seminaren und eigent-Sm Erziehungsanstalten. Dafür ist aber das nähere Zusammenleben der Zög-i»zc mit den Lehrern, die etwa dem Rauchgenuß huldigen, um so versuchlicher, unda gmizte Vorwitz wird um so erfinderischer werden, sein Gelüsten, wo er es machen«U, zu büßen und zu verbergen.
Wir kennen nur ein Mittel, dem Rauchvorwitze der Jugend wirksam entgegen-ckcie». Dieses wäre: daß die Männer, welche zuerst der Jugend zumorbild gesetzt sind, selbst nicht rauchen. Wenn die Annahme richtig ist,und sie wird ohne Zweifel richtig sein, — daß sich daö Heer der Raucher wescnt-ij ms der Jugend ergänze, und daß die vorgrcifende Nachahmung des ManncS dabeiü aste und mächtigste Triebfeder sei, so gäbe es sicherlich kein wirksameres Mittel,ls dem Knaben und Jüngling thatsächlich zu zeigen, daß man ein rechter Mann sein»c ohne Dampf. »Verba äooent, exemxla trabunt.«
Wenn Väter, Lehrer, Seelsorger es über sich gewinnen wollten, mit Pfeife undngmre rund und für immer zu brechen, ja, wenn sich auch sonst noch Männer vonstimig gebietendem Stand und Charakter entschließen wollten, der kleinen Tyranniniis Rücksicht auf die Jugend den Dienst aufzukündcn, die Zahl der rauchlustigennaben, der rauchenden Jünglinge würde sich sicherlich mehr und mehr mindern;rssinite causa cossat otlsotus. — Juden: wir den rauchenden Männern und sonder-st den Lehrern und Erziehern der Jugend das Opfer der Rauchentsagu: g zumuthen,stehlen wir unS nicht den möglichen Einwurf: „Soll es nicht genügen, daß wir inMein Amte das Unsere thnn? sollen wir auck in unserem Privatleben des jungenÄkeS Knechte sein?" Wir sagen darauf: Wer sich als Lehrer der Jugend für einenlese» Stundengeber hält, der wird freilich für unsere Zumuthung kein Ohr haben,'ja aber ein wirkliches Lehrer- und Hirtenherz hat, der fühlt sich auch vor Gort undim» Gewissen verpflichtet, mit seiner ganzen Persönlichkeit für die Jugend einzu-am und dem Knaben und Jüngling nach jeder Seite hin ein nachahmcnswerthes>Md vor Augen zu stellen. Oder treten wir etwa mit der Zumuthung einer solchen»iftgung der persönlichen Freiheit zu nahe? Wir glauben nicht. Uns will cS viel-str bedtüsteu, als forderten wir für die Jugend maßgebende Männer zu einer schönenmsimg ihrer persönlichen Freiheit auf; denn die sittliche Freiheit des Menschen,mentlich des Christen steht ja nicht in schrankenloser Willkür, sondern in verständiger,Mger, liebender Selbstbeschränkung, die sich namentlich gern aus Rücksicht aus desiststeu Schwachheit auch solche Dinge versagt, zu denen sie für sich die innere Voll-Ä hätte. — So, von Beispiel und Leben unterstützt, würden auch die Belehrungen»d Warnungen über und gegen das Ranchübcl erst recht eindringlich werden und«immerhin aufrecht zu haltenden Rauchverbote würden mit um so mehr Ernst»t Nachdruck gehandhabt werden können.
. Ganz besonders möchten wir uns erlauben, die Lehrer an den höhern undMteu Lehranstalten aufmerksam zu machen auf den großen Einfluß, den ihrMag auch rücksichtlich unseres Gegenstandes auf denjenigen Theil unserer Jugend^" bürste, der später in die Reihen der Gebildeten nicht nur, sondern der Bildnerss Volkes eintreten wird. Der Vorgang der Universitäten und damit der TrägerWger Bildung ist, wie die Geschichte lehrt, ein Hauptfactor in der Verbreitung deswchenö.*) Sollten sich nicht die durch Bildung und Stellung maß- und tcnan-M»dei, Männer entschließen, zum Besten der Jugend, der „Hoffnung der künftigen"st",' in mannhafter Selbstüberwindung zu thun, wozu sie ohnehin schon ihr mo-stWs oder gesundheitliches oder ästhetisches oder ökonomisches Gewissen je und jeWsvrdert haben mag, nämlich ihre Cigarre auf dem Altar des Vatcr-
,.*) Do» Kamps gegen das Rauchen bei der Jugend nahm eine Zeit lang, leider nicht mitMtigem Eifer, das Turnen auf. Vgl. Jahn, die deutsche Turnkunst. Berlin 1816. S. 217.