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2 (1879) Lob - Zuneigung
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Tabakrauchern

Wesen nicht richtig steht.Was ist erbärmlicher," sagt Schmieder (über melm?Bildung),als die Selbstherrlichkeit eines Knaben, eines Schülers oder LcbrliinOder als Sinnbild seiner vollendeter: Bildung zum jungen Herrn eine Cigarre im Mn,Eführt!" Es ist ein Beweis vorhandenen Borwihcs, der nnjugendlich m die ihm mHversagten Genüsse vorgreift. Aber mit dem Forttrcibcn des Vorwitzes mehrt sich ^Genußsucht, die unjngendliche Anmaßung und das Begehren nach weiteren GemisstDie Cigarre führt leicht in schlimme Gesellschaft, in Bierkneipen, Kaffeehäuservon da wohl noch auf weitere abschüßigc Wege. Mit dem Aufkommen der Cia>Enimmt auch gewöhnlich die eigentliche Jngcndfrische ab, der Sinn für körperlicke RnstiIkeit, für jugendliches Tummeln und Spielen re.; cs wird jenes philisterhafte Esarnmenhocken, das die rauchenden Männer beschleicht, auch in die Kreise dereingeführt. Selbst das Bedürfnis der Bewegung tritt bei rauchenden Jünglingen ii^und nach zurück, wie es denn eine von den Tugenden unseres Wunderkrantcs ist, een.Bewegungstrieb zu mindern. So hilft der Tabak zur Heranbildung jener>EHocker, die, falls sie Gelehrte sind, auch die Welt nur in ihrer eamsra obseura kcmRlernen und von da anS beurthcilcn. Dabei gewöhnt sich der junge Mensch an n>§nöthigen Geldverbrauch und belastet sich mit einer Steuer, an der er oft stiDLeben lang schmerzlich zu tragen hat, von den tieferen Schädigungen, die das UMGeistes-, das tiefere Gemüthslcbcn leicht dabei erfahren kann, gar nicht zu rckHUcbcrhaupt," sagt Schubert,betäubt der Tabak und schläfert die inneren Sinne ei»Und diese sollten doch immer wach sein." So sehen wir im Tabakraucheu als Sstie,und Gewohnheit eine Erscheinung, deren Schaden für Jünglinge, alles zusammenm'nommen, unleugbar ist. Das legt uns die Frage nahe: ß

3) Wie mag dem Ranchschadcn bei der Jugend gesteuert werde«?.Dem Rauchen der Erwachsenen gegenüber ist bekanntlich außer dem Worte der Mlehrung jede Position ein verlorener Posten. Alle Rauchverbote haben sich im LniUder Zeit als machtlos erwiesen und selbst das Wort der Belehrung stößt meisteinen schon gebundenen Willen. Anders ist das bei der Jugend. Sie, die zuMlund am meisten gefährdete, steht noch unter dem elterlichen Einfluß und unter dersittlichen Ueberwachung ihrer Lehrer und Erzieher, und ist daher mit Belehrungsowohl als directem Verbote noch zu erreichen. Der letztere Weg ist denn >:»lvielfach eingeschlagcn worden. Die meisten für das frühere Jünglingsalter bestimmtstJugendanstalten führen in ihren Statuten auch Rauchverbote. Preußen hat sogstim Jahre 1856 ein Rauchverbot für alle jungen Leute unter 16 Jahren erlassen«eben in diesen Tagen bringen Zeitungen die Notiz, daß es Regierungen giebt, welck!dasselbe cinzuschärfcn für an der Zeit halten. Allein wenn irgendwo, so dürfte daiTabak gegenüber das bloße Verbot unzulänglich sein und eher noch nach dem bekannte»Xilimnr in vstitniu« manchen zur Uebertretung reizen. Für die bloße Lehranstaltist es mislich, Verbote zu erlassen über Dinge, die sich ihrer Beobachtung und dann!auch Bestrafung leicht entziehen, ja durch die man sogar mit der elterlichen Erzieh»«und Aufsicht sich verwickeln kann. Was wollte denn die Schule mit Schülern a»fangen, deren sclbstrauchende Väter die Sache leicht nähmen? Strafen? Entlasse«^ Wohl. Aber was wird die Strafe wirken, wenn der Gestrafte weiß, daß sei»Richter die Sentenz gegen sein Vergehen mit der Cigarre im Munde gesprochen hcklmögen?Sie sind Männer," sagt man,und Buben dürfen nicht alles beqspruchen, was Männer treiben!" Wohl; bei andern Genüssen und Freiheiten >wder junge Mensch gar wohl zu unterscheiden zwischen Vater und Sohn, Lehm MsSchüler; er weiß und glaubt, daß ihm nicht alles zusteht, was jenem. Aber mit daTabakrauchen ists denn doch in seinen Augen ein anderes. Das ist nicht eine erMhafte Function des Bedürfnisses, das ist ihm mehr ein Spiel, und zum Spielen bst sder Knabe so gut, ja fast mehr noch ein Recht als der Mann! Das Pikante, Lemsame, ja Komische, das im Trinken eines untrinkbaren Dinges liegt, übt gerade Ädie Jugend einen gewaltigen Reiz. Sie sieht den Mann mit dem Rauche so behGWspielen, warum sollte sie es nicht auch? Ziehen doch oft kleine Kinder die Cigarreschon in den Bereich ihrer Spiele. Und wenn es sich in Lehranstalten um conseqmmAusführung des Rauchverbots handelt, werden die Lehrer, welche selbst und vmlenhauch schon von jungen Jahren her der Cigarre fröhnen, jenen sittlichen Zorn .