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Succcssivcr Unterricht.
völligen Vergessenheit wieder anhcimfällt, wie cs nie eigentlicher Besitz geworden istEntscheidet man sich für das sncccssive Verfahren, so muß die Wiederaufnahme de'Unterrichts auf einer spätem Stufe entweder in einer couccntrischcn Erweiterungschehen, oder ist das frühere Material von einen, andern Gesichtspunkt aus zuhandeln und in anderer Form zu wiederholen. — Ein Nebenvortheil, der aus dein'successivcn Unterricht hervorgchcn würde, liegt in der zweckmäßigeren und wirksamerenBeschäftigung des Lehrers. Wird nämlich ein solcher Gegenstand, wie NaturgeschichteGeographie, Französisch mit wenigen Stunden durch viele Elasten hingezogcn, so wirdderselbe entweder einem Fachlehrer anvertraut, der dann oft in 2, 3 Elasten nur mitje 2 Stunden beschäftigt ist, also schwer Boden und.Einfluß bei den Schülern ge-winnen kann, oder er wird in den einzelnen Elasten von verschiedenen Lehrern gegebenwas dann wieder ein lebendiges Jneinandergreifcn der Classenpcnscn hindert. Durchden successiven Unterricht ist cs dagegen möglich, die Vortheile des Elasten- und Fach-lehrers zu vereinigen.
In kleinerem Maßstabe kann der succcssive Unterricht bei dem Entwürfe desLectionsplanes maßgebend sein. Hcrbart sagt in dieser Beziehung (Umriß §. izz^„Tie Zeit, welche dem Unterricht zukommt, darf nicht zerstreut werde». Zwei Stundenin der Woche für dies und zwei Stunden für jenes, jede durch zwei oder drei Tagevon der andern getrennt, — sind eine alte eingewurzelte Verkehrtheit, bei der keinZusammenhang des Vortrags gedeihen kann." Dem stimmen Wiese (Briese S. 8l)und Mützell (Zeitschr. f. Gymu. IV. 124) im Princip bei, und gewiß ist, daß dichZersplitterung schwer ein eigentliches lebhaftes Interesse aufkommen läßt. Daher mangerathen hat, die demselben Gegenstand bestimmten Lehrstunden auf mehrere hintereinander folgende Tage zu legen, um einen zusammenhängenderen Eindruck hervor;»-bringen. Wir haben uns über diese Frage schon in dem Art. Lcctionsplan S. Mausgesprochen, und fügen hier nur bei, daß allerdings erfahrungsmäßig ein kräftigerEindruck sich leichter auch nach längerer Zeit wieder auffrischen läßt, als ein schwacher!nach kürzerer Zeit. Jedenfalls aber misbilligen wir diejenige Praxis, welche denselben!Gegenstand zwei Stunden hinter einander behandelt. Denn immer wird man eine!bedeutende Lehrgeschicklichkeit oder einen besonders anregenden Stoff voraussctzcn müßcn,!wenn die Aufmerksamkeit der großen Mehrzahl einer Elaste zwei Stunden hinter ciii-Iander durch denselben Gegenstand gefesselt werden soll. I
Endlich kommt in Frage, wie der einzelne Lehrer das seiner Classe zuge-Iwiesene Pensum zu verth eilen haben werde. Auch hier kann das Principalsuccessiven Unterrichts Anwendung finden. Wo z. B. dem Französischen nur eine be-!schränkte Stundenzahl zugewicsen ist, da kann inan es in den mittleren Elasten zweck-!mäßig finden, in der ersten Zeit jedes Semesters alle Stunden dem grammatischen!Pensum zuzuwcnden und nach Absolvirung desselben bloß Lectüre zu betreiben, die »mldurch die Rückgabe häuslicher Compositionsübungen ab und zu unterbrochen wird.*Indem hier die Erklärung selten größere Schwierigkeit darbietct, kann man das Ge-lesene zur Repetition, Befestigung und Erweiterung des Grammatischen benutzen; und!das Vorausschicken des Grammatischen im Anfänge verhütet zugleich, daß gewiße wichtigePartien, die bei einem Nebeucinandergehen von Grammatik und Lectüre erst in de»letzten Wochen an die Reihe kommen würden, der nothwcndigen Wiederholung undfEiuprägung entbehren.
Was übrigens auch principiell für den successivcn Unterricht geltend gemacht werdenkann, so hat doch Mützell (Z. f. G. IV. 124) vollkommen Recht, wenn er an d>ftoben angeführte Stelle Herbarts (§. 133) anknüpfcnd sagt: „Ich weiß sehr wohl, daßdiese Vorschriften für die Praxis der Schnle eine weit geringere Erheblichkeit habe»,als es auf de» ersten Blick scheinen mag. Gewiße Untcrrichtsgcgenstäude entziehen >nhder Conseguenz derselben ganz, weil die Schule im Interesse der Schüler aus einerununterbrochenen Betreibung derselben beharren muß. Will man das System im große»durchführen, so entsteht eine ziemlich complicirte, künstliche Maschinerie, die leicht mSStocken gerathen kann und bei der Lchrercollcgicn vorausgesetzt werden, wie sie Mnur selten und unter ganz besonders günstigen Umständen zusammen finden dürsten.
Sünde, s. d. Art. Böse.
Snpplrrung, s. Pensionswesen.