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2 (1879) Lob - Zuneigung
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Strafe.

Stumpfsinn.

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Waum zwischen Vergehen und Rüge cin^ größerer sein. Ans demselben GrundelMcrtigt sich auch die Regel, ein abgestraftes Vergehen nicht nachzutragcn. Mit der-Vergeltung ist eine Sühnung verbunden; immer wieder das Geschehene und Abgemachte«'wärmen, schwächt mit dem Gefühle der Sühnung auch das Bewußtsein der Ver-altung, also den Eindruck der Strafe selbst. Auf die nothwendige Depression mußMi Sichwiedcranfrichten folgen können, und dies wird nur möglich, wenn auf dieLtmfe ein Verzeihen folgt. Ja man darf kühnlich sagen: das beste an der pädago-gischen Strafe ist das Verzeihen. Da tritt der durch den Ernst verhüllt gewesenedjebesgrund im Herzeil des Erziehers wiederum hervor und das Mitleid nimmt dieVerirrten in seine Arme. Aber das wirksame Verzeihen setzt eine wirksame Bestrafungmaus. Wo kein Ernst, da auch keine lebendige Liebe. Indessen gicbt cs auch eineVerzeihung ohne vorausgegangene Züchtigung, eine Verzeihung, welche selbst schonStrafe ist. Dem fcingeführtcn Kinde, das sich eines Fehltritts bewußt geworden, kann»»tcr Umständen gerade die Vergebung desselben dadurch zur Vergeltung werden, daßiS ans seinem Haupt die glühenden Kohlen empfindet. Aber ferne sei cs von uns,hiemit ein pädagogisches Kunststück anpreisen zu wollen. Es ist Sache des Taktes,sie seltenen Fälle herauszufühlcn, wo dieses feine Mittel anschlageil kann. Alles hatseine Zeit. Das gilt besonders auch von der Anwendung der verschiedenen Arten vonZüchtigung, die wir bisher durchgangen haben. Mit Absicht wurde dabei vermieden,für bestimmte Vergehen bestimmte Rügen festzusetzcn, oder gewissen Strafarten einenbesonderen Rang anzuwcisen. Der erste Rang gebührt immer derjenigen, welche indem gegebenen Fall die angemessenste ist, und dies läßt sich nicht ein für allemaloomisbestimmen.

Strafen sind in allweg nothwendig, und es ist eine künstliche Rede, die uns zu-muthet, sie nur als das allerletzte Mittel anzuwenden, wenn alle sonstigen fehlgc-schlagen haben. Mau sucht nicht aus weiten Umwegen, was man kurz bei der Handhaben kann. Das Rasche und Einschneidende der Züchtigung hat namentlich bei acutenMensstöruugen eine heilende Wirkung, die von einer andern Behandlungsart selten zuMarten ist. Aber es kommt stricht auf die Härte einer Züchtigung an, sondern,us die Stärke, womit sie auf Bewußtsein und Gewissen des Zöglings einwirkt.Eben darum aber ist auch die Anhäufung von Strafen zu vermeiden, durch die Leibmid Seele hartschlägig werden. Wer mit ihnen wirken will, muß sie zu sparenwissen. Ueberhaupt kann zwar die wahre Zucht der Züchtigungen so wenig als derBelohnungen entbehren; aber sie bedarf noch ganz anderer Mittel, um dem keimendenBösen zu wehren. Gesunde Nahrung für Geist und Herz, Luft uud Licht demKmdesgclnüth, Himmclsluft uud Himmclslicht muß den Vortritt haben. Darum:ihr Väter, erbittert eure Kinder nicht, daß sie nicht scheu werden" (Kol. 3, 21);«reizet eure Kinder nicht zum Zorn" weder durch Verzärtelung noch durch Härte-sondern ziehet sie auf in der Zucht und Vermahnung zum Herrn" (Eph. 6, 4).Je völliger ein Zögling in diese Zucht hineiuwächst und je kräftiger er zu demwir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir rc." durch die Vermahnung zum Herrnhmgeführt wird, um so eher hört für den Erzieher die Nöthigung auf, zugleich seinZilchtmeister zu sein.

Strasgewalt, s. Strafe.

Strafpredigten, s. Tadel.

Strenges. Erzieher.

Stumpfsinn. Die Merkmale des Stumpfsinns liegen mehr noch auf der mora-, n als auf der logischen Seite. Sein Wesen ist Trägheit aus Mangel au Interesse.Man har dabei zu unterscheiden diejenige geistige Interesselosigkeit, welche von schwachenmmim und angeborener Mattigkeit des innern Triebes hcrrührt, sodann diejenige,welche ihren Grund in dem Mangel an Reizungen des Bewußtseins, also in äußerenumständen hat, und endlich diejenige, welche direct von moralischer Verschuldung her-üihl't. Die erstgenannte ist vorwiegend pathologisch zu betrachten und eignet sich mehrA.»u "sicher als zu pädagogischer Behandlung, wiewohl auch der Unterricht ihr«hülfe bringen kann. Selten ist eilt Mcnschcngeist so auf allen Seiten vermauert,dlß auch gar nirgends ein Lichtstrahl in denselben eindringen könnte, und Aufgabe desist es, den Pnnct zu entdecken, an welchem man jenem bcikommt, sei es