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2 (1879) Lob - Zuneigung
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Schleiermacher.

Dieselben Ziele, welche Schleiermacher in den Monologen für seine Selbstn-ziehung sich vorgehalten hat, begegnen uns wieder in seinen Vorlesungen überErziehungslehre. Und er war durch seine ausgeprägte und lebendige Eigenthiiu,.lichkcit auf der einen Seite und auf der andern durch seinen freien und weiten Wüber das Ganze des menschlichen Lebens, durch seine vielseitige Theilnahme sir chwesentlichen Aufgaben desselben und durch seine umfassende Bildung ganz der Mm»nach jenen beiden Polen hin die pädagogische Erkenntnis und Thätigkeit zu fordin,'Sein stetes Dringen auf die freie Entwicklung der Eigenthümlichkeit bewahrte tz»davor, die factischen Zustände zur höchsten Norm für die pädagogischen Bestrebmi»zu machen, und indem er das Individuum stets in seiner Beziehung zu den reale»Verhältnissen dachte, konnte er nicht eine aus abstracter Speculation hervorqeaan»,Theorie der Erziehung in die Luft stellen. Mit vollem Rechte sagt Platz: „Schl«,macher, durch und durch spcculativ, ist deshalb so groß als Theoretiker, weil erbsicher war als Praktiker; und seine Praxis war so sicher und sittlich, weil er in dmEinzelnen, Besonderen das Ganze, das Allgemeine schaute. Mit einem Worte, sei»«durch und durch sittlichen Natur widersprach es, praktisch zu sei»ohne Theorie und theoretisch ohne Praxis." Seine Lehren erfüllen den L»mit dem sicheren und freudigen Gefühl ihrer Ausführbarkeit: denn sie beschreiben»was die Natur der Sache fordert, ja was, vereinzelt und zum Theil unbewußt,»«»einer gesunden Praxis großenteils schon ausgeführt ist. Mit welchem Interesse uchVerständnis er auch auf die Specialitäten der pädagogischen Praxis eingehen komtibeweist seine schon 1805 erschienene Recension von Zöllners Ideen über NatioiOerziehung (Jenaische Literaturzeitung 1805, 1 . Bd., Nr. 13; abgedruckt im 4. Backseines Briefwechsels, S. 593—609). In der dem Jahre 1814 angehörenden Abhand-lung: lieber den Beruf des Staates zur Erziehung (gelesen in der Plenar-sitzung der königlichen Akademie der Wissenschaften am 22. Dec. 1814, abgedrust»3. Bande der 3. Abth. seiner sämmtlichen Werke, S. 227—251) sehen wir ihn wiederauf der Höhe der Theorie. Es genügt, auf diese beiden Schriften hier nur hinz»-weisen, indem die in ihnen ausgesprochenen Grundsätze auch in die Vorlesungen überErziehungslehre übergegangen sind. Diese selbst hat Schleiermacher dreimal, zuerst»Winter 18"/ia, dann wieder 18^/-- und zuletzt im Sommersemester 1826 gehalti«,und sie liegen uns jetzt in der umsichtigen und gewissenhaften Ausgabe von Platz «er(Fr. L>chleiermachers literarischer Nachlaß. Zur Philosophie. 7. Bd. Erziehmg«-lehre; herausgegcben von C. Platz, Berlin 1849). Wir stehen nicht an, dieses Walals die tiefsinnigste, gründlichste, umsichtigste und besonnenste Dar-stellung der Pädagogik zu bezeichnen, welche diese bis jetzt gefunden hat. EeWder Nachtheil, daß nicht Schleiermacher selbst die letzte Hand an das Werk gelegt hat,wird ausgewogen durch den Vortheil, daß wir nun die dialektische Entwicklung semrGedanken vor uns haben, wie er sie im lebendigen Lehrvortrage gegeben hat. Gr»darum aber kann ein Excerpt das eingehende Studium dieser Vorlesungen selbst mwenigsten ersetzen, und wir haben uns hier darauf zu beschränken, eine kurze Ueberschseiner Anlage und seines Inhaltes zu geben, wobei Eisenlohrs Schrift: Die Id»der Volksschule nach den Schriften vr. Fr. Schleiermachers. Reutlingen u. Leihst-1852, ein treffliches Hülfsmittel bietet. Vgl. auch: K. Schmidt, Geschichte der Päda-gogik. IV. S. 689—704. In der Einleitung (S. 3—102) wird der Begrissder Erziehung und Erziehungslehre und der W e g ausgesucht, welchen e«richtige Erziehung zwischen einander entgegengesetzten Einseitigkeiten hindurch zu gch»hat. Schleiermachers Darstellung geht davon aus, daß die Einwirkung des WemGeschlechtes auf das jüngere, um welche es sich bei der pädagogischen Thätigkeit han-delt, ein Theil der allgemeinen sittlichen Aufgabe ist. Somit steht ihm die Theeneder Erziehung in genauer Beziehung zur Ethik und ist eine an diese sich anschließendKunsttheorie: „Die Pädagogik ist eine rein mit der Ethik zusammenhängende, as

ihr abgeleitete Wissenschaft, der Politik coordinirt." Die Lösung einer großen politiMAufgabe liegt nämlich in nichts andern», als in der richtigen Organisation der Er-ziehung; alles revolutionäre aber in einer unrichtigen Organisation derselben. Daherhaben auch die Alten auf die Pädagogik einen so hohen Werth gelegt, und es ist duAusspruch aller Weisen, daß weder die Theorie noch die Praxis der Gesetzgebung z»

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