Schleiermacher.
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i »i erfreulichen Resultate führen könne, wenn man die Erziehung vernachläßigt.So stellt stch uns die große Bedeutung der Erziehung vor Augen. „Es beruht allewesentliche Förderung des menschlichen Lebens auf der Erziehung." Die Darstellung^ Mdaaoqik um einen allgemein anerkannten Ausgangspunct zu finden, vonUaenden Thatsachen auszugehen. „Das menschliche Geschlecht besteht aus einzelnenMsen die einen gewißen Cyklus des Daseins auf der Erde durchlaufen, und zwario daß alle, welche gleichzeitig einem Cyklus angehören, immer getheilt werden könnenim die ältere und in die jüngere Generation. Allein wenn wir das menschliche Ge-Mecht betrachten in den größeren Massen, die wir Völker nennen: so sehen wir, daßKiese in dem Wechsel der Generationen sich nicht gleich bleiben, sondern eS giebt darinein Steigen und Sinken." Offenbar liegt diesem Steigen und Sinken menschlicheMtigkeit zu Grunde, und die im weiteren Sinne erziehende Einwirkungwr älteren Generation auf die jüngere durch solche Thätigkeit geht auch dann vor sich,Unn jene bestimmter Grundsätze dabei sich nicht bewußt ist. Aber die Thätigkeit istM so vollkommener, je mehr ihr eine Vorstellung von dem, was geschehen soll, vor-«eht, und ein Typus vorliegt, wonach die That eingerichtet werden muß, d. h. jemehr sie Kunst ist. Es muß also eine Theorie geben, welche sich die Frage stellt:Was will denn eigentlich die ältere Generation mit der jüngeren? Wie wird dieThätigkeit dem Zweck, wie das Resultat der Thätigkeit entsprechen?" Die Pädagogikist nun diese Theorie der Erziehung im engeren Sinne, als einer ihrer Grundsätzeund ihres Zweckes sich bewußten absichtlichen Einwirkung der älteren Generation aufdie jüngere. Die Erziehung kann aber unmöglich dem Sinken der jüngeren Genera-tion, sondem nur ihrem Steigen dienen wollen. „Sagen wir, die Erziehung soll dieHeranwachsende Jugend so ausbilden, daß sie tüchtig ist und geeignet für den Staatwie er eben ist: so würde unserer Theorie die Formel ausgeprägt sein: damit diejüngere Generation zur Zufriedenheit mit dem Bestehenden hingeleitet werde, soll sieme den Wunsch empfinden, die Unvollkommenheit zu verlassen." Wollte man aufder andern Seite die zu Erziehenden einseitig mit den Unvollkommenheiten der Ge-meinschaften bekannt machen, „so wäre dies ein Misgriff, aus dem Naseweisheit ent-steht." Es erwächst also der Erziehung die bestimmtere Aufgabe, so eingerichtet zuwerden, „daß die Jugend tüchtig werde, einzutreten in das, was sie vorfindet, aberauch tüchtig, in die sich darbietenden Verbesserungen mit Kraft einzutreten." Soll nundas Letztere geschehen, so muß es in der erziehenden Generation eine Auswahl solchergeben, die das Bessere, was noch nicht entwickelt ist, in Gedanken haben; und diesemißen die Erzieher sein. Auch der Volksschullehrer muß der entwickeltste undgebildetste Mann im Volke sein, aber auch aus dem Volke, weil er rein für dasselbeist; es ist nicht nöthig, daß er einem andern Kreise angehöre. Je weniger das Volkentwickelt ist, desto weniger braucht es auch der Volkslehrer zu sein; nur muß er, dadie jüngere Generation weiter sich entwickelt, als die ältere, so viel mehr haben, alsdas Fortschreitungsmaß einer Generation ist, wie denn überhaupt das Wissen und dieLehrfähigkeit eines Lehrers immer über den Cyklus dessen, was er wirklich zu leistenhat, hinausgehen muß. Je mehr sich das geistige Leben im Volke steigert, desto- mehr
werden sich auch die Forderungen an den Lehrer steigern. Und wenn eine bedeutende
Fmschreitung in der Entwicklung eintritt, so werden auch besondere Bildungsanstaltenfür die Lehrer nothwendig, weil dann am wenigsten zu erwarten ist, daß aus demBildungsstande der älteren Generation von selbst Persönlichkeiten hervorgehen werden,welche den erhöhten Ansprüchen der jüngeren gewachsen sind.
In dem Umstande, daß Schleiermacher seine ganze Theorie der Erziehung an dieThatsache der überall vorhandenen Einwirkung der älteren Generation auf die jüngeremknüpst, tritt sogleich die Eigenthümlichkeit seiner pädagogischen Auffassung hervor:A betrachtet den Zögling niemals als ein vereinzeltes Individuum, sondern immer als
Mied eines Ganzen. Wenn nun auf die Frage, ob die Erziehung aus dein Menschen
Ms machen darf, was man etwa will, schon die Ethik die Antwort giebt, daß dienrzichung jedenfalls nicht das Böse in dem Menschen entwickeln dürfe, so ergiebt sichaus jener Stellung, welche jeder Mensch als Glied eines Ganzen einnimmt, die Ant-wort auf die Frage, ob die Pädagogik aus dem Menschen machen kann, was sieE. Jene Stellung schließt nämlich zwei Voraussetzungen ein, durch welche jedes