Schleicrmacher.
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- Kitteln nicht, durch welche „die Verschworenen für die bessere Zeit" einander findeni md erkennen mögen. Es dient dazu das immer wicderkchrende gleiche Handeln,, der seines Zieles und Weges sich bewußt gewordene Mensch den eigenthüm-
ilten Stempel seines Geistes einprägt; und ganz besonders dienen dazu die Sitte' i ,„d die Sprache, wenn sie von dem Banne der conventioncllen Oberflächlichkeit und' Dichtigkeit sich frei machen. „Es soll die Sitte der innern Eigenthümlichkeit Gewandmd Hülle sein, zart und bedeutungsvoll sich jeder edlen Gestalt anschmiegend undihrer Glieder Maß verkündend jede Bewegung schön begleiten. ... So soll undmd der Sitte Beständigkeit und Ebenmaß ein untrüglich Merkmal von des Geistes! «rem Wesen und der geheime Gruß der Besser» werden. Abbilden soll die Sprache! >eö Geistes innersten Gedanken; seine höchste Anschauung, seine geheimste Betrachtung
^ j cs eigenen Handelns soll sie wieder geben. . . . Dann gicbt's in der gemeinen noch
nie heilige und geheime Sprache, die der Ungeweihte nicht vermag zu deuten nochj ! lachzuahmen, weil nur im Innern der Schlüssel liegt zu ihren Charakteren." Aber.harmonisch in einfacher schöner Sitte leben kann kein anderer, als wer die abgestor-
i «»Formeln hassend nach eigener Bildung trachtet, und so der künftigen Welt gehört;
! in wahrer Künstler der Sprache kann kein anderer werden, als wer freien Blickes:> ! ft selbst beschaut, und des inneren Wesens der Menschheit sich bemächtiget hat." —
> - jm vierten Abschnitte wird uns die „Aussicht" eröffnet, welche von jener Welt-j ! »isicht aus sich darbictct. Wer im Bewußtsein seiner Freiheit und seines Berufes zu! igemhümlicher Bildung sich selbst gefunden hat, der mag rufen: „Willkommen nrir,ft j ui jedem Augenblick, wo ich die Sclavcn zittern sehe, aufs neue willkommen, geliebtesj i Bewußtsein der Freiheit! schöne Ruhe des klaren Sinnes, mit der ich heiter die Zu-j j unst, wohl wissend, was sie ist und was sie bringt, mein freies Eigenthum, nicht
> ! »eine Herrscherin begrüße. . . . Wo ist die Grenze meiner Kraft? Unmöglichkeit
ist sür mich nur in dem, was ausgeschlossen ist durch der Freiheit in mir ursprünglicheMhat, durch ihre Vermählung mit meiner Natur." „Es hindert nicht der äußern ThatMlmnöglichkeit das innere Handeln." Von solcher Gesinnung begleitet, hat er seitherUdie wechselreichcn Bahnen durchwandelt, und so darf ihm die Vergangenheit ein Bürge; »der Zukunft sein. Was auch kommen mag: er ist gewiß, daß er sich selbst und seinDßigeiithümlichcs Wesen nie verlieren wird. „Was aus der Menschen gemeinschaftlichem»Handeln hervorgehen kann, soll alles an mir vorüberziehc», mich regen und bewegen,j Mm von mir wieder bewegt zu werden, und in der Art, wie ich's aufnehme und be-: Mandle, will ich immer meine Freiheit finden und äußernd bilden nieine Eigenthüm-. »Weit." Ja auch was das wirkliche Leben dem Menschen nicht cntgegenbringt, wird- Wem freien Geiste ersetzt durch die Phantasie. „Jedes Verhältnis, worin ich einen! Modern erblicke, mache ich mir durch sie zum eigenen; es bewegt sich innerlich der Geist,! Metzaltet's seiner Natur gemäß, und bildet, wie er handeln würde, mit sicherm Gefühle! Mer." So gewinnt der Mensch eine Habe, in deren unverlierbarem Besitz er getrostl die Zukunft hinaussieht. „Aber der Tod?" Nothwendig ist er, aber „dieser Noth-,>schdigkeit mich näher zu bringen, sei der Freiheit Werk, und sterben wollenj »kennen mein höchstes Ziel! Ganz und innig will ich die Freunde umfassen und"ihr ganzes Wesen ergreifen, daß jeder mich mit süßen Schmerzen tödten helfe, wenn erverlaßt; und immer fertiger will ich mich bilden, daß auch so dem Sterbenwollen! ! Wer näher die Seele komme." — So mit seiner Betrachtung eigentlich schon am Endej - oes^cbens angelangt, hat Schleiermacher in dem Schlußabschnitte nur von dem ge-
> . eonnenen fetzen Standpuncte aus noch einen Rückblick zu werfen auf das Verhältnis von' , Jugend und Alter". „Wie der Uhrenschlag mir die Stunden, der Sonne Lauf
! ^ die Jahre zuzählt; so leb' ich, ich weiß es, immer näher dem Tode entgegen., " dem Alter auch? Dem schwachen, stumpfen Alter auch, worüber alle so bitter. lagen?" Nein, ewige Jugend hat er sich selber geschworen: „Die Jugend will ich
i i um Mer vermählen, daß auch dieses habe die Fülle und durchdrungen sei von der
j Menden Wärme." Und „doppelt sei die Vermählung. Jetzt schon sei im starkeni ^ Kraft, daß sie dir erhalte die Jugend, damit später die Jugend
j schütze gegen des Alters Schwäche." „Dem Bewußtsein der innern Freiheit undM Handelns entsprießt ewige Jugend. Nichts, was geschehen kann, mag mir das
! beklemmen: frisch bleibt der Puls des innern Lebens bis an den Tod."