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2 (1879) Lob - Zuneigung
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Lchiller.

Schleiermachcr.

Art seines poetischen Schaffens auch eine reflectirende Behandlung seiner Dichtu»«,,in höherem Grade gestattet, und weil die ethische Energie und der ideale Zug,seine Poesie durchwalten, ganz besonders geeignet sind, auf das jugendliche EMUeine kräftigende, reinigende und erhebende, recht eigentlich pädagogische Wirkung her-vorzubringen. Sollte es auch als bedenklich erscheinen, schon Kinder andem Mädchenaus der Fremde",der Theilung der Erde",dem Alpenjäger" als an liebliche»zählungen sich freuen zu lassen, die dann mit dem Kinde gleichsam wachsen; stdoch ohne Zweifel in denParabeln und Räthseln" manches dem sinnigen Kindes-gemüthe vollkommen zugänglich. Dem Knaben aber erschließt sich in den Balladender reichste und' herrlichste Schatz. Hier ist der Held und sein Schicksal der Tr«eines bestimmten Gedankens; hier wird der Geist in seiner Herrschaft über die Nab»verherrlicht; Schiller erscheint auch hierals der Dichter der Idee durch die MM ldes Willens" alles Eigenschaften, welche seine Balladen zu didaktischer Behandln»- Iund pädagogischer Benutzung besonders geschickt machen. NurRitter Toggenbnrp !undHero und Leander" möchten wir davon ausgeschlossen wissen. Wir sind st«! 2entfernt davon, an dem Geisteder ästhetischen Erziehung" uns versündigend, e« -Methode empfehlen zu wollen, welche ein lebendiges Gedicht erst todtschlägt, um da«als seine Quintessenz einen moralischen Gemeinplatz herauszupräpariren, betonen abergerade hier, wie der Cyklus der Balladen Schillers, wenn ihr Interpret das von ihmSchönheit und Hoheit ergriffene Gemüth des Lehrers ist, auch dein Schüler nck»dem ästhetischen Eindruck ciucn reichen Schatz von ethischer Anregung mittheilt, unswie kein deutscher Knabe oder Jüngling aus einer Schule, welche des Vortheils D -erstellt, solche Bildungsstosfe verwerthcn zu dürfen, entlassen werden sollte, ohne dasihm durch feste Einprägung jener Dichtungen dieser Schah als bleibendes Eigenthinn ^für das Leben gesichert ist. (Vgl. Götzinger, deutsche Dichter. Leipzig 1881. T.I,

S. 153294, II. S. 208426; A. W. Grube, Goethes Elscnballadm nniSchillers Ritterromanzen. Iserlohn 1864.) Aber wie Schiller im Gebiete derdramatischen Poesie sein Größtes geleistet hat, so wird auch die Schule dieser Eckseiner Dichtung vorzugsweise ihre Aufmerksamkeit zuzuwenden haben. Von den un- >reisen Erzeugnissen des jugendlichen Sturmes und Dranges mit Recht absehend, HitR. v. Raumer zur vollständigen Lcctüre in der Schule Wallcnstcin, Wilhelm Teil, ;Maria Stuart, Jungstau von Orleans und Don Carlos empfohlen. Ohne Zwchl sist zu wünschen, daß vor allen Wallenstein und Tell im Geist und Herzen der Schälerrecht lebendig werden. Sonst aber möchten wir aus naheliegenden Gründen msMaria Stuart und noch lieber auf Don Carlos eher verzichten, zu Gunsten daBraut von Messina, eines Dramas, das nach Vilmars treffender Bemerkungdavollsten Glanz und die ganze Pracht der Schiller'schen Diction, und somit allen Glmz Iund alle Pracht der modernen Sprache überhaupt, entfaltet." Die philosophische« 1

Schriften Schillers (nicht so die historischen) fallen jenseits der Grenzen der Schul- j

bildung; ist aber erst in der Jugend die Liebe zu dem Dichter geweckt, so wird euch ^

der Mann sich gerne durch Schillers leider viel zu wenig gelesene philosophisch l

Schriften und durch seine unvergleichlichen Briefe zum volleren Verständnisse daDichtungen zurückführen lassen, welchen schon die Begeisterung seiner Jngend gegoltenhat. Auf solche Weise seinen Schülern Schiller zu einem Begleiter durch das Lebe« szu machen, ist eine dankbare Aufgabe für den Lehrer. Und wenn es richtig ist, MS !Schiller selbst sagt, daß dem Menschen unter der Jndulgenz des Geschmacks und unterder überwältigenden Masse wechselnder Eindrücke die energische Schönheit Bedürfnisist, so ist es wahrlich in unserer Zeit Pflicht der Schule, im Gebiete der Dichtkunpder Jugend nicht nur immer das Neueste darzubieten, sondern sie immer wieder zu dmSchöpfungen unserer elastischen Literatur zurückzusühren, damit sie vor der moderne»Erschlaffung und Zerfahrenheit bewahrt werde, und sie namentlich durch die energischeSchönheit der Dichtungen Schillers in dem wirksamen Glauben an die Ideale;«erhalten, in welchen der Werth des Lebens beruht.

Schlaf, s. Erholung, Frühaufstehen, Körperliche Erziehung.

Schleiermacher. Daß hier Schleiermacher unmittelbar auf Schülerfolgt, das sieht zu wenig einem Zufall ähnlich, als daß wir es unterlassen dürste«,auf die Verwandtschaft beider Männer gleich von vorn herein aufmerksam zu machen.