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2 (1879) Lob - Zuneigung
Entstehung
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Schlcicrmacher.

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den war jene ideale Grundrichtung des Geistes eigen, welche ihnen auch in be-Mnkten Verhältnissen den freien und hohen Flug der "Seele bewahrte. Noch innigersind sie durch den tiefen ethischen Grundzug ihres Wesens verwandt, welcher sie trieb,iir ihren mächtigen Drang, auf andere zu wirken, die rechte Grundlage in der Läute-runq und Veredlung ihrer eigenen Individualität zu suchen. Ihr äußerer Lcbensgangff freilich verschieden gewesen, und so waren es auch die geistigen Mittel, mit welchensie jenen Länterungsproceß bestritten. Während Schiller auf Umwegen zum Ziele ge-lenkte so hat dagegen Schleiermacher auf seinen Lebensbcrus im regelmäßigen Fortschrittter Bildung sich vorbereiten dürfen; aber an schweren inneren Kämpfen hat es auchdiesem nicht gefehlt, ebenso wenig aber au der das Ziel unerschütterlich festhaltcndennischiedenheit und an der mit unerbittlicher Selbstkritik alles rinreine ausscheidendenlarheit deS Geistes. Und so ist das Resultat bei beiden dasselbe: auch auf Schleier-,acher dürfen wir Goethes Wort anwenden:Weit hinter ihm iir wesenlosem Scheinejegt, was uns alle bändigt, das Gemeine." Auch hat einer wie der andere die Frei-kit des Geistes in unaufhörlichem Kampfe gegen die hemmenden Ansprüche eineskidenden Körpers behaupten müßen. Durch diese selbstverleugnende, stets auf höhereiele gerichtete Arbeit an sich selbst sind denn auch beide so vorzüglich geschickt se-nden, empfangend und gebend an dein Leben der wesentlichen sittlichen Gemein-schaften thcilzunehmen. Durch dieses alles aber gesellt sich Schlcicrmacher, so gut«Schiller, zu den Männern, welche einen erziehenden Einfluß im höchsten Sinneuszunbcn vor andern geeignet sind.

Eine ausführlichere Darstellung von Schleiermachers Leben zu geben, ist hiericht der Ort. Wir beschränken uns auf einen kurzen Abriß.

Friedrich Daniel Ernst Schleiermacher war am 21. Nov. 1768 zureslau geboren, wo sein Vater als reformirter Feldprediger stand. Im I. 1777ahmen die Eltern ihren Aufenthalt zu Pleß in Oberschlesien und 1778 in der refor-mier Colonie Anhalt. Während jetzt der Knabe einige Jahre abwechselnd auf deinandc und auf der Schule zu Pleß zubrachte, lernten die Eltern ans einer Reise dierziehungsanstalt der Brüdergemeinde zu Niesky kennen und beschlossen, ihn derselben»zuoertrauen; 1783 erfolgte die Aufnahme und in demselben Jahre trat Schleier-mckers Schwester Charlotte, mit welcher er bis zu ihrem Tode in dem innigstenästigen Verkehr blieb, zu Gnadensrei iir die Gemeinde ein. Später gicng er in dasSeminarium der Brüder zu Barbh über. Hier aber brachte ihn die tiefe Gründlich-keit seines auch nach wissenschaftlicher Befriedigung ringenden Geistes bald mit manchen»schaumigen und Uebungen der Gemeinde in einen Conflict, welcher schwere innereZmpfe und ein erst kurz vor des Vaters Tode wieder vollständig ausgeglichenes Zer-iirsnis mit diesem zur Folge hatte; jedoch willigte dieser endlich in die UebersiedelungdlS SohneS nach Halle ein. Hier verweilte Schleiermacher im Hause seines Oheims,es Professors der Theologie Stubenrauch, seit Frühjahr 1787 zwei Jahre lang undlgte dann diesem väterlichen Freund und Führer, als derselbe die Prcdigerstelle zurossen bei Frankfurt a. d. O. erhalten hatte. 1790 bestand er zu Berlin sein thco-cgisches Exainen und wurde dann Hauslehrer bei dem Grafen Dohna zu Schlobittenm Westpreußen, und nachdem im Frühling 1793 diese Verbindung, wieder infolgeseimr unbestechlichen Wahrhaftigkeit gegen andere und seiner Treue' gegen sich selbststuid ohne Lösung des Bandes, welches ihn mit dieser trefflichen Familie verknüpfte,Metren,>t worden war, wurde er im Herbste Mitglied des Seminars für gelehrteschulen in Berlin, und zugleich übernahm er bei Erledigung einer Lehrerstelle inM Kormnesser'schcn Waisenhause die interimistische Besorgung eines Theils der Lehr-mden, gab auch noch an der kölnischen Schule Unterricht. Aber bereits im AprilUS1 wurde ihm das Vicariat bei dem mit ihm verwandten Prediger Schumann zunidsberg an der Warthe übertragen; 1796 wurde er als Charitsprediger nach Berlineruscn. Die sechs Jahre, welche er zunächst hier verlebte, waren die fruchtbarsten^si^Ermg seines innern Lebens und auch für seine späteren geselligen Ver-k ^ ^ folgenreichsten. Durch seinen alten Freund Gustav von Brinkmann und

furch Alexander Dohna in die Zirkel der geistreichen Jüdinnen Henriette Herz und, orothea Veit, der Tochter M. Mendelsohns und nachherigen Gattin Fr. Schlegels,mzesuhrt, lernte er den letzteren kennen und zog im December 1797 sogar mit ihm