Salzmann.
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emacht. Hierzu diente seit 1808 das in diesem Jahre von Salzmann heransgegebencLüchlein: Unterricht in der christlichen Religion. Es ist ein eigentliches Lehrbuch,eine Art Katechismus, nur ohne die Frageform. In der Einleitung wird noch ein-mal die kosmologische und physikotheologische Hinleitung znr Erkenntnis Gottes gegeben,mobei hier die Betrachtung des Menschen vorantritt. Dann wird das eigentliche Themain Form einer Geschichte der Offenbarung in zwei Hauptstücken durchgeführt. Daserste behandelt die alttestamcntliche Offenbarung, das andre, die größere Hälfte, dieGeschichte und das Werk Christi, und hier geht die erzählende Form allmählich indie dogmatische über. Die Hauptabschnitte dieses Theiles handeln von dein, wodurchJesus die Menschen zu veredeln gesucht, nämlich von der Wahrheit, Liebe, Freiheitund Seligkeit. Die Freiheit erklärt er als das Vermögen, der erkannten Wahrheitgemäß zu leben, welches anfangs sehr beschränkt sei und erst in seiner Ausbildungden Menschen wirklich zum Menscheu mache, weshalb cs eine nene Gebiert genanntwerde, die mit Recht Gott zugeschrieben werde, da er allein die dazu nöthigen Ver-unstaltungen gemacht habe und unser Geist unter seiner beständigen Einwirkung stehe.Den Schluß des Ganzen bildet ein Abschnitt über die mit der christlichen Religionverbundenen Ceremonien. Hier ist von Taufe und Abendmahl in erster und würdigerWeise die Rede, jedoch ohne Erwähnung einer mystischen Bedeutung. Die ganzeSchrift ist mit häufiger Hinweisung auf Bibelstellen und mit Liedcrverscn, größten-teils aus der Aufklärungsperiode (mit Einschluß Gellerts), durchwoben. — ZurBeuriheilung des vorstehenden Unterrichtsplanes genügt es, einige Hinweisungen zugeben. Abgesehen von den Mängeln der zu Grunde gelegten Theologie find auch dieSchattenseiten der Methode sichtbar genug. Zu diesen rechnen wir zwar nicht dieAnwendung der sokratischen Fragekunst an sich; denn Salzmann hat ihre Beschränkungaus den für den Zögling wirklich zugänglichen Gedankenkreis recht wohl erkannt(s. das Buch über die wirksamsten Mittel, Kindern Religion beizubringen). Ebensowenig legen wir Gewicht auf sein Bestreben, vom Sichtbaren zum Unsichtbaren, vonder Betrachtung der Welt zur Erkenntnis Gottes hinzuleiten. Aber ganz unhaltbarist unserer Ansicht nach jene abgesonderte Behandlung des Sittlichen ohne Zusammen-hang mit dem Religiösen bis zum 10. Lebensjahre, ferner die Hinlcitung zur Er-kenntnis Gottes durch Reflexion ohne die vorangehende Anschauung religiöser Lebens-bilder aus der geschichtlichen Wirklichkeit. Naturgemäß müßte der Gang der dreiSalzmann'schen Curse, wofern sie auseinander gehalten werden sollten, geradezu um-gekehrt werden: zuerst christlicher Religionsunterricht, dann philosophische ErkenntnisGottes und des Menschen, endlich die Erkenntnis der dein Menschen gewordenen sitt-lichen Ausgaben. Natürlich aber würden wir damit weit über die von Salzmanngesteckte Altersgrenze Hinausgetrieben, und es muß uus klar werden, daß für die un-erwachsene Jugend der Religionsunterricht samnit der Sittenlehre eben nnr iin An-schluß an die im Christenthum gegebene historische Wirklichkeit mit Inbegriff seineralltestamentlichen Vorgeschichte zu ertheilcn sei, uud daß die leichteren, vom Sichtbarenausgehenden und zu Gott hinführcnden Reflexionen nach dem Vorbilde der Bibel anhassender Stelle nur einzuflechten seien. — Die Nothwcndigkeit der Anschauungen auchm ethischen Gebiete wurde von Salzmann nicht übersehen. Er benützt sie jedoch»ur, um sofort das Allgemeine daraus abstrahiren zu lassen. Die stillwirkendc Macht,mit der geistige Anschauungen durch sich selbst unser Gefühl zu beleben nnd eine tiefereiukeniiinis allmählich hervorzurufen vermögen — von Pestalozzi wohl erkannt, wennIchon nicht immer mit Geschick angcwendet —, wurde von Salzmann zu wenigbeachtet. Freilich können auch nur Thatsachen in dieser Weise wirken; bloß erdich-
Mahlungen, mögen sie noch so gut erfunden sein, fehlt dazu der Ernst undras Gewicht.*)
literarische Thätigkeit in der Schnepfenthaler Periode beschränkte sich>chi auf die so eben erwähnten Schriften; er gab noch eine Reihe von Volksschriftenheraus. Für den Pädagogen aber sind zwei Schriften aus seinem höheren Mannes-
man in Schnepfenthal in der untersten Classe Preuß, bibl. Geschichte nebster geMiebenm Spruchsammlung, in den leiden oberen nur die Bibel selbst.