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2 (1879) Lob - Zuneigung
Entstehung
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Salzmarin.

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der biblischen Lehre. Die Seligkeit oder Unseligkeit des Menschen im andern Lebenbetrachtet er als erhöhte Fortsetzungen desjenigen innern Zustandes, den wir schon MErden erlangt haben; nachzuweisen, daß schon auf Erden der Genuß der SeliMmöglich sei, und Anleitung zu geben, wie sie zu finden, ist Inhalt und Zweck der 1?g?erschienenen Schrift:der Himmel auf Erden," die ebenso wie die Jugendschrist überdas menschliche Elend, zu der sie die ergänzende Kehrseite bildet, auch außerhalb derpädagogischen Welt Theilnahme, Wirksamkeit und Dank gefunden hat. Diese SchMist ohne künstliche Einkleidung; wir hören Salzmann selbst sprechen, und seine ernstewohlmeinende, durch Erfahrung belebte Beredsamkeit wird nicht leicht ohne tiefereWirkung auf das Gemüth bleiben, wie denn z. B. Amalie Sieveking bekannt hatdaß die Lcctüre dieses Buches für ihre sittliche und religiöse Entwicklung non NM-thätigem Einflüsse gewesen sei. Befriedigend in jeder Hinsicht ist freilich der Stand-puuct des Verfassers nicht. Verleitet durch das Bewußtsein seiner eigenen edlemNatur, erwartet er zu viel von den empirischen Geisteskräften des gegenwärtigen Welt-alters, und das Postulat einer höhern Entwicklung des Geschlechts durch das innereWalten Gottes auf dem durch Christus gelegten Grunde liegt seinen Gedanken dochzu fern. Wie überhaupt der philanthropistischen Richtung eine Art von Eudämonismusanklebte, ja die ganze Denkweise der Zeit vorherrschend davon gefärbt war: so ist auchSalzmann in Widerspruch mit dem innersten Triebe seiner sittlichen Natur, nicht freivon einem naiven theoretischen Eudämonismus. Es ist ja überhaupt nicht leicht, dm-selben theoretisch zu überwinden. Nur durch das Verständnis des Wesens der Liebekönnen wir den Eudämonismus widerlegen, ohne in die entgegengesetzte Einseitigkeit zuverfallen. Au diesem Verständnis aber war weder die supranaturalistische Theologiejener Zeit, noch die philanthropistische Pädagogik gelangt.

Der Religionsunterricht sollte nach Salzmanns Ideen mit dem achten Lebens-jahre beginnen und in drei Cursen durchgeführt werden. Dem ersten Cursus solltedas im I. 1803 erschienene Buch von Salzmann:Die Familie Ehrenfried oderüber den ersten Unterricht in der Sittenlehre für Kinder von 810 Jahren" zuGrunde gelegt werden. Es ist ein Unterhaltungsbuch und giebt in der anschaulichenDarstellung eines erdichteten Familienlebens eine moralische Beispielsammlung, aufBildung des sittlichen Urtheils und Gefühls berechnet, in der Art des moralischenElementarbuches. Die religiösen Beziehungen sind hier ausgeschlossen; die Absichtwar, die sittlichen Vorstellungen und Gefühle zunächst ganz in ihrer eigenen Kraftwirksam werden zu lassen. Daß Salzmann die biblischen Geschichten für diese Stufenicht geeignet fand, erklärt sich theils hieraus, theils aus der Meinung, daß für Kin-der nur Beispiele aus dem Kinderleben hinreichend verständlich und unmittelbar an-wendbar seien. Jenes Buch sollte beim Unterrichte so benutzt werden, daß der Lehmbei den einzelnen moralischen Fällen verweilte und die inliegenden Wahrheiten durchein katechetisches Gespräch erläuterte und eindringlich machte. In ähnlicher Weisesollte im zweiten Cursus der eigentliche Religionsunterricht beginnen, ebenfalls iinAnschluß an ein Unterhaltungsbuch (Heinrich Gottschalk in seiner Familie oder ersterReligionsunterricht für Kinder von 1012 Jahren"), wobei zunächst vom Christin-thum noch nicht die Rede war. Auch hier wollte Salzmann zuerst die natürlichenKräfte wachrufen, ehe er zu dem Positiven übergienge. Das Buch schildert den Reli-gionsunterricht in der Familie Ehrenfricd, den zuerst ein tüchtiger Hauslehrer, Merder erfahrne Großvater, H. Gottschalk, übernimmt. Im ersten Theile werden dieKinder an der Hand eingehender Naturbetrachtung gesprächsweise in die ErkenntnisGottes eingeführt; die Beweisführung ist die kosmologische und hauptsächlich diephysikotheologische, die Lehrweise anschaulich, belebend, überzeugend. Ties ist derGlanzpunct des Buches. Der zweite Theil soll sodann den Glauben an die göttlicheVorsehung erwecken; der Alte erzählt seine wechselvolle, zum Theil abenteuerliche Lebens-geschichte und zeigt darin die erziehende und segnende Hand Gottes. Tie Erzählungist gut erfunden und von einer wohlthuenden Wärme der Ucberzeugung durchdrungen.Gleichwohl ist dieser zweite Theil viel weniger wirkungsrcich als der erste; es fehlteben der Nerv des Geschichtlichen, Thatsächlichen. Beide Theile sind übrigens reichan moralischen Lehren, welche hier unter den religiösen Gesichtspuuct gestellt sind. --Im dritten Cursus endlich werden die Kinder mit dem Christenthum näher bekannt

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